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    HöhnKorallenriff: Werner Mohr übergibt das Zepter nach 45 Jahren

    Hautnah Stars treffen, Spaß bei Musik und Tanz haben, andere Menschen treffen, flirten, die Nacht zum Tag machen: Wer das wollte, ist über 45 Jahre hinweg im legendären Korallenriff genau am richtigen Ort gewesen.

    Von unserer Reporterin Angela Baumeier

     Das Tanz- und Ausflugslokal hat Höhn bekannt gemacht und Kultstatus im Westerwald erreicht. Und das ist seinem Macher zu verdanken: Werner Mohr. Doch nun heißt es für ihn, Abschied zu nehmen, was der 72-Jährige natürlich nicht mit einem leisen „Servus“ vorhat, sondern mit einer richtig tollen Abschiedsparty am Freitag, 8. Mai, 20 Uhr. Wer möchte, kann dazu in alter oder traditioneller Kleidung erscheinen, alle sind eingeladen. Die Gäste erwartet nicht nur ein normaler Tanzabend, sie werden eingeladen zu einer besonderen Zeitreise, bei der die Geschichte des Korallenriffs musikalisch wiederbelebt wird. Dazu werden Überraschungsgäste und Zeitzeugen erwartet.

    Danach will Werner Mohr dem neuen Geschäftsführer weiterhin mit Rat und Tat zur Seite stehen, soweit es seine Kräfte zulassen. „Das Korallenriff hat also auch weiterhin geöffnet“, kann er alle beruhigen, die ein Ende des legendären „Riffs“ befürchten. Im Gegenteil: Der neue Chef der Mohr Betriebe GmbH wird nach gewisser Zeit Stück für Stück den kompletten Betrieb renovieren, sanieren und dem heutigen Trend für Jung und Alt anpassen.

    Wer das Korallenriff betritt, taucht in eine andere Welt ein. Ein Schild verspricht „Tanzen - lachen - in gemütlicher Atmosphäre. Gemütliche Stunden, nicht nur für junge Leute. Ihre gepflegte Garderobe ist unsere Visitenkarte“. Lebendig gehalten werden die Erinnerungen an alte Discozeiten der 70er bis 90er-Jahre. Schon am Einlass werden die Gäste von Fotos begrüßt, die zeigen: Im Korallenriff gaben sich über Jahrzehnte viele Stars die Klinke in die Hand. Wenn Werner Mohr die Gästebücher in die Hand nimmt, tauchen die rund 100 Künstler mit signierten Autogrammkarten und herzlichen Dankesworten wieder auf. Ob Wolfgang Petry (um nur einige zu nennen), Modern Talking, Jürgen Drews, Roland Kaiser, G. G. Anderson, Tommy Fischer, Chris Wolff, NIC, die Saragossa Band, Bernhard Brink oder Roberto Blanco, Roy Black, Andrea Berg sowie viele weitere internationale Stars wie Dave Dudley und Persy Sledke: Sie alle spielten im „Riff“ auf. Nicht zu vergessen die Hausbands: Die Marion Band, Los Morinos, Night Shine, Grazy Singers und die legendären Rosy and the Hot Fives. Werner Mohrs Augen beginnen zu glänzen, als er im Tanzlokal noch einmal die Tonanlage anwirft und seine Stimme per Lautsprecher ertönt: Herzlich werden die Gäste im Korallenriff begrüßt, wenn es wieder heißt: Showtime im Tanzlokal. Die große Silberkugel dreht sich magisch über der Tanzfläche, und vor dem inneren Auge tauchen die Stars und Superstars auf, bei deren Gesang die Frauenherzen höher schlugen - so manches Mal so heftig, dass die Fans in Ohnmacht fielen und der Notdienst gerufen werden musste, erinnert sich Mohr schmunzelnd. Bis zu 800 Gästen strömten bei solchen Anlässen ins „Riff“.

    Dabei hatte alles viel bescheidener angefangen. Als Werner Mohr 1969 das Elternhaus (Gasthaus Mohr) übernahm, zog mit ihm neuer Wind in das 1909 errichtete Gebäude. Zwar war das Gasthaus auch bis dato für seine Geselligkeit bekannt, in dem ein reges Dorf- und Vereinsleben stattfand, doch Werner Mohr hatte zusätzliche Pläne: 1970 errichtete er das erste Tanzlokal, eine Tropfsteinhöhle namens Korallenriff. Der Gastraum und das landwirtschaftliche Gebäude wurde zum „Hotel - Restaurant Schwarzwaldstube“ umgebaut und verwöhnte die Gäste mit guter badischer Küche.

    Noch gut erinnert sich Werner Mohr an eine Begebenheit anno 1975, als zwei Herren an der Theke im Restaurant Platz nahmen und das Tanzlokal besuchen wollten. Doch es war ein Mittwochabend, und Tanz gab es bis dahin nur an den Wochenenden. Werner Mohr führte sie trotzdem in die „Tropfsteinhöhle“ - und bekam einen Deal angeboten: Die Herren outeten sich als Frank Elsner und Heinz Kaiser von Radio Luxemburg, das ab sofort jeden Mittwoch zum Discoveranstalter mit eigenem Discjockey wurde. Nun ging es Schlag auf Schlag, bald schon war auch an den anderen Wochentagen (außer montags) etwas im „Riff“ los. 1980 folgte der zweite Umbau, das Korallenriff wurde bis auf die Grundmauern abgerissen und mit zwei Etagen neu gebaut.

    „Mein größtes Kapital in all den Jahren waren meine Mitarbeiter“, sagt Werner Mohr, „ohne ein gutes Team wäre das alles nicht möglich geworden“. Nun, da er sich als Geschäftsführer der Mohr Betriebe GmbH verabschiedet, will er sich auch künftig für die Musik und den Tourismus im Westerwald engagieren. Und er möchte ein Buch schreiben - über 105 Jahre Begebenheiten in der Gaststätte Mohr.

    Weitere Infos zum Korallenriff stehen im Internet unter www.tanzlokal-korallenriff.de.

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