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Westerwald

10 Jahre Westerwaldsteig: Auf steinigem Weg den Steig zum Erfolg geführt

Markus Müller

Am 24. Mai sind es genau zehn Jahre her, dass der Westerwaldsteig auf der Fuchskaute feierlich eröffnet wurde. Aber bis der erste Qualitätsweg quer durch die Region damals tatsächlich am Start war, war es ein ziemlich steiniger Weg.

Auf der Fuchskaute ist der Westerwaldsteig vor zehn Jahren eröffnet worden. Damals mit dabei (vorne, von links): Landrat Michael Lieber, WWV-Chef Tony Alt, Wirtschaftsminister Hendrik Hering, die Landräte Peter Paul Weinert, Wolfgang Schuster und Rainer Kaul, Bürgermeister Werner Daum und „Wanderpapst“ Manuel Andrack.
Auf der Fuchskaute ist der Westerwaldsteig vor zehn Jahren eröffnet worden. Damals mit dabei (vorne, von links): Landrat Michael Lieber, WWV-Chef Tony Alt, Wirtschaftsminister Hendrik Hering, die Landräte Peter Paul Weinert, Wolfgang Schuster und Rainer Kaul, Bürgermeister Werner Daum und „Wanderpapst“ Manuel Andrack.
Foto: Röder-Moldenhau

Christoph Hoopmann, damals wie heute Geschäftsführer des Westerwald-Touristikservice, erinnert sich: „Von der Idee, die im Westerwald-Verein geboren wurde, bis zur Realität waren viele Verhandlungen nötig. Schließlich mussten die Interessen von vier Kreisen und vielen (Verbands-)Gemeinden in zwei Bundesländern unter einen Hut gebracht werden.

Als das Projekt schon zu scheitern drohte, stellte der damalige Westerwälder Landrat Peter Paul Weinert bei einer Bürgermeister-Dienstversammlung in der VG Bad Marienberg die Versammlung vor die Alternative: Entweder sind alle dafür – oder wir reden nicht mehr davon. Die Entscheidung fiel zugunsten des Steigs aus“, freut sich Hoopmann noch heute.

Sie präsentierten 2007 einen ersten Entwurf für das künftige Logo des Westerwaldsteigs (von links): Michael Sterr, Peter Paul Weinert und Christoph Hoopmann. Archivfotos: Kurt Frank/Röder-Moldenhauer
Sie präsentierten 2007 einen ersten Entwurf für das künftige Logo des Westerwaldsteigs (von links): Michael Sterr, Peter Paul Weinert und Christoph Hoopmann. Archivfotos: Kurt Frank/Röder-Moldenhauer
Foto: Kurt Frank

Doch bei der Umsetzung gingen die nächsten Diskussionen los: Warum muss der Steig quer durch den geografischen Westerwald führen? Warum werden der Norden und der Süden nicht berührt? Beginnt der Steig in Dillenburg oder Herborn? Fragen über Fragen. „Doch schließlich konnten wir das Projekt jenseits vom Kirchturmdenken allein aus Sicht der Kunden, sprich unserer Gäste durchsetzen“, erzählt Hoopmann. Vier Landräte und 17 Bürgermeister einigten sich schließlich auf Konzept, Name und Finanzierung des künftigen Qualitätswanderweges.

Zu den wichtigsten Mitstreitern zählten an vorderster Front der damalige Vorsitzende des Westerwald-Vereins, Toni Alt, und vor allem sein Stellvertreter Friedrich Wilhelm Georg. Maßgeblich beteiligt war aber auch Michael Sterr, der als Fachbereichsleiter Wege des WWV und als Fachplaner gleich in Doppelfunktion mit im Boot saß. Dazu kamen viele weitere lokale Wegespezialisten. Den Stein ins Rollen gebracht hatte schon 2006 die Regionaltagung Marienstatter Zukunftsgespräche.

Aber was wäre ein zertifizierter Wanderweg, wenn sich nicht viele, meist freiwillige Helfer um seine Nachhaltigkeit kümmern würden. Davon kann Barbara Sterr aus Rengsdorf ein Lied singen. Als Wegemanagerin kümmert sie sich seit mehr als der Hälfte seiner Existenz um alle Belange rund um den Westerwaldsteig. Ihr ist klar, dass das meiste ohne den emsigen Wegetechniker Josef Rüth aus Pleckhausen und die 15 Wegepaten, die jeweils für einen Wegeabschnitt zuständig sind und meist den entsprechenden Zweigvereinen des Westerwald-Vereins angehören, nicht funktionieren werden.

„Im Moment beschäftigen uns zwei große Aufgaben“, berichtet Barbara Sterr. Die Dringendste: „Noch konnten nicht auf allen Wegebereichen die vom Sturm im Januar umgeworfenen Bäume entfernt werden. Hier müssen die Waldbesitzer oft ihre Kräfte erst mal da einsetzen, wo es am wirtschaftlichen ist. Erst danach sind die Wanderwege dran“, bedauert Sterr, hat aber auch Verständnis für die Lage der Waldeigentümer und Förster.

„Eine Aufgabe, der wir uns zurzeit auf fast allen Wegeabschnitten stellen müssen, ist die grundlegende Erneuerung der Wegemarkierung“, berichtet die Wegemanagerin. „Das Markieren ist zwar eine laufende Aufgabe der Wegepaten, die dabei bei schwierigeren Aufgaben auch vom Wegetechniker unterstützt werden und das auch vorbildhaft erledigen, aber auch die aufwendigen Wegweiser aus Aluminium, die seit zehn Jahren zuverlässig die Streckenlängen anzeigen, müssen jetzt nach und nach überholt werden. Die Informationen sind zwar eingefräst, zur besseren Sichtbarkeit allerdings mit schwarzer Farbe ausgefüllt. Und die ist an vielen Standorten zum Teil, an anderen sogar komplett ausgewaschen. Das ist schon ein größeres Projekt.“

Und warum muss das sein? „Damit unser Westerwaldsteig weiter als Qualitätsweg Wanderbares Deutschland anerkannt bleibt", erläutert Sterr. „Alle drei Jahre muss der Deutsche Wanderverband den Weitwanderweg rezertifizieren. Dieses Projekt läuft gerade. Und wenn es gut läuft, wird der Westerwaldsteig im September wieder für die nächsten drei Jahre als Qualitätswanderweg anerkannt.“

Quelle: YouTube (erweiteter Datenschutzmodus)

„Und darf dann auch weiter so beworben werden“, sagt Christoph Hoopmann, dem im Zusammenhang mit dem hohen Interesse der Gäste an dem Weg, den Schleifen und Wäller Touren ein ganz anderes Problem Sorgen bereitet: „Leider nimmt die Zahl der Gastronomiebetriebe am Steig ab. Dabei müsste sie dringend zunehmen, da die Wanderer natürlich auch verpflegt werden und übernachten wollen. Daran arbeiten wir, brauchen dafür aber auch Wirte und Hoteliers, die mitziehen.“

Hoopmann hat aber auch festgestellt, dass der Steig jenseits des Interesses der Touristen den Zusammenhalt in der Region über alle Grenzen hinweg gestärkt hat. „Und er hat nicht nur weitere Wanderwege nach sich gezogen und alle besser vernetzt, sondern letztendlich dazu geführt, dass auch ein Radwegenetz bald den kompletten Westerwald durchzieht.“

Von unserem Redaktionsleiter Markus Müller

Eine Auswahl der Jubiläumswanderangebote

Wandern auf dem Lebensweg von F. W. Raiffeisen, Donnerstag, 31. Mai / Freitag, 1. Juni / Samstag, 2. Juni. Drei geführte, kombinierbare Wanderangebote, vorbei an den wichtigsten Wirkungsstätten des berühmten Westerwälders, von Hamm/Sieg bis hinunter ins Rheintal.

  • Wanderung durch die Kroppacher Schweiz, Sonntag, 10. Juni, Wissen. Schöne Tageswanderung mit wunderschönen Aussichten, Sehenswürdigkeiten und Bewirtung.
  • RZ-Wandertag in Marienthal im Landkreis Altenkirchen, Sonntag, 24. Juni, Marienthal. Drei geführte Wanderungen und ein familienfreundlicher Rundweg mit Bewirtung, musikalische Unterhaltung, Aktionsständen, Gewinnspiel und vielem mehr.
  • Zehn Jahre Westerwaldsteig – Das wird ein Fest! Sonntag, 1. Juli, auf dem Dappricher Hof bei Seck direkt am Eingang der Holzbachschlucht. Das große Wander-Geburtstagsfest mit Sternwanderungen, Unterhaltungsprogramm, kulinarischem Genuss und viel Regionalität.
  • Themenwanderung Kräuter und Basalt, Sonntag, 12. August, Bad Marienberg. Kräuterwanderung mit der Kräuterexpertin durch das Naturschutzgebiet Bacher Lay und zum Apothekergarten.
  • Zehn Jahre Westerwaldsteig – 200 Jahre F.W. Raiffeisen – 525 Jahre Heupelzen, Sonntag, 12. August, Heupelzen. Dreifache Jubiläumswanderung zum Raiffeisenturm und auf die „alte Kohlstraße“ mit Backesfest in Heupelzen.
  • Wiedtaler Wandertag, Sonntag, 2. September, Roßbach/Wied. Drei geführte Wanderungen und Rundtour ums Roßbacher Häubchen mit späterer Einkehrmöglichkeit.
  • Westerwaldsteig-Lauf am Wiesensee, Mittwoch, 3. Oktober, Stahlhofen/Wiesensee. Zwei anspruchsvolle Laufangebote mit 10.000-Meter-Lauf und Halbmarathon.
  • Krippenwanderung, Sonntag, 30. Dezember, Rheinbrohl. Krippenwanderung auf der Westerwaldsteig-Etappe 16 von Rheinbrohl nach Waldbreitbach mit Besuch der Naturwurzelkrippen.
  • Eröffnet wurde das Jubiläumsjahr Anfang Januar mit dem vierten RZ-Winterwandertag im Stöffel-Park. Die fünfte Auflage ist für Anfang Januar 2019 geplant.
  • Anmeldungen nimmt der Westerwald Touristik-Service unter der Telefonnummer 02602/300 10 entgegen. Im Internet gibt es Informationen unter der Adresse  www.westerwald.info

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