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    Westerwald/Rhein-Lahn-Kreis

    SPD-Kandidatin im Porträt: Weber im Stress? "Ohne Wahlkampf kein Mandat"

    Gabi Weber sitzt seit vier Jahren für die SPD im Bundestag, und dieses Engagement möchte die 62-Jährige gern verlängern. Dafür stellt sie während des Wahlkampfs im Wahlkreis 204 ihren kompletten Tagesablauf um.

    Wird Gabi Weber chauffiert, kann sie zwischen öffentlichen Terminen und Hausbesuchen auch Telefonate und Büroarbeit erledigen.  Foto: Sascha Ditscher
    Wird Gabi Weber chauffiert, kann sie zwischen öffentlichen Terminen und Hausbesuchen auch Telefonate und Büroarbeit erledigen.
    Foto: Sascha Ditscher

     „Wahlkampfalltag hat mit meinem Lebensalltag überhaupt nichts gemeinsam“, sagt sie. Das derzeitige Hetzen von Termin zu Termin fordert seinen Tribut: „Manchmal muss ich sehen, dass ich zwischendurch irgendwie etwas zu essen bekomme.“ Die Tasse Tee am Morgen hingegen lässt sie sich selbst im größten Stress nicht nehmen. Zwischen 7.30 und 8 Uhr verlässt sie das Haus, „dann bin ich den ganzen Tag unterwegs an verschiedenen Orten meines Wahlkreises“, berichtet sie. Abends sei sie nach diesen Tagen „nicht mehr in der Lage, etwas Sinnvolles zu tun“. Möglich machen dieses harte Pensum nur „liebe Menschen“ in ihrem Umfeld, die für sie einkaufen oder ihr sogar mal eine selbst gekochte Mahlzeit vorbeibringen: „Das ist mein Rückgrat.“

    Ihr Alltag als Abgeordnete – den sie übrigens nur knapp zur Hälfte in Berlin verbringt – ist wesentlich geregelter, „entzerrt“, sagt sie. Vor allem aber hat sie dann Gelegenheit, ihren Garten zu genießen, sich in der Küche auszuleben und Freunde zu treffen. Dass sie in der Heimat als Abgeordnete an Bekanntheit gewonnen hat, bemerkt sie gelegentlich etwa beim Einkaufen oder in der Reinigung: „Dann sprechen mich Leute an und fragen ‚Was machen Sie hier?‘“, wundert sie sich ihrerseits. 21 bis 23 Sitzungswochen im Jahr verbringt sie in Berlin, hinzu kommen zwei bis drei Wochen auf dienstlichen Auslandsreisen. Das übrige halbe Jahr widmet sich Gabi Weber der Arbeit in ihrem Heimatwahlkreis: Bürgersprechstunden, Beratungen, Auftritte als Referentin stehen dann im Kalender.

    Sich um das eigene Wohlergehen zu kümmern, dazu lässt der Wahlkampf keine Zeit – ist das die Sache wert? „Mit jedem Tag setze ich mich für Ziele ein, von denen ich zutiefst überzeugt bin – das lohnt immer“, betont die gelernte Keramikmalerin. Und ruft sich immer wieder ins Gedächtnis, dass Wahlkampf nur eine Phase ist, die eben zum politischen Geschäft gehört. „Ohne Wahlkampf kein Mandat“, lautet die schlichte Formel.

    Das Gespräch jetzt führt sie vom Auto aus, auf dem Weg von Siershahn nach Wirges. Wenn sie, wie heute, chauffiert wird, nutzt sie die Fahrten gern für Telefonate und Büroarbeit. „Ich telefoniere nicht gern, wenn ich selbst fahre, trotz Freisprechanlage“, sagt die gebürtige Westerwälderin. Allerdings hat sie keinen ständigen Fahrdienst: „Wenn sich ein ehrenamtlicher Mitarbeiter findet, der mich im Wahlkampfbus fahren kann, bin ich dafür sehr dankbar“, sagt Weber. Und sonst fährt sie selbst. In einem Diesel? „Natürlich fahre ich Diesel – ein hervorragender Motor, auch wenn er durch betrügerische Machenschaften der Industrie in Verruf geraten ist“, kommt die Antwort prompt. Da versteht die Politikerin mit den Arbeitsschwerpunkten Verteidigung, wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung keinen Spaß. Sie fährt wechselweise ihren privaten Diesel oder im Wahlkampfbus, ebenfalls ein Selbstzünder. Schließlich hängt Klimaschutz direkt mit ihren Themenschwerpunkten Wirtschaft und Entwicklung zusammen.

    Ob ihre Arbeit in Berlin, ihre Auslandsreisen „spannend“ seien, wurde Gabi Weber kürzlich in Birlenbach gefragt. „Soldaten nach Mali zu schicken, ist nicht spannend“, antwortete sie ernst. Ihre Reisen, ergänzt sie nun, bieten eine Mischung aus positiven und negativen Erlebnissen, wenn sie Gespräche mit deutschen Soldaten, mit einheimischen Politikern, aber auch mit entwicklungspolitisch aktiven Gruppen führt.

    Vernetzt ist Weber auch über soziale Medien, seit vier, fünf Jahren – nachdem sie sich zunächst gefragt hatte: Nehmen es mir die Leute überhaupt ab, dass ich das mache? Allerdings sei sie rasch über die Notwendigkeit aufgeklärt worden. Sie beschränkt sich auf die berufliche Nutzung von Facebook – im Bewusstsein, dass sie dort die Jugend nicht erreicht: „Wenn ich aber auf Snapchat aktiv würde, dann würden die Leute mich doch belächeln.“ Was auf Webers FB-Account aufläuft, das stammt von ihr, betont sie – egal, wer es einstellt. „Da erlaube ich mir auch mal einen privaten Blick auf Dinge am Wegesrand.“ Und Wegesränder passiert sie derzeit reichlich – wie jetzt in Siershahn.

    Katrin Maue-Klaeser

    Steckbrief: Gabi Weber

    Geboren am 24. März 1955; Keramikmalerin; Realschulabschluss;

    März 1955; Keramikmalerin; Realschulabschluss; Gewerkschaftssekretärin; Vorsitzende der DGB-Region Koblenz bis 2016; Vorsitzende SPD-Gemeindeverband Wirges seit 2012; im Bundestag seit 2013

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