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    WesterwaldkreisLeser erinnern sich: Stars waren für die Teenager greifbar nah

    Die Serie über die "Tanzschuppen im Westerwald" weckt bei vielen WZ-Lesern Erinnerungen an die eigene Jugendzeit.

    Viele Jugendliche zog es in das Korallenriff in Höhn, in dem beispielsweise Wolfgang Petry auftrat.
    Viele Jugendliche zog es in das Korallenriff in Höhn, in dem beispielsweise Wolfgang Petry auftrat.

    "Sofort fielen mir wieder einige der schönsten Stunden meines Lebens ein", schrieb uns beispielsweise Heike Heinz-Wittenberg aus Höhn. Ihre ganz persönliche Sicht auf zwei Tanzlokale lesen Sie hier:

    White-Horse-Club in Westerburg

    "Die 1970er-Jahre waren für uns Teenager eine fröhliche Zeit der Musik, des Tanzes und des geselligen Zusammenseins; eine eigene Welt ohne elterlichen Zugang. Damals besuchte ich die Realschule in Westerburg, und ich kann mich gut an die circa anderthalb Stunden zwischen Unterricht und Busheimfahrt erinnern, die meine Mitschüler und ich "beim Büchler" verbrachten - in rauchgeschwängerter Luft, mit handgemachtem Hardrock und einem Altbier für 80 Pfennig in der Hand, an dem wir mangels Kohle nur nippten.

    Die Wirtsleute Christel und Axel Büchler hatten Verständnis für uns arme Schüler, und so war es in der Mittagszeit (!) irre voll im White Horse Club, wie es eigentlich hieß. Heutzutage klingt es befremdlich, dass man damals mit 16 Jahren in der Öffentlichkeit Bier trank und rauchte, aber das war in den 1970er-Jahren ziemlich normal und auch gesetzeskonform. Komasaufen war uns allerdings unbekannt. Wer einmal einen ordentlichen Rausch hinter sich gebracht hatte, den hielt diese Erfahrung in der Spur. Auch heute noch existiert der White-Horse-Club unter dem Namen Klimperkasten und hat sich von den Räumlichkeiten her kaum verändert.

    Das Korallenriff in Oellingen

    Das Tanzlokal Korallenriff in Höhn-Oellingen, kurz Riff genannt, lag nur einen Katzensprung von meinem Elternhaus entfernt. Dienstags und donnerstags war Disco. So gegen 19 Uhr musste man schon los, weil man sonst keinen Platz mehr bekam. Gegen 20 Uhr war es proppenvoll, und schon bald spielte der von den Mädchen umschwärmte Discjockey den Eröffnungssong "The Raven" von Alan Parsons Project. Spätestens jetzt füllte sich die Tanzfläche mit Tänzern aller Couleurs. Discofox war angesagt, und die Herren, die den Tanz perfekt mit den außergewöhnlichsten Drehungen beherrschten, waren noch begehrter bei den Mädels als der DJ. Die Auswahl an Tänzern war enorm, da sich die Bombenstimmung im Riff in den Bundeswehrkasernen in Rennerod und Westerburg herumgesprochen hatte und es dadurch allabendlich zu einem Männerüberschuss kam.

     Im Gedächtnis geblieben ist ihr vor allem auch die Gruppe Rosy and the Hot Fives.
     Im Gedächtnis geblieben ist ihr vor allem auch die Gruppe Rosy and the Hot Fives.

    Es herrschte eine ausgelassene Stimmung im Korallenriff, das mit seinen Grotten, Südseebildern und mit Goldfolie überzogenen Decken und Wänden eine eigene Traumwelt bot. Der Herr des Hauses, Werner Mohr, war ebenfalls fast immer anwesend und sorgte mit kleinen Anekdoten und Späßen für gute Laune. Von Zeit zu Zeit gab es donnerstags einen Starabend, an dem bekannte Sängerinnen und Sänger für ein noch volleres Haus sorgten. Prominente wie Jürgen Drews, Roland Kaiser, Wolfgang Petry, Andrea Berg, um nur einige wenige zu nennen, waren greifbar nah und verbrachten den Abend mit uns. So kam es auch zu einem lustigen Wortgeplänkel zwischen mir und dem noch nicht so bekannten Wolfgang Petry an der damals langen Theke.

    Die Redaktion freut sich auf weitere Rückmeldungen per E-Mail montabaur@rhein-zeitung.net oder Telefon 02602/160 486 (Angela Baumeier). Wir sind auf Berichte und vor allem auch Fotos gespannt.

    Besonders samstags machte das Tanzlokal Korallenriff seinem Namen alle Ehre - eine Liveband spielte für ein schick gekleidetes Publikum. Im Gedächtnis geblieben sind mir Rosy and the Hot Fives, die viele Jahre als Hausband brillierten. Rosy sang mit glockenklarer Stimme schwer zu singende Parts, schraubte die Stimme in gewaltige Höhen, mit einem Timbre, welches mir heute noch in den Ohren klingt. Dazu holten die sechs! Jungs aus ihren Instrumenten das Letzte raus.

    Viele schöne Erinnerungen an diese Zeit hat Heike Heinz-Wittenberg.
    Viele schöne Erinnerungen an diese Zeit hat Heike Heinz-Wittenberg.

    Höhepunkt eines jeden Samstagabends war die Mitternachtsshow, professionell dargeboten von den Musikern in teils komischen Gewandungen, mit viel Klamauk und musikalischem Können. Nach Rosy and the Hot Fives folgten andere Bands, welche immer gut ausgesucht wurden und ein vielschichtiges Programm darboten. Ich verbinde meine schönsten Erinnerungen mit der Zeit vor dem Umbau 1980, als "mein Riff" noch Grotten mit Goldfolie hatte und einen Tanzboden aus Holzbrettern."

    Alle bisher erschienenen Serienteile finden Sie unter www.ku-rz.de/tanzschuppen

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    Tanzschuppenserie
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