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Rhein-Hunsrück

Winter hat den Landkreis fest im Griff

In der Nacht zum Donnerstag kam der Straßenverkehr im Kreisgebiet stellenweise zum Erliegen.

Rhein-Hunsrück – In der Nacht zum Donnerstag kam der Straßenverkehr im Kreisgebiet stellenweise zum Erliegen.

An mehreren Stellen standen Lkw quer und blockierten die Fahrbahn. „Wir mussten mit den Streufahrzeugen teilweise rückwärts an diese Stellen fahren, weil wir durch die entstandenen Staus gar nicht dran kamen, um die liegen gebliebenen Fahrzeuge zu befreien“, sagte ein Straßenmeisterei-Mitarbeiter nach seiner 12-Stunden-Schicht. Im Depot Kirchberg füllte er mit seinem Kollegen noch das Räumfahrzeug mit Streumaterial für die nächste Schicht auf, dann gönnten sich die Männer erst mal eine Mütze Schlaf. Den hätten sich viele Schüler gestern morgen auch genehmigen können, wenn sie gewusst hätten, dass der Schulbus an diesem Morgen nicht kommen würde. Da Rheinhunsrückbus seinen Betrieb vollständig eingestellt hatte, waren vor allem zahlreiche weiterführende Schulen nur mit einer Rumpfmannschaft an Schülern besetzt. Vielerorts, so im Schulzentrum Oberwesel, an der Helene-PagésSchule in Boppard, der Realschule Marienberg in Boppard oder der Theodor-Heuss-Schule in Kastellaun, fiel der Unterricht vollständig ins Wasser, ebenso an den Schulzentren in Kirchberg und Sohren-Büchenbeuren. Die Streudienste hatten keine Chance, kreisweit die Straßen einigermaßen frei zu bekommen. Die B 9 war noch gestern um 10 Uhr vereist. Auch die meisten Straßen vom Hunsrück an den Rhein wurden nicht geräumt. So spielten sich chaotische Szenen auf der L 209 zwischen Boppard und Buchholz, der L 212 zwischen Rheinbay und Bad Salzig und der L 213 von Emmelshausen nach Werlau ab. Im Großeinsatz waren auch die kommunalen Bauhöfe. In der Stadt Boppard beispielsweise begannen 20 Bedienstete ab 3.35 Uhr in der Nacht zum Donnerstag ihre Schicht. Viele Autos blockierten die Straße. Besonders schlimm betroffen war die K 100 zwischen St. Goar und Pfalzfeld über den St. Goarer Schlossberg, wo gleich zehn Fahrzeuge quer standen. Die Straße wurde noch am Abend gesperrt. Erst gestern Nachmittag wurde sie wieder freigegeben. Auch an der B 327 ging phasenweise gar nichts mehr. Auf der Steilstrecke zwischen Abfahrt Sauerbrunnen und Emmelshausen stand der Verkehr still. Bei allem Chaos hielt sich die Zahl der Unfälle in Grenzen. Gerade mal vier Unfälle mit Sachschaden registrierten die Beamten der PI Boppard. Da hatten die Kollegen in Simmern schon mehr zu tun. Aber auch hier gab es bei rund zehn Unfällen glücklicherweise nur Blechschaden. Als am Mittwoch gegen 17 Uhr das Schneetreiben einsetzte, hatten sich Polizei, Feuerwehr und THW darauf verständigt, dass die Hauptverbindungen B 50 und B 327 Priorität haben und daher die Manpower der Räumdienste hier gebraucht wurde. Die Hilfsdienste fuhren „Streife“, um möglicherweise liegen gebliebene Verkehrsteilnehmer mit Tee und Decken zu versorgen – was nicht notwendig wurde. Dafür leistete das THW gute Arbeit, indem es mit zwei Lkw, die mit Schneeketten ausgerüstet waren, ein Dutzend Laster auf der B 50 frei schleppte, sodass ab 23 Uhr zumindest ein Fahrstreifen wieder zur Verfügung stand. Am Ellerner Berg und bei Gödenroth übernahmen die gleiche Aufgabe die örtlichen Feuerwehren. Probleme machten immer wieder die Schneeverwehungen, die vor allem auf der Höhe bei Riesweiler Straße dicht machten und dafür sorgten, dass die Räumfahrzeuge sich gar nicht erst um Nebenstraßen kümmern konnten. Auch im Luftverkehr gab es Behinderungen. Zwischen 17 und 19 Uhr war kein Flugbetrieb am Hahn möglich. Drei Flüge (Schönefeld; Fes und Faro) fielen aus. Es waren weniger als 500 Passagiere betroffen, die umbuchten oder in Hotels in der Umgebung übernachteten. Einige Flüge wurden zu anderen Flughäfen umgeleitet. Ein Flieger aus Düsseldorf- Weeze landete auf dem Hahn.

Boppard Simmern
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