40.000
Aus unserem Archiv
Kastellaun

Schützen erweisen ihren Majestäten die Ehre

Der Schützenverein Wilhelm Tell 1567/1879, der in Kastellaun am Wochenende sein Schützenfest feierte, gehört zu den Traditionsvereinen der Stadt. In Vereinsbesitz befindet sich das Original einer Schützenordnung aus dem Jahr 1602, doch schon zuvor im Jahr 1567 wird in einem Protokoll über die Klagen des Pfarrers Heinrich Baren berichtet, der bemängelt, dass die Büchsenschützen während der Predigt schießen.

Vom Marktplatz ziehen die Schützen begleitet von den Fackelträgern der Freiwilligen Feuerwehr Kastellaun zum Kirchplatz, wo die Besucher schon auf die Zeremonie des Großen Zapfenstreichs warten.
Vom Marktplatz ziehen die Schützen begleitet von den Fackelträgern der Freiwilligen Feuerwehr Kastellaun zum Kirchplatz, wo die Besucher schon auf die Zeremonie des Großen Zapfenstreichs warten.
Foto: Gisela Wagner

Von unserer Mitarbeiterin Gisela Wagner

Bis heute gelingt es den Schützen, das über Jahrhunderte hinweg gelebte Brauchtum aufrecht zu erhalten. Spätestens, wenn fünf donnernde Böllerschüsse über die Stadt hallen, wissen die Kastellauner, dass nun der Rumpf des Königsvogels gefallen ist und damit der neue Schützenkönig ermittelt wurde. In diesem Jahr traf Karl G. Berger mit seinem 48. Schuss den Rumpf des Vogels und gliedert sich somit in die lange Reihe der Schützenkönige ein. Den Kopf traf Georg Bretz jun., ebenso den rechten und den linken Flügel. Der Schweif fiel durch Kurt Rau.

Beim Bogen-Königsschießen wurde Franz-Josef Hastenteufel durch den Abschuss des Rumpfes als Bogenkönig ermittelt, auch der Kopf wurde von ihm abgeschossen. Der rechte Flügel fiel durch Sascha Zilles, der linke Flügel durch Gregor Klippel und der Schweif durch Carlheinz Brockamp.

Der Große Zapfenstreich auf dem Kirchplatz an der Evangelischen Kirche bildete den festlichen Höhepunkt des Königsschießens. Die Schützen bedienen sich der militärischen Zeremonie, um ihren Majestäten gebührend die Ehre zu erweisen. Die feierliche Abendmusik unterliegt einer genau festgelegten Spielfolge: Locken zum Zapfenstreich, Zapfenstreichmarsch, Retraite, Zeichen zum Gebet, Abschlagen nach dem Gebet, Ruf nach dem Gebet. Der Große Zapfenstreich endet seit 1922 mit der Nationalhymne. Die Bedeutung und Entstehung wurde den Besuchern von Hauptmann Corinna Frenzel von der Kastellauner Patenschaftskompanie, dem 1. Führungsunterstützungsbataillons 282, näher gebracht.

Auf dem Kirchplatz nehmen die Schützen Aufstellung zum Großen Zapfenstreich.
Auf dem Kirchplatz nehmen die Schützen Aufstellung zum Großen Zapfenstreich.
Foto: Gisela Wagner

In einer langen Parade zogen die Vereine des Hunsrücker Schützenbundes, des Bezirks General Steffen Boppard und Emmelshausen sowie befreundete Vereine aus Mastershausen, Sosberg und Zell auf dem Kirchplatz ein, um dort Aufstellung zu nehmen. Schützenhauptmann Kristian Schaum oblag in diesem Jahr erstmals das Kommando über den Großen Zapfenstreich. Er begrüßte alle Schützen und die Besucher, die schon gespannt auf die feierliche, militärische Abendmusik warteten.

Willkommensgrüße richtete Kristian Schaum an Verbands- und Stadtbürgermeister Christian Keimer, den Ehrenvorsitzenden des Hunsrücker Schützenbundes Georg Bretz sen. und den Zweiten Vorsitzenden Gerhard Werner, den Bezirksbundesmeister des Bezirks General Steffen, Andras Bagossy, den Kommandanten der Patenkompanie, Oberstleutnant Michael Mensching, Kompaniefeldwebel Jens Kreuther, Oberstleutnant Jens Becker um nur einige der Ehrengäste zu nennen. Gestaltet wurde die Zeremonie vom Musikverein Alterkülz unter der Leitung von Jürgen Beyer und dem Spielmannszug Frei Weg Boppard unter der Leitung von Bernie Boury.

Doch zunächst wurden die Majestäten von Bürgermeister Christian Keimer mit der Königskette der Stadt Kastellaun in ihr Amt eingeführt. Dann gab es noch eine ganz besondere Ehrung. Horst Diel, der viele Jahre das Kommando über den Großen Zapfenstreich inne hatte, wurde für sein vielfältiges und langjähriges Engagement im Schützenverein, verbunden mit Worten des Dankes, mit dem Verdienstorden des Schützenvereins Wilhelm Tell durch Bürgermeister Christian Keimer ausgezeichnet.

Die Zeremonie wurde vom Musikverein Alterkülz und vom Spielmannszug Frei Weg Boppard musikalisch gestaltet.
Die Zeremonie wurde vom Musikverein Alterkülz und vom Spielmannszug Frei Weg Boppard musikalisch gestaltet.
Foto: Gisela Wagner

Die Serenade wurde der Zeremonie vorangestellt, hierbei wurden den Zuhörern die Musikstücke "Blasmusik macht Laune", "Folk Song Suite Nr. 1" und der "Mussinan Marsch" dargeboten. Danach ließ Schützenhauptmann Kristian Schaum die Formation stillstehen und es folgte feierlich der große Zapfenstreich in der genannten Reihenfolge. Nach der Nationalhymne gab es viel Beifall. Schützenhauptmann Kristian Schaum dankte allen Mitwirkenden, unter ihnen auch die Freiwillige Feuerwehr Kastellaun, und den vielen Helfern, die eine solche Veranstaltung erst möglich machen.

Boppard Simmern
Meistgelesene Artikel
Anzeige
Anzeige
Online regional

Bettina TollkampBettina Tollkamp
Chefin v. Dienst
Online
E-Mail

Regionalwetter
Freitag

-1°C - 6°C
Samstag

-2°C - 5°C
Sonntag

-2°C - 4°C
Montag

-2°C - 1°C
epaper-startseite
Anzeige
News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach