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Simmern/Rheinböllen

Michael Boos will Bürgermeister der neuen VG werden

Markus Lorenz

Der Sozialdemokrat Michael Boos will Bürgermeister der neuen Verbandsgemeinde Simmern-Rheinböllen werden. Der amtierende Verwaltungschef der Verbandsgemeinde Simmern wirft nun offiziell seinen Hut in den Ring um den Bürgermeisterposten der Verbandsgemeinde, die am 1. Januar 2020 nach der Fusion der beiden Verwaltungseinheiten Simmern und Rheinböllen an den Start geht. Die Kommunalwahlen finden bereits am 26. Mai 2019 statt.

Seit sechs Jahren leitet der Sozialdemokrat Michael Boos die Geschicke der Verbandsgemeinde Simmern. Nach der Fusion mit Rheinböllen zum 1. Januar 2020 möchte er als Bürgermeister „die gestarteten Prozesse begleiten und positiv abschließen“.  Foto: Werner Dupuis
Seit sechs Jahren leitet der Sozialdemokrat Michael Boos die Geschicke der Verbandsgemeinde Simmern. Nach der Fusion mit Rheinböllen zum 1. Januar 2020 möchte er als Bürgermeister „die gestarteten Prozesse begleiten und positiv abschließen“.
Foto: Werner Dupuis

Der 58-jährige Diplom-Verwaltungswirt ist verheiratet, Vater von zwei Töchtern und seit 2012 Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Simmern. „Dabei habe ich mir gewisse Grundkenntnisse angeeignet, wie man eine Verbandsgemeinde führt“, schmunzelt Boos im Gespräch mit unserer Zeitung.

„Mit der Fusion unserer beiden Verbandsgemeinden sind wir nun Mitten in einem Prozess, den ich sehr gerne positiv begleiten und abschließen würde“, begründet Boos seine Kandidatur für das Amt des Bürgermeisters der neuen VG Simmern-Rheinböllen. Die Zusammenlegung der beiden Verwaltungseinheiten gehe „harmonisch und geräuschlos“ über die Bühne: „Viele Kollegen im ganzen Land beneiden uns darum, dass wir das so gut hinbekommen haben.“ Boos legt Wert darauf, das Wir-Gefühl zwischen Simmern und Rheinböllen zu stärken. „Wir haben immer auf Augenhöhe miteinander gesprochen, es entsteht eine völlig neue Verbandsgemeinde mit enormen wirtschaftlichen Möglichkeiten. Um diese zu fördern, schaffen wir gerade eine Stabsstelle für Wirtschaftsförderung, die keinem Fachbereich sondern nur dem Bürgermeister direkt unterstellt sein wird.“

Wirtschaftlich riesiges Potenzial

Gerade die B 50 mit dem entstehenden Hochmoselübergang biete ein riesiges Potenzial. „Sowohl Rheinböllen als auch Simmern sind jetzt schon sehr gut aufgestellt. Nach der Fusion sind wir wirtschaftlich mit Abstand die stärkste Verbandsgemeinde im Kreis, vielleicht sogar eine der stärksten im ganzen Land“, sieht der Verwaltungschef hervorragende Perspektiven für die neue Verwaltungseinheit.

Er verweist auch darauf, was in seiner sechsjährigen Amtszeit in der VG Simmern alles erreicht wurde – von der Aufstellung des Flächennutzungsplans Windkraft mit dem Ziel, den Soonwald nicht durch Windräder zu belasten über den Solidarpakt, der die windradfreien Gemeinden finanziell unterstützt bis hin zur Förderung der erneuerbaren Energien zum Beispiel durch Nahwärmenetze, Fotovoltaik und Blockheizkraftwerke. „Gerade in diesem Bereich wurden sowohl in der Verbandsgemeinde Simmern wie auch in Rheinböllen viele Projekte angestoßen, die ich gerne weiterführen möchte“, sagt Boos.

Er setze sich für den Erhalt des Freizeitbades Rheinböllen und den Bau eines neuen Sportbades in Simmern ein. Die Kindergärten der neuen VG sollen in einem Zweckverband geführt werden. „Damit nehmen wir eine große Verantwortung von den Schultern der Ortsbürgermeister“, ist sich der Verwaltungschef sicher.

Boos spricht sich gegen einen hauptamtlichen Beigeordneten für die neue VG aus. „Wir machen die Fusion schließlich, um langfristig Geld zu sparen, und nicht um weitere Kosten zu erzeugen. Ein Bürgermeister mit einer funktionierenden Verwaltung und engagierten Beigeordneten sollte das schaffen“, glaubt er und verweist darauf, dass er bereits eine Behörde mit etwa 130 Mitarbeitern leitet. „Ein Bürgermeister alleine kann gar nichts erreichen – ich brauche ein engagiertes Team mit motivierten Mitarbeitern – und das habe ich im Simmerner Rathaus.“ Nicht zuletzt weist er darauf hin, dass in seiner Amtszeit die VG-Umlage auf 28 Prozent und damit auf den niedrigsten Wert seit 1986 gesenkt werden konnte. Das bedeute eine große finanzielle Entlastung für die Ortsgemeinden.

Seine Kandidatur muss übrigens noch die Delegiertenkonferenz von Sozialdemokraten aus Simmern und Rheinböllen absegnen. „Bislang habe ich aber nur positive Resonanz auf meine angekündigte Kandidatur erfahren“, ist sich der Simmerner Verwaltungschef seiner Sache sicher.

Ein Bürgermeister für alle

Er betont, kein sogenannter Parteisoldat zu sein. „Als Bürgermeister gehöre ich zwar einer Partei an, die spielt aber in der täglichen Arbeit eine untergeordnete Rolle. Schließlich bin ich für alle Bürger da – ich denke, das habe ich in den vergangenen sechs Jahren unter Beweis gestellt. Im Verbandsgemeinderat habe ich mit allen Fraktionen gut zusammengearbeitet, von allen Seiten wurden gute Vorschläge vorgetragen, die es umzusetzen gilt. Es wird kein CDU- oder SPD-Bürgermeister gewählt, sondern eine Person, der man diese Aufgabe zutraut.“

Boos ist stellvertretender Vorsitzender im Regionalrat Wirtschaft, Vorsitzender des Schmiedelpark-Fördervereins, Mitglied im Aufsichtsrat der Rhein-Hunsrück-Entsorgung und stellvertretendes Mitglied im Aufsichtsrat der Kreissparkasse. „Ich bin Bürgermeister aus Leidenschaft“, unterstreicht er. „Weil ich viel Kontakt zu Menschen habe und Dinge gestalten kann, ist dies die schönste Tätigkeit, die ich mir vorstellen kann. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass dieses Amt kein 8-Stunden-Job ist – aber genau das mag ich.“

Von unserem Redakteur Markus Lorenz
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