40.000
Aus unserem Archiv
Hunsrück

Kreistag Bad Kreuznach will eine Nationalpark-Kombi

Hand in Hand soll die Region über Landkreisgrenzen hinweg einen Nationalpark entwickeln. Das ist der Wille der großen Mehrheit des Kreistags Bad Kreuznach. Ein kleinerer Teil im nördlichen Soonwald, ein größerer Teil im Hochwald, dazwischen ein rund 20 Kilometer langer Verbindungsschlauch als Entwicklungskorridor – so sieht der Beschluss aus, auf dessen Basis man in den weiteren Interessensbekundungsprozess mit der Landesregierung eintreten will.

Hand in Hand soll die Region über Landkreisgrenzen hinweg einen Nationalpark entwickeln. Das ist der Wille der großen Mehrheit des Kreistags Bad Kreuznach. Ein kleinerer Teil im nördlichen Soonwald, ein größerer Teil im Hochwald, dazwischen ein rund 20 Kilometer langer Verbindungsschlauch als Entwicklungskorridor – so sieht der Beschluss aus, auf dessen Basis man in den weiteren Interessensbekundungsprozess mit der Landesregierung eintreten will.
Hand in Hand soll die Region über Landkreisgrenzen hinweg einen Nationalpark entwickeln. Das ist der Wille der großen Mehrheit des Kreistags Bad Kreuznach. Ein kleinerer Teil im nördlichen Soonwald, ein größerer Teil im Hochwald, dazwischen ein rund 20 Kilometer langer Verbindungsschlauch als Entwicklungskorridor – so sieht der Beschluss aus, auf dessen Basis man in den weiteren Interessensbekundungsprozess mit der Landesregierung eintreten will.
Foto: Werner Dupuis

Was mit 35 Ja- gegen zwei Neinstimmen bei sechs Enthaltungen beschlossen wurde, ist so etwas wie die Spitze des Eisbergs. Darunter bewegt sich die ganze Wucht der Argumente für und wider, der Monate währenden Debatten und Proteste, Ängste und Informationsdefizite.

All dies wurde am Montag im Kreuznacher Kreistag intensiv und ausführlich deutlich und mündete in Verwaltungs-, Fraktions- und Einzelmeinungen sowie einen ersten, weiterführenden Antrag der Sozialdemokraten: Sie wollten keinen Kompromiss, sondern einen Nationalpark allein im Soonwald. Dies wurde allerdings mit 26 Nein- gegen 13 Jastimmen bei fünf Enthaltungen klar abgelehnt.

So setzte sich in der zweiten Abstimmung der Kurs der Jamaika-Koalition durch, für den zuvor auch Landrat Franz-Josef Diel argumentiert hatte. Allerdings verkniff er sich auch nicht kritische Untertöne gegenüber dem Ministerium, das zu wenig Klarheit geschaffen und von Anfang an Naturschutz- und Wirtschaftsförderungs-Argumente vermischt habe. Zudem habe Mainz den bekannten Fahrplan des Kreises Bad Kreuznach durchkreuzt und Ende Mai mit dem Kreis Birkenfeld für die Region Hochwald vorzeitig den Eintritt in die zweite Phase vereinbart.

Diel machte klar: „Wir wollen kein Anhängsel sein, sondern wollen einen gemeinsamen Naturpark auf Augenhöhe.“ Die touristischen Angebote in beiden Landkreisen könnten sich wunderbar ergänzen, die Infrastruktur im Nationalpark und darum herum solle gleichmäßig entwickelt werden. Schließlich geht es bei dem Projekt auch um Fördermittel. Der Landrat: „Wenn wir uns jetzt in einen Konkurrenzkampf begeben, haben wir am Ende vielleicht gar nichts erreicht außer Zwist. Und als Landrat will ich Frieden.“

Frieden hatten die Park-Befürworter, das Regionalbündnis Soonwald-Nahe und die Landesforsten mit den bislang geharnischten Gegnern von den Soonwaldfreunden geschlossen. Diese können laut ihrem neuen Vorsitzenden Peter Link mit der Kompromissformel leben, auch wenn es quasi um die Entscheidung zwischen Pest und Cholera gegangen sei. „Aber gar kein Park wäre in unseren Augen die Kaiserlösung“, sagte Link.

Die favorisierte Flächenbegrenzung des Soonwald-Anteils am Kombipark von maximal 2000 bis 2500 Hektar wurde nicht in den Beschluss aufgenommen, um die weiteren Verhandlungen nicht zu belasten – bleibt aber der Wille.

Unwohl bleibt Politikern wie Park-Gegnern beim Gedanken an die realen Kosten. „Wie kann man den Bürgern eine Wurst hinhalten, die nachher gar keine ist, sondern Tofu?“, warnte Julia Klöckner (CDU) vor Illusionen.

Aus der Hochwaldregion kam gestern wenig Begeisterung für die Kreuznacher Idee des zweigeteilten Parks. Der Vorstand des Naturparks Saar-Hunsrück sprach sich klar gegen die dislozierte Lösung an zwei Standorten aus, die im westlichen Hunsrück auch „Kamel-Variante“ heißt. Hier wird unmissverständlich eine zusammenhängende Nationalpark-Lösung mit dem Saarland favorisiert. Der Birkenfelder Landrat Matthias Schneider (CDU) macht klar: „Wir haben keinerlei Interesse an einer Kombilösung mit dem Hochwald.“ Rainer Gräff

Boppard Simmern
Meistgelesene Artikel
Anzeige
Anzeige
Online regional

Bettina TollkampBettina Tollkamp
Chefin v. Dienst
Online
E-Mail

epaper-startseite
Anzeige
News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach