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Kirchberg: Sturmkatastrophe verursacht Defizit

Kirchberg – Einstimmig hat der Stadtrat Kirchberg die Forstwirtschaftspläne für 2011 verabschiedet.

Helmut Michel, Revierleiter im Stadtwald, berichtete bei der Vorstellung der Forstpläne vom „größten Schaden seit dem Sturm ,Wiebke' im Jahr 1990.“ In seinem Rückblick auf das ablaufende Forstwirtschaftsjahr war der Windwurf am 28. Februar das beherrschende Thema. „Xynthia“ sorgte für 9000 Festmeter Schadholz. Das entspricht dem sechsfachen des normalen Jahreseinschlags. Davon sind mittlerweile 8400 Festmeter wieder aufgearbeitet – und ein großer Teil des Holzes ist bereits verkauft. „Die Kunden haben uns das Holz quasi unter der Säge abgekauft“, berichtete Michel. Das einzig Positive: Es wurden sehr gute Holzpreise erzielt, was auf die anziehende Wirtschaft mit hoher Nachfrage nach dem Rohstoff Holz zurückzuführen sei, erklärte der Förster.

So gelang es, aus dem Verkauf des Holzes einen Erlös von rund 560.000 Euro zu erzielen. Nach Abzug der Werbungskosten verbleiben rund 350.000 Euro in der Kasse. Mit der Aufarbeitung des Sturmholzes und dessen Verkauf ist die Arbeit für die Forst-Mitarbeiter jedoch bei weitem nicht getan. Die Aufforstung der Flächen wird noch eine Weile dauern. 20 Hektar Kahlflächen stehen zur Wiederaufforstung an. Die Gesamtgröße des Stadtwaldes beträgt 280 Hektar. Somit wurden durch den Sturm Xynthia acht Prozent des Kirchberger Waldes zerstört. „Unsere Zielsetzung ist der Aufbau von stabilen, standortsgerechten Mischbeständen, die den momentanen Risiken (Sturm, Klimaveränderungen) nach heutigem Wissensstand am besten widerstehen“, erklärte Michel den Ratsmitgliedern. Die Fichte sei zwar nach den Sturmkatastrophen der zurückliegenden Jahre deutlich zurückgegangen, aber ein Verzicht auf die Fichte steht nicht zur Debatte. Stadtbürgermeister Udo Kunz wies darauf hin, dass die Einnahmequelle Wald für die Eigentümergemeinden unverzichtbar ist und man bei der Auswahl der Baumarten auch die wirtschaftlichen Aspekte nicht außer Acht lassen darf – auch wenn sich die Buche als besonders widerstandsfähig gegen Sturmkatastrophen und andere schädliche Einflüsse bewährt hat. Für 2011 stehen im Kirchberger Stadtwald folgende konkrete Maßnahmen an: Beseitigung von Schäden an der Infrastruktur. Das Wegenetz muss an vielen Stellen instand gesetzt werden, weil es durch die zahlreichen Einsätze von schweren Maschinen in Mitleidenschaft gezogen ist. Sieben Hektar der Kahlflächen sollen 2011 aufgeforstet werden. Ziel ist, in den kommenden drei Jahren die Windwurfschäden komplett aufzuarbeiten, so Michel. Die Kosten für die Aufforstung liegen zwischen 7000 und 10.000 Euro pro Hektar. Abhängig von der Baumartenwahl und den Preisen für die Jungpflanzen rechnet Helmut Michel mit geschätzten Gesamtkosten für die Aufforstung von 150.000 bis 180.000 Euro. Damit ergibt sich ein Defizit im Forsthaushalt von rund 35.000 Euro. „Xynthia wird uns noch eine Weile beschäftigen“, sagte Michel. Angesichts der vorgelegten Zahlen sei man noch mit einem blauen Auge davon gekommen, war die einhellige Meinung des Stadtrates.

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