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Rhein-Hunsrück

Erntebilanz: Landwirte im Kreis sind insgesamt zufrieden

Werner Dupuis

Wochenlange Hitze und Trockenheit schlagen bei der diesjährigen Erntebilanz der heimischen Landwirtschaft zu Buche. Aktuell das größte Problem ist die Futterknappheit bei den Milchviehbetrieben und bei den Rindviehhaltern. Im Gegensatz zu vielen Kollegen bundesweit, die erhebliche Einbußen verzeichnen, sind die heimischen Landwirte bei der diesjährigen Getreide- und Rapsernte noch mit einem blauen Auge davongekommen.

Die Maisernte ist im vollen Gange. Mit Maishäckslern von Lohnbetrieben werden die Felder – wie auf unserem Foto bei Wahlbach – abgeerntet. Der gehäckselte Mais findet Verwendung in Biogasanlagen und als Kraftfutter in den Ställen von Milchviehbetrieben.
Die Maisernte ist im vollen Gange. Mit Maishäckslern von Lohnbetrieben werden die Felder – wie auf unserem Foto bei Wahlbach – abgeerntet. Der gehäckselte Mais findet Verwendung in Biogasanlagen und als Kraftfutter in den Ställen von Milchviehbetrieben.
Foto: Werner Dupuis

Als „durchschnittlich und zufriedenstellend“ beschreibt Wilfried Berg, Vorsitzender des Bauern- und Winzerverbandes Rhein-Hunsrück, das diesjährige Erntegeschehen. Allerdings haben lokal unterschiedliche Regenmengen selbst innerhalb einer Gemarkung zu ganz verschiedenen Wachstumsbedingungen geführt, die zu unterschiedlichen Erträgen führten. Das Minus an der Menge wird aber durch steigende Preise bei den Vermarktern ausgeglichen.

Der konstant anhaltende Sommer habe aber auch seine guten Seiten gehabt, betonte Berg. Völlig entspannt sei die Ernte 2018 gelaufen. Zug um Zug und ohne Hektik konnten die Mähdrescher eingesetzt werden. Sehr gut sei die Braugerste – das Lieblingsgetreide vieler Hunsrücker Landwirte – mit der Wettersituation zurechtgekommen.

Bauern profitieren von höheren Preisen

Erhebliche Ernteausfälle in Nord- und Ostdeutschland verbunden mit minderen Qualitäten, die nur noch zum Futtergetreide reichten, hätten zur Verknappung des Angebots für die Bierbrauer geführt. Davon würden jetzt die heimischen Bauern dank höherer Preise profitieren. Auch der Mais habe den Sommer relativ gut überstanden. Bis Ende Juni hatte er sein Wuchspotenzial optimal entwickelt. Originalton Berg: „So einen tollen Mais habe ich noch nie auf dem Hunsrück gesehen“. Doch danach sei es zu einem „Wachstumsknick“ gekommen.

Die Maisernte läuft in diesen Tagen auf Hochtouren. Die teuren Maishäcksler werden von Lohnunternehmen bereitgestellt. Im Gegensatz zu anderen Regionen mit erheblichen Einbußen lägen die Erträge auf Rhein-Hunsrücker Feldern aber immer noch im akzeptablen Rahmen.

Erhebliche Probleme bereitet die Versorgung bei den Vieh haltenden Betrieben. Berg weiß, wovon er spricht. Mit seinem Sohn bewirtschaftet der Agraringenieur in Argenthal den Kauerhof, einen Vollerwerbsbetrieb mit rund 180 Milchkühen im modernen Boxenlaufstall.

Futterknappheit macht sich bemerkbar

Die Futterknappheit sei bereits deutlich zu spüren. Auf vielen Höfen würden die Tiere jetzt das Futter bekommen, das eigentlich für die langen Wintermonate vorgesehen war. Die Weiden seien aber so vertrocknet, dass die dort grasenden Rindviecher zusätzliches Futter bekommen. Zum Glück seien sowohl der erste als auch der zweite Grasschnitt im Frühjahr von Qualität und Quantität recht gut gewesen. Die Vorräte für die Milchkühe in seinem Betrieb reichten wohl bis zum nächsten Frühjahr. Beim Rindvieh seien die Aussichten bedeutend schlechter. Hier würde jetzt schon Stroh dem Raufutter beigemischt. Wie alle seine Berufskollegen schaut Berg täglich in seine Wetter-App und sehnt sich nach Regen. „Wir brauchen dringend Wasser von oben, aber keine Gewitter und Platzregen, sondern einen Landregen, am besten über mehrere Tage“, sagt er.

Sorgen bereiten Berg der Zustand der Wiesen und Weiden. Die Grasnarbe habe in den vergangenen Wochen durch die Dauertrockenheit erheblich gelitten und sei nachhaltig geschädigt. Die wahren Ausmaße würden allerdings erst im Frühjahr 2019 zu Tage treten. Der Klimawandel stellt die Landwirtschaft vor neue Herausforderungen. Neue Sorten und frühere Saattermine seien Möglichkeiten, um das Wetterrisiko zu minimieren.

Von unserem Reporter Werner Dupuis

Gerste ist am häufigsten

Auf 17.675 Hektar wird im Rhein-Hunsrück-Kreis Getreide angebaut. Gerste ist mit 9.110 Hektar die wichtigste Getreideart. Es folgen Weizen mit 6.974 Hektar, Triticale mit 1293 Hektar, Hafer mit 250 Hektar und Roggen mit 48 Hektar.

Mais wächst auf 1.072 Hektar. Dauergrünland schlägt laut Zahlen der Kreisverwaltung mit 11.236 Hektar zu Buche. wd
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