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Kreis Neuwied

Wirtgen-Deal vor dem Abschluss: Kommt Deere-Großaktionär Bill Gates nach Windhagen?

Michael Fenstermacher

Kommt Bill Gates nach Windhagen? Was zunächst nach der Fantasie eines Büttenredners im Wenter Karneval klingt, ist laut Gerüchten, die am Sitz der Wirtgen GmbH herumschwirren, nicht vollkommen unwahrscheinlich. Denn demnach soll der US-Landmaschinenhersteller John Deere, der die Wirtgen-Gruppe bekanntermaßen zum Preis von 4,4 Milliarden Euro erworben hat, für Anfang Dezember eine Aktionärsversammlung in Windhagen vorbereiten – und der als reichster Mensch der Welt geltende Softwaremogul ist laut US-Wirtschaftsmedien der größte Anteilseigner von John Deere.

Am Unternehmenssitz von Wirtgen in Windhagen stehen die Zeichen auf Wandel.  Foto: Michael Fenstermacher
Am Unternehmenssitz von Wirtgen in Windhagen stehen die Zeichen auf Wandel.
Foto: Michael Fenstermacher

Offiziell bestätigt sind diese Spekulationen bislang allerdings nicht, und falls sie zutreffen sollten, bleibt dahingestellt, ob Großaktionär Gates tatsächlich persönlich in den Westerwald kommen würde. Doch die Anzeichen verdichten sich, dass das langwierige kartellrechtliche Verfahren zur Prüfung der Fusion kurz vor dem Abschluss steht und die Übernahme damit bald endgültig vollzogen werden kann: Der 1. Dezember oder der 1. Januar sollen als sogenanntes „closing date“ im Raum stehen. Ab diesem Zeitpunkt ziehen sich die bisherigen Inhaber Stefan und Jürgen Wirtgen vollständig aus dem Unternehmen zurück. Besonders aufwendig ist die Kontrolle des Zusammenschlusses offenbar deshalb, weil aufgrund der weltweiten Präsenz beider Unternehmen Kartellbehörden rund um den Globus eingebunden sind. Das Sagen hat in Windhagen künftig Deere-Manager Domenic Ruccolo, der die Position eines Senior Vice President bekleidet und Vertrieb und Marketing sowie die weltweite Bau- und Forstwirtschaftssparte verantwortet. Nach RZ-Informationen bereitet Ruccolo bereits seit einiger Zeit mit einem kleinen Team die Übernahme vor.

In der Region herrscht unterdessen weiterhin Optimismus, dass die Windhagener Erfolgsgeschichte auch nach dem Tag X weitergeht und die beiden Partner Deere und Wirtgen gut zueinander passen, so auch im Asbacher Rathaus. Aus Sicht des künftigen Bürgermeisters Michael Christ erweitert der Weltkonzern mit Sitz im US-Bundesstaat Illinois mit Wirtgen nicht nur um eine florierende Straßenbausparte – ein Geschäftsbereich, in dem Deere bislang kaum vertreten ist –, sondern profitiert auch vom weltweiten Vertriebsnetz der Firmengruppe. „Überall, wo Wirtgen bereits Fräsen verkauft, kann Deere nun auch einfacher seine Landmaschinen absetzen“, meint Christ, der mit Statthalter Ruccolo bereits in Kontakt steht.

Ganz angetan sei der Manager dabei von einer Idee gewesen, die der künftige Verwaltungschef ins Gespräch gebracht hat: Nämlich, dass die VG Asbach eine Städtepartnerschaft mit Moline, dem Unternehmenssitz von Deere, eingehen könnte. Zunächst gibt es jedoch in dieser Woche bei einem Treffen zwischen Firmenvertretern und Windhagener Kommunalpolitikern Handfestes zu klären: Thema ist der Plan, einen Mitarbeiterparkplatz vor der Hauptverwaltung zu bauen, der nicht von allen Ratsmitgliedern gutgeheißen wird.

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Michael Fenstermacher

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