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    Niederbreitbach

    Wiedtal wird für Radwegbau nur noch 10 statt 30 Wochen gesperrt

    Für den Ausbau der L 255 und den Lückenschluss des Wiedtalradwegs vom Holzlagerplatz bis zur Laubachsmühle plant der Landesbetrieb Mobilität (LBM) nicht mehr mit 30 Wochen Vollsperrung, sondern nur noch mit 10. Das war die wichtigste Botschaft für annähernd 150 interessierte Bürger, die der Einladung zum Info-Abend nach Niederbreitbach gefolgt waren.

    Foto: Jörg Niebergall

    Von unserem Redakteur Ralf Grün

    Was die nach massivem Protest auf den Weg gebrachte Alternativplanung vorsieht, erläuterte Projektleiter Andreas Jackmuth: Im Hinblick auf möglichst wenig Vollsperrungszeiten verlängert sich die Bauzeit von 30 auf 70 Wochen. Heißt: Das Vorhaben ist nicht vor 2014 abgeschlossen. Und es wird für das Land teurer. Um wie viel, steht noch nicht fest. Drei Bauabschnitte sind geplant, letztlich auch, um die Strecke für den Ampelverkehr im Rahmen zu halten. Bereits im Dezember dieses Jahres geht das 3,2-Millionen-Vorhaben laut Jackmuth in die Ausschreibung. Die Sichtung der Angebote erfolgt im Februar, die Vergabe der Aufträge einen Monat später. Den eigentlichen Baubeginn hat der LBM für den 24. Juni, zwei Wochen vor Ferienbeginn, festgesetzt. Von da an wird die L 255 auch gleich komplett gesperrt sein – und zwar für acht Wochen. Grund: Die Kuppe mitsamt der gefährlichen Kurve kurz nach dem Holzlagerplatz wird dann abgetragen. Zeitgleich wird auch die Querung eines Bachlaufs entstehen. „Was diese Arbeiten betrifft, kommen wir um eine Vollsperrung nicht umhin“, erklärte Jackmuth. Dafür kann der weitere Ausbau der Straße mit einseitiger Verkehrsführung laufen. Das trifft auch auf den Radweg zu, der später in je zwei Abschnitten wie auf einem Balkon (Kragplatten) unmittelbar neben der Straße und auf dem Wiedvorland verläuft.Weitere Vollsperrungen sind nötig, wenn die Fahrbahndecken „gefahren“ werden. Das soll aber an Wochenenden passieren, wenn Einschränkungen am ehesten zu verkraften sind.

    Der Landesbetrieb Mobilität (LBM) verfolgt dabei ehrgeizige Ziele: Beim Bau des fehlenden Stücks des Wiedtalradwegs und dem dazugehörigen Ausbau der L 255 bis zur Laubachsmühle sollen mehrere Baukolonnen zugleich und das mitunter in zwei Schichten arbeiten, um den gesteckten Zeitplan bis 2014 einhalten zu können – und die Zeit der Vollsperrungen auf höchstens zehn Wochen zu reduzieren. „Kann nicht funktionieren“, kam prompt der Einwand aus den Reihen der aufmerksam lauschenden Bürger im Niederbreitbacher Dorfgemeinschaftshaus.

    Warum nicht, das lieferten sie umgehend nach: „Ich höre immer 16-Stunden-Tage, welche Baufirma kann das denn leisten? Zumal Zulieferer da gar nicht mitspielen. Bei denen fällt nach acht Stunden der Hammer, ebenso wie in Baustoffmärkten. Und wenn kein Material angeliefert wird, dreht sich kein Rad mehr auf der Baustelle.“

    Bernd Cornely, Leiter des LBM in Cochem, sprach von einer „spannenden Herausforderung“. Er erläuterte: „Dass wir uns hier hohe Ziele stecken, ist klar.“ Und er zeigte sich gewillt, diese zu erreichen. Wie, erklärte er so: „Das ist für uns keine Nullachtfünfzehn-Baustelle. Schon an die Ausschreibung werden wir hohe Maßstäbe anlegen und nicht nur den Preis, sondern auch den technischen Wert des Angebotes ins Kalkül ziehen. Da ist klar, dass nur die Unternehmen zum Zug kommen, die das hohe Anforderungsprofil auch erfüllen können.“ So plant der LBM unter anderem, die Bauzeit vertraglich zu fixieren.

    Nach den Risiken hinsichtlich Bau und Finanzierung fragte ein anderer Bürger. Cornely dazu: „Es wäre fahrlässig zu behaupten, wir könnten alle Baurisiken und Verzögerungen im Verfahren ausschließen.“ Überraschungen könnten etwa in der Beschaffung des Bauuntergrundes lauern. Da liegt zwar ein Gutachten vor, allerdings liefere das nur einen Blick durchs Schlüsselloch. Deshalb werde der LBM darauf verzichten, die Unternehmen mit Klauseln unter Druck zu setzen. Gleichwohl strebe man einen reibungslosen Ablauf an.

    Was die Finanzierung angeht, erklärte Cornely: „Das Vorhaben ist im Landeshaushalt finanziert, also wird es auch abgewickelt – und zwar unabhängig davon, ob es am Ende teurer wird als geplant.“ Die Risiken sind aus seiner Sicht kalkulierbar und beherrschbar.

    Davon abgesehen brannten den Bürgern Fragen auf den Nägeln wie die nach einer Anbindung von Datzeroth an den ÖPNV für die Zeit der Vollsperrung. Eine Regelung muss da laut Landrat Rainer Kaul zwar erst noch mit den Verkehrsbetrieben besprochen werden, „uns war aber klar, dass wir hier Geld in die Hand nehmen“.

    Cornely bot schließlich regelmäßige Mitteilungen und Baustellengespräche an. Harald Schmidtke und Mike Kraus von der Bürgerinitiative „Radweg ja – Vollsperrung nein!“, die den Stein ins Rollen gebracht hatten, bewerteten die Infoveranstaltung durchweg positiv. Und auch Landrat Kaul ergriff noch einmal das Wort, um so etwas wie Aufbruchstimmung zu erzeugen: „Wir alle wollen den Radweg, lassen Sie uns also davon ausgehen, dass intensiv geplant worden ist, und der LBM alles für eine gelungene Umsetzung tut.“

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