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Kreis Neuwied

Weihnachten: Besser keine Tiere verschenken

Ein süßer Hundewelpe zu Weihnachten – immer noch stehen Tiere auf den Wunschzetteln von Kindern ganz oben. Doch ob Eltern diesem Wunsch nachkommen, das sollten sie sich ganz genau überlegen.

Von unserer Redakteurin Christina Nover

Darauf weist der Tierschutzverein Neuwied und Umgebung e.V. im Vorfeld der Feiertage hin. "Wer sich ein Tier anschafft, der sollte sich Gedanken darüber machen, ob er sich wirklich gut um das Tier kümmern kann – das gilt das ganze Jahr", sagt der Erste Vorsitzende, Jürgen Brüggemann.

An sich würde zwar nichts dagegen sprechen, ein Tier zu verschenken – aber eben mit der entsprechenden Vorarbeit. "So ein Tier ist ja auch gut für ein Kind, um ihm beizubringen, was es bedeutet, Verantwortung zu übernehmen", findet Brüggemann. Eltern sollten sich aber immer bewusst sein, dass gerade jüngere Kinder überhaupt nicht dazu in der Lage sind, diese Verantwortung voll zu tragen und dass sie deshalb oft selbst gefragt sind. Das gelte auch für Kleintiere.

Kleintierhaltung wird unterschätzt

Hier sieht Brüggemann das größte Problem beim Schenken: "Bei Hunden ist den meisten klar, dass diese viel Arbeit mit sich bringen. Das Halten von Meerschweinchen oder Kaninchen, die sehr viel Zuwendung brauchen, wird hingegen häufig unterschätzt", so der Sprecher des Tierschutzvereins. Brüggemann weist auch daraufhin, dass Hasen eigentlich Fluchttiere sind und man ihnen nichts Gutes tue, wenn sie zu Schmusetiere stilisiert werden.

Egal, was für ein Tier, vor dem Kauf sollten ausreichend Informationen eingeholt werden. Über die artgerechte Haltung, die Anforderungen und Aufgaben, die mit der Tierhaltung einhergehen. Generell glaubt Brüggemann jedoch, dass die Aufklärungsarbeit der vergangenen Jahre Früchte trägt. Zumindest im Tierheim Neuwied sei nicht zu spüren, dass massenweise fellige Weihnachtsgeschenke abgegeben werden. Auch das Gegenteil sei nicht der Fall: "Es ist nicht feststellbar, dass Leute vor Weihnachten vermehrt zu uns kommen." Allerdings hat Tierheimleiterin Sabine Bertgen dem auch mehr oder weniger den Riegel vorgeschoben: 14 Tage vor und nach Weihnachten werden keine Tiere rausgegeben: "So ein Einzug in ein neues Heim ist sowieso schon Stress, aber während der Festtage und Silvester noch viel mehr", so Bertgen.

Weihnachten ist purer Stress für Tiere

Das gilt genauso für die süßen Tierkinder, die sich Leute bei Züchtern oder Tierhandlungen besorgen. Bertgen weiß, dass Tiere mit dem Trubel, der rund um Weihnachten herrscht, schlecht umgehen können: "Sie werden dauernd angefasst, herumgereicht und wehe sie pinkeln dann aus Angst irgendwo hin." Wer dem Tier etwas Gutes tun will, erspart ihm das Ganze.

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