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    Weihbischof zur Synode: Dekanat Rhein-Wied ist auf gutem Weg

    Die Ärmel sind hochgekrempelt, der Terminkalender ist voll bis oben hin – Weihbischof Jörg Michael Peters hat viel zu tun. Seit dem 8. Mai ist er im Dekanat Rhein-Wied auf Visitation, spricht mit den pastoralen Mitarbeitern und ihren Teams in den Pfarreien, hält Bischofsmessen und informiert sich über die Entwicklungen vor Ort. Dabei geht es oft um ein Thema: die Synode und ihre Auswirkungen.

    Weihbischof Jörg Michael Peters ist momentan auf Visitation im Dekanat. Hier im Gespräch mit Thomas Darscheid und Margit Ebbecke.  Foto: Nover
    Weihbischof Jörg Michael Peters ist momentan auf Visitation im Dekanat. Hier im Gespräch mit Thomas Darscheid und Margit Ebbecke.
    Foto: Nover

    Seine Einschätzung: „Hier im Dekanat sind sie auf einem guten Weg. Das Thema Synode wird wahr- und ernst genommen.“ Verschiedene Prozesse seien schon im Gange. Und er stellt fest: „Die Stadt tut sich da leichter als die dörfliche Struktur.“

    Wo Zweifel und Ängste aufkommen, versucht der Bischof klarzumachen, dass die Lebendigkeit der Dorfgemeinschaft durch die Synode nicht zerstört wird. Doch es müsse sich etwas verändern: „Nur zehn Prozent der Christen nehmen regelmäßig am kirchlichen Leben teil. Was ist mit den restlichen 90 Prozent? Das sind auch Suchende und Fragende, denen wir mit unserer Erfahrung helfen können.“

    Hauptdiskussion dreht sich nicht um Grenzziehung

    Peters hat auf seiner Reise erfahren, dass noch großer Gesprächsbedarf herrscht. Um die Grenzziehung dreht sich die Hauptdiskussion allerdings nicht, wie auch Dechant Thomas Darscheid betont. Die Menschen beschäftigt eher, wie das große Konstrukt schließlich mit christlichem Leben gefüllt wird. „Wir befinden uns noch in der Resonanzphase. Wir hören Befürchtungen, Sorgen, aber auch Ermutigungen.“ Dekanatsreferentin Margit Ebbecke fasst zusammen: „Da sind die jungen Menschen, die froh sind über Impulse und die sich freuen, dass sich etwas tut, und die älteren, die befürchten, das zu verlieren, mit dem sie alt geworden sind“

    Die katholische Kirche müsse sich verändern, um zukunftsfähig zu bleiben. „Eine Predigt, eine Musikrichtung, eine Schablone für alle, das geht nicht mehr heutzutage, wo die Menschen genau auswählen, wie sie ihre rare Freizeit verbringen wollen“, so Ebbecke. Kirche müsse wieder attraktiver werden. Peters nennt positive Beispiele wie die Neuwieder Musikkirche-Live, Evensongs oder den Werkstattgottesdienst, der regelmäßig in Waldbreitbach von Ehrenamtlichen zu einem bestimmten Thema organisiert wird.

    Zielgruppenorientierte Angebote

    Er hält es auch für sinnvoll, dass es in Zukunft an verschiedenen Orten in der neuen Groß-Pfarrei zielgruppenorientierte Angebote gibt. Dies könnte beispielsweise eine Jugendkirche sein, oder Gottesdienste, in denen Familien mit kleinen Kindern keine Sorge haben müssen, ältere Besucher zu stören. Auch die Art und Weise wie im Gottesdienst gesprochen und gebetet wird, müsse überdacht und den Zielgruppen angepasst werden, sagt der Bischof.

    Einen Unterschied zwischen den verschiedenen Generationen erkennt er darin, dass die älteren alles gerne vor Ort haben wollten, während junge Menschen auch bereit seien, Wege in Kauf zu nehmen. Und Peters versucht zu beruhigen: „Kirche wird vor Ort ansprechbar bleiben.“ Schließlich bleibe auch das Personal erst mal vorhanden, werde nur gegebenenfalls anders eingesetzt. Ziel sei es, dass Seelsorger wieder mehr Zeit für die Seelsorge hätten. Er spricht in diesem Zusammenhang von überkommenen Strukturen, die „zum Ballast geworden sind“, und bezieht sich dabei unter anderem auf die Aufgaben der vielen Verwaltungsräte.

    Sonntägliche Eucharistiefeier nicht nur in Neuwied

    Vernetzung soll dafür sorgen, dass jeder weiß, wo er das, was er für das Ausleben seines Glaubens braucht, finden kann. Der kürzlich aktualisierte Sozialatlas, der für das Dekanat herausgegeben wurde, sei eins dieser Hilfsmittel. Der Weihbischof versucht klarzumachen: „Kirchliches Leben in Gänze in jeder Gemeinde können wir nicht mehr tragen.“ Die sonntägliche Eucharistiefeier wird es deshalb aber in Zukunft nicht nur in Neuwied geben, sondern auch in der Fläche – aber eben nicht mehr jede Woche in jeder Kirche.

    Und Margit Ebbecke findet deutliche Worte zur Synode: „Maximal fünf Prozent der Katholiken bekommen bisher 100 Prozent der Zuwendung. Es geht darum, zu teilen und Ressourcen für den Rest frei zu machen.“

    Weitere Infos zu den Ergebnissen der Synode: www.bistum-trier.de/heraus-gerufen

    Von unserer Redakteurin Christina Nover

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