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    Thalhausen

    Wegen Biogasanlage? Angler entsetzt über Verseuchung des Thalhausener Weihers

    Entsetzen bei den Mitgliedern des Angelsportvereins (ASV) Thalhausen: Wegen der mutmaßlich durch die neue Biogasanlage in Anhausen hervorgerufenen Verschmutzung der Burbach-Quelle mit Mais-Gärsaft hat im Weiher des ASV ein Fischsterben eingesetzt.

    Der Verein hat bereits Strafanzeige gegen Unbekannt wegen Gewässerverunreinigung gestellt. Darüber hinaus befürchtet die Arge Saynbach, dass auch ihr bislang sehr erfolgreiches Lachsprojekt gefährdet ist.

    Die genauen Schäden kennen die Angler allerdings nicht. Wie ASV-Vorstandsmitglied Armin Neuß erklärt, sinkt der Großteil der toten Fische einfach auf den Boden des Weihers. Dennoch haben er und seine Kollegen reichlich erstickte Tiere von der Wasseroberfläche geborgen. Der langjährige Gewässerwart Dieter Fiedler hat beispielsweise eine 63 Zentimeter lange Bachforelle aus dem Wasser gezogen – „ein seltenes Stück für unsere Gegend“, wie er betont.

    "Wahrscheinlich alle tot"

    Insgesamt hatte der Verein zu den schon vorhandenen Tieren erst vor rund acht Wochen fünf Zentner Fisch zur Überwinterung in den Weiher eingesetzt. Die sind, wie ASV-Gründungsmitglied Dieter Hader befürchtet, „wahrscheinlich alle tot“. Und als Überwinterungsteich sei der Weiher darüber hinaus auf lange Sicht auch nicht mehr zu gebrauchen.
    Denn wie die Angler sagen, läuft weiter verunreinigtes Wasser in den Teich. „Der Boden ist ganz einfach verseucht“, meint Armin Neuß, der auch bereits festgestellt hat, dass kräftig Abwasserpilze wachsen.
    Derweil fürchtet die Arbeitsgemeinschaft (Arge) Saynbach um ihr bislang sehr erfolgreiches Lachsprojekt. „Ich habe größte Bedenken, dass diese Brühe in das Saynbachsystem gelangt“, sagt der 1. Vorsitzende Stefan Herkenroth, der einen klaren Verstoß gegen das Tierschutzgesetzt sieht. „Ich habe schon viel erlebt, aber noch nicht, dass hier über zehn Tage Tiere verrecken“, schimpft er. Seiner Meinung nach hätten nach Bekanntwerden der Verschmutzung sofort Berufsfischer engagiert werden müssen, die den Weiher professionell mit einem Netz leeren und damit die noch lebenden Tiere retten.

    Teich wird Jahre brauchen, sich zu erholen

    Den Männern des ASV Thalhausen, die dies versucht haben, macht er keinen Vorwurf. „Das sind Freizeitfischer, die hier viel Zeit und Geld investieren. Sie haben alles getan“, betont Herkenroth und bestätigt, „dass die Bemühungen des Vereins auf Jahre zurückgeworfen sind“. Denn auch die Fischnährtiere seien aller Wahrscheinlichkeit nach tot. Und diese könne man nicht nachkaufen. „Der Teich wird Jahre brauchen, sich zu erholen“, folgert er.
    Das ist es auch, was Ex-Gewässerwart Fiedler „entsetzt und schockiert“ – genauso wie die Verunreinigung der Burbachquelle. Denn die hat für die Thalhausener eine besondere Bedeutung, versorgte sie den Ort doch früher mit Trinkwasser. Auch wenn das nicht mehr der Fall ist, so berichtet Hader, dass das Wasser eine hervorragende Qualität hatte. „Es war so gut, dass Kollege Rudi Leyndecker selbst Bach- und Regenbogenforellen brüten konnte. Das kann er jetzt ganz sein lassen.“
    Und der erklärte Gegner der Biogastechnologie, der betont, in diesem Fall nur für sich zu sprechen, schimpft auf die Anlage in Anhausen: „Man ist nicht schlau geworden aus ähnlichen Unfällen“, wettert er. Genauso erinnert Armin Neuß, der auch dem Thalhausener Gemeinderat angehört, dass „stärkste Bedenken“ gegen den Bau der Anlage hervorgebracht wurden. „Aber wir hatten ja keine Stimme, weil die Entscheidung in Anhausen gefallen ist“, klagt er.
    Gleichzeitig fragt er sich, ob die vorgebrachten Bedenken wegen des Bachs überhaupt berücksichtigt worden sind. „Wenn nicht, dann war das grob fahrlässig“, ist er sicher. Ähnliches gilt für die Zeit nach dem Unfall. „Die einzigen, die etwas gemacht haben, waren die Verbandsgemeindewerke. Sonst ist nichts passiert“, berichten sie und schütteln mit dem Kopf.

    Von unserem Redakteur Ulf Steffenfauseweh


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