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Kreis Neuwied

Waldbrandgefahr: Großfeuerwerk in Asbach ist bereits abgesagt – Was wird aus "Wied in Flammen"?

Ralf Grün

Dem kurzen Regenintermezzo am Mittwoch folgen nun wieder heiße und trockene Tage, Tendenz gleichbleibend. Somit wird sich am derzeit geltenden Waldbrandgefahrenindex 4 so schnell nichts ändern, sagt Kreisfeuerwehrinspekteur Werner Böcking im Gespräch mit unserer Zeitung. Das führte bereits dazu, dass Ausrichter von Weinfesten an der Mosel ihre Feuerwerke absagen mussten. Damit verlieren die Feste einen wichtigen Teil, der ihren Reiz ausmacht. Das würde erst recht für Rhein in Flammen in Koblenz, das Fest der 1000 Lichter in Andernach am Samstag, die Kirmes in Asbach an diesem Wochenende und wohl auch noch für „Wied in Flammen“ am dritten Augustwochenende gelten.

Tausende zieht es im August nach Waldbreitbach zu „Wied in Flammen“. Das Feuerwerk 2018 steht und fällt mit der Waldbrandgefahr. Foto: Archiv Niebergall
Tausende zieht es im August nach Waldbreitbach zu „Wied in Flammen“. Das Feuerwerk 2018 steht und fällt mit der Waldbrandgefahr.
Foto: Archiv Niebergall

Fest steht jedenfalls: Ab Stufe 4 im Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes kann die Genehmigung für Feuerwerke entzogen werden. Anders als beim Gefahrenindex 5 bleibt dann den zuständigen Behördenstellen immer noch ein Entscheidungsspielraum. „Allerdings ist aktuell im Kreis Neuwied schon jetzt jegliches Feuerwerk verboten“, erklärt Werner Böcking. Schlechte Karten für Asbach und Waldbreitbach?

In Asbach herrscht bereits Gewissheit: Ortsbürgermeister Franz-Peter Dahl und das Ordnungsamt der Verbandsgemeindeverwaltung haben sich darauf verständigt, das Großfeuerwerk am Kirmesmontag abzusagen – sollten nicht doch noch ergiebige Niederschläge die Lage grundsätzlich ändern. Dahl geht mit Blick auf die Wettervorhersage jedoch davon aus, dass es kein Feuerwerk geben wird. „Die Waldbrandgefahr ist einfach zu groß. Für uns ist das aber nicht neu, vor ein paar Jahren mussten wir schon einmal das Feuerwerk absagen“, kommentiert er nüchtern. Dahl geht davon aus, dass die Kirmesbesucher die Absage genauso verständnisvoll hinnehmen, wie sie es in der Vergangenheit schon getan haben.

Mit dem Feuerwerksunternehmen will sich die Ortsgemeinde noch besprechen, ob das Feuerwerk nicht anlässlich des „Strandbadfestes“ am ersten Septemberwochenende nachgeholt werden kann. „So wird der Verdienstausfall für das Unternehmen nicht so ins Gewicht fallen und unser Strandbadfest bekommt einen schönen Höhepunkt“, stellt der Ortsbürgermeister zumindest in Aussicht.

Die Junggesellen in Waldbreitbach gehen derzeit davon aus, dass sie ihr Feuerwerksspektakel vor Tausenden von Besuchern anbieten können. Der 2. Vorsitzende Alexander Spieß sagt: „Wir haben mit dem Pyrotechniker bereits besprochen, dass wir alternativ auch ein kleineres Feuerwerk zünden könnten.“

Ob das so sein wird oder gar das Großfeuerwerk möglich wird, hängt entscheidend vom Wetter ab. Wie die RZ von Dirk Hammes vom Ordnungsamt der Verbandsgemeinde Rengsdorf-Waldbreitbach erfuhr, setzen sich Veranstalter, Pyrotechniker, Forstamtsvertreter und Spitzen der Feuerwehr am heutigen Samstag zusammen, um die Lage zu besprechen. Das Forstamt ist vor allem deshalb mit von der Partie, weil es mitentscheidet, wann immer es um Sicherheitsabstände zum Wald geht. Das letzte Wort wird wohl frühestens gut eine Woche vor „Wied in Flammen“ gesprochen. „Für uns wäre es schon ein harter Schlag, wenn das Feuerwerk komplett ausfallen würde“, sagt Alexander Spieß.

Kreisfeuerwehrinspekteur Werner Böcking weiß ebenso wie Dirk Hammes, dass viele Besucher eigens wegen „Wied in Flammen“ die Kirmes in Waldbreitbach besuchen. Eine Absage würde bei den Junggesellen schwer ins Kontor schlagen. Deshalb wollen die Behörden das Feuerwerk im vertretbaren Rahmen möglich machen. „Bleibt die Wetterlage so, müssen wir uns Gedanken machen, wie wir die Sicherheitslage in den Griff bekommen können“, sagt Böcking. Denkbar ist zum einen, dass der Pyrotechniker seine Abschussvorrichtungen so aufbaut, dass der Abstand zum Wald ausreichend groß ist. Zudem müsste die Feuerwehr wie schon mehrfach in Waldbreitbach praktiziert, die Bäume und Wiesen im Umkreis des Abschussplatzes mit Wasser feucht halten und regelmäßige Kontrollgänge sicherstellen.

Diese Praxis hilft auch, um das Feuerwerk beim Fest der 1000 Lichter in Andernach zu retten. Laut Veranstalter wird es auf jeden Fall über die Bühne gehen.

Von unserem Redakteur Ralf Grün

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