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Heimbach-Weis

Veilchendienstagszug: Heimbach-Weiser Karnevalisten wollen keine Live-Übertragung mehr

Ulf Steffenfauseweh

Zumindest nach rheinischen Maßstäben war es schon eine gute alte Tradition, dass der SWR den Veilchendienstagszug in Heimbach-Weis live und in voller Länge überträgt. Doch das ist vorbei: Die Karnevalisten wollen kein TV mehr – oder zumindest nicht zu den vom Fernsehen gestellten Bedingungen. Eine Anfrage des Südwestrundfunks aus dem Sommer ließen sie daher verstreichen.

Eine feste Kamera rechts, ein mobiler Kameramann links und ein Wagen, der wartet: Solche Bilder wird man im Heimbach-Weiser Zug nicht mehr sehen, jedenfalls nicht für eine TV-Liveübertragung.
Eine feste Kamera rechts, ein mobiler Kameramann links und ein Wagen, der wartet: Solche Bilder wird man im Heimbach-Weiser Zug nicht mehr sehen, jedenfalls nicht für eine TV-Liveübertragung.
Foto: Jörg Niebergall (Archiv)

„Wir haben ihnen gesagt, dass wir eigentlich nicht wollen, aber noch einmal drüber sprechen und uns dann gegebenenfalls melden. Das haben wir nicht getan“, teilt Michael Bleidt auf RZ-Nachfrage mit. Denn wie der Vorsitzende der Karnevalsgesellschaft 1827 Heimbach weiter ausführt, hat es in der Vergangenheit unter Zugteilnehmern wie Zuschauern einigen Unmut gegeben. „Es war für uns als KG immer ein riesiger Aufwand. Den hätten wir auch weiter hingenommen. Aber entscheidend war, dass das Fernsehen den reibungslosen Zugverlauf gestört hat“, begründet er: Die Gruppen wurden gebremst, um besser gefilmt werden zu können. Das führte zu einem Ziehharmonikaeffekt: Hinter dem TV-Standort nahe der Sparkasse kam es zu größeren Lücken im Zug, davor staute es sich.

In einem Jahr gipfelte es darin, dass der SWR sogar den Prinzenwagen anhielt, weil noch Restsendezeit gefüllt werden musste. „Das geht einfach nicht“, findet Bleidt und erzählt, dass es deshalb auch bei der späteren Mitgliederversammlung reichlich Ärger gab. „Wir mussten uns einiges anhören“, sagt er und berichtet – mit dem, Schmunzeln des Jecken – dass Begriffe wie „fernsehgeile Affen“ fielen. Auch etliche der mehr als 30.000 Zuschauer am Wegesrand hätten mittlerweile das Gefühl gehabt, dass der Zug fast nur noch für das Fernsehen gemacht wird.

Einen Standortwechsel hin zum Weiser Marktplatz habe der SWR abgelehnt, obwohl der nach Meinung der Narren schöner ist. Aber das Sende-Zeitfenster passt nicht. Der Zug wäre an dieser Stelle nicht zum gewünschten Zeitpunkt komplett vorbeigezogen gewesen.

Unter dem Strich war daher die Entscheidung klar. „Unsere Intention war, dass wir überregionale Werbung bekommen, damit die Leute sehen, wie toll es in Heimbach-Weis ist und herkommen. Das hat auch eine Zeit lang gut funktioniert. Aber in der Endauswertung ist es das nicht wert“, bilanziert er und unterstreicht: Wir hatten mit dem SWR keinen größeren Streit und wollen auch keinen Ärger. Ich kann gewisse Zwänge verstehen. Aber es handelt sich um Brauchtum. Wenn sie wollen, können sie das gerne zeigen. Aber wir werden das Brauchtum nicht fernsehtauglich anpassen.“

Der Veilchendienstagszug startet um 13.44 Uhr.

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