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Bad Hönningen

Update: Tilman Ringer baut Klangwelten auf

Liedermacher Tilmann Ringer hat am Samstag das Finale des "Toys2Masters Bandcontest" in Bonn gewonnen. Der Solokünstler trat mit Gitarre und Loop-Station an.

Mal was anderes: Tilman Ringer nutzt auch gerne mal einen Geigenbogen für seine Gitarre. Foto:  Johannes Weber
Mal was anderes: Tilman Ringer nutzt auch gerne mal einen Geigenbogen für seine Gitarre.
Foto: Johannes Weber

Von unserer Redakteurin Christina Nover

Bad Hönningen. Die Uhr tickt, die Aufregung steigt – nur noch ein Tag und Tilman Ringer steht erneut auf der großen Bühne. Der 20-jährige Bad Hönninger ist im Finale des "Toys2Masters Bandcontest", das am Samstag im Brückenforum in Bonn stattfindet. Wann er auf der Bühne steht, hängt davon ab, wie viele Karten er verkauft. Sechs Bands geben am Samstag ihr Bestes – dass Tilman Ringer es nur mit einer Gitarre bewaffnet so weit geschafft hat, ist fast ein kleines Wunder. Seine "Band" bringt er in Form einer sogenannten Loop Station mit. Diese ermöglicht es dem Solokünstler, eine größere Klangwelt aufzubauen.

Tilman Ringer steht in seinem Zimmer im Haus der Eltern. Überall im Raum verteilt sind Instrumente, Kabel liegen verschlungen auf dem Boden, eine alte Ledercouch lädt zum Sitzen ein. Tilman jedoch hat sich vor einem der Mikros positioniert, die er vor dem Schreibtisch aufgestellt hat. Mit dem rechten Fuß betätigt er ein Pedal und beginnt mit seinen Händen auf der Gitarre einen Rhythmus zu schlagen. Er singt ein paar Zeilen, spielt einige Akkorde und mit jeder Minute wird der Sound, der aus den Boxen klingt, immer mächtiger. Schicht für Schicht legen sich die Aufnahmen übereinander, die durch die Loop Station wiedergegeben werden.

"Wie ein kleines Gefängnis"

"Das perfekte Timing, das kann man nicht lernen. Es ist wie ein kleines Gefängnis, das man aufbaut. Vergeigt man nur eine Sache, klingt alles schräg", erklärt Ringer. Start und Stopp, mehr kennt die Loop Station nicht. Aufnehmen, Wiedergeben, Ergänzen, Effekte dazuschalten. Was simpel klingt, ist Herausforderung und Spielwiese zugleich. "Ich probiere alles Mögliche aus", sagt Tilman. So kommt in einem seiner Lieder auch ein Geigenbogen zum Einsatz.

Wer Tilman dabei beobachtet, wie er mit dem Bogen über die Gitarrensaiten streicht und flink das Fußpedal bedient, könnte meinen, dass er das alles schon seit Jahren macht. Auch wenn er schon Gitarre spielt, seit dem er zwölf Jahre alt ist, zum ersten Mal mit eigenen Songs stand er erst Anfang des Jahres auf der Bühne. "Ich war sehr gespannt, wie das Publikum auf das reagiert, was ich mir ausgedacht habe. Das gute Feedback war etwas, das mich enorm angetrieben hat", erzählt Ringer. Von Runde zu Runde beim Contest wurden es mehr Fans – dank der guten Bewertung schaffte er es von über 100 Teilnehmern bis ins Finale.

Folk, Rock und Pop beeinflussen seinen Stil

Etwa 15 Lieder hat er im Repertoire, hauptsächlich in englischer Sprache. Sein Stil: ein bisschen Folk, ein bisschen Rock, ein bisschen Pop. Eine erste CD hat er schon mit einem Freund zusammen aufgenommen. Seine Songs sind "Gefühlslagen in Musik verwandelt", wie er es selbst beschreibt. Aufzeichnungen seiner Lieder gibt es nicht – er braucht keine Noten, lediglich Textpassagen bringt er manchmal zum Papier. "Die Lieder verändern sich mit der Zeit", so Ringer.

Jeden Tag probiert er neue Dinge aus, seine Eltern hören ihm dabei immer noch gerne zu: "Mir werden seine Lieder nicht über. Er variiert so viel, das fasziniert mich", sagt Mutter Rosemarie. Tilman studiert Agrarwissenschaften – wohin ihn sein Weg nach dem Band-Contest führt, weiß er noch nicht. "Es ist schön, nicht Musik machen zu müssen, sondern zu können."

Infos zum "Toys2Masters Bandcontest: www.toys2masters.com.

Update: Mit Tilman Ringer hat erstmals ein Singer-Songwriter den Sieg in NRWs größtem Wettbewerb für Nachwuchsbands „Toys2Masters“ errungen. Der 20-Jährige aus Bad Hönningen überzeugte am vergangenen Samstag im Bonner Brückenforum sowohl Jury als auch Publikum mit seinem virtuosen Gitarrenspiel, bei dem er neben einer Loop-Maschine auch mal einen Geigenbogen zum Einsatz brachte. Zugleich sicherte er sich mit seiner bemerkenswerten Stimme den Titel „Master of Vocals“ als bester Sänger. „Ich befinde mich in einem anderen Universum“, teilte der begeisterte Ringer noch mitten in der Siegesnacht via Facebook mit. Ringer erhält als Sieger nun unter anderem einen fünftägigen Besuch in einem Tonstudio. Auch ein Fotoshooting, ein Musikvideodreh und die Nominierung für das Popcamp des Deutschen Musikrats gehören zum Siegerpaket. tkö

Eine eindrucksvolle Foto-Reportage vom Abend liefert Rainer Keuenhof unter ku-rz.de/toys2masters

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