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Unkel will Verkehrsrowdys ausbremsen: Ausschuss votiert für Poller auf Willy-Brandt-Platz

Die Unkeler Innenstadt soll testweise verkehrsberuhigt werden. Für zunächst ein Jahr, so lautet die Beschlussempfehlung bei einer Gegenstimme des Hauptausschusses an den Stadtrat, soll ein Poller auf dem Willy-Brandt- Platz in Höhe der Abbiegung in die Vogtsgasse, dafür sorgen, dass Autofahrer nicht mehr verbotswidrig quer durch die Altstadt fahren können.

Die Frankfurter Straße in Unkel soll verkehrsberuhigt werden.  Foto: Sabine Nitsch
Die Frankfurter Straße in Unkel soll verkehrsberuhigt werden.
Foto: Sabine Nitsch

Eigentlich soll der Sperrpfosten in der Frankfurter Straße so nur die ohnehin bestehenden Verkehrsregeln durchsetzen. Und die sind ganz schön kompliziert. Es gibt in der überschaubaren Innenstadt gleich drei Bereiche mit unterschiedlichen Verkehrsregeln. Von der Volksbank bis zum Willy-Brandt-Platz ist die Straße verkehrsberuhigt mit zeitabhängigen Einschränkungen. Vom Willy-Brandt-Platz bis zum Oberen Markt ist sie Fußgängerzone und vom Oberen Markt bis zum Rathaus ist sie verkehrsberuhigt ohne weitere Einschränkungen. Von 12.30 Uhr bis 5 Uhr morgens herrscht allgemeines Durchfahrtverbot. Ausgenommen sind Gäste der Hotels und Pensionen. Die Verkehrsregeln werden jedoch von vielen bestenfalls als Vorschlag gesehen. Raser und Falschparker nerven Anwohner und Besucher. Nachts sind die engen Gassen Rennstrecke für Mopedfahrer. Lärm belästigt die Anwohner.

In den vergangenen Monaten haben unterschiedliche Interessengruppen mit insgesamt drei Unterschriftenaktionen versucht auszuloten, was die Bürger wollen. "Die Erreichbarkeit der Geschäfte soll sichergestellt werden", fordern zum Beispiel die Geschäftsleute – allen voran Thomas Wierig. Andere wollen den Verkehr ganz aus der Stadt verbannen. "Diese Befragungen waren alle nicht repräsentativ", sagte Stadtbürgermeister Gerhard Hausen. Die CDU-Fraktion hatte in der Ratssitzung im Oktober vergangenen Jahres beantragt, vor dem Hintergrund der vorgelegten Unterschriften das Thema zu vertagen und auch die Meinung der Bürger bei einer öffentlichen Veranstaltung einzuholen. Bei der jetzt gefundenen Testlösung soll auf jeden Fall versucht werden, sowohl die Interessen der Gewerbetreibenden zu berücksichtigen, die fordern dass ihre Geschäfte mit dem Auto erreichbar bleiben, als auch die der Anwohner, die zum Be- und Entladen ihre Häuser erreichen müssen. "Das alles mutet wie die Quadratur des Kreises an, wenn man versucht, allen Interessen gerecht zu werden", sagte Alfons Mußhoff (CDU), der auch forderte, dem verbotswidrigen Parken auf dem Willy-Brandt-Platz endlich durch geeignete Maßnahmen einen Riegel vorzuschieben. Er schlug Blumenkübel vor, die bei Bedarf – zum Beispiel beim Weinfest – weggeräumt werden können. Grundsätzlich damit einverstanden zeigte sich auch Bernd Meyer (SPD). Auch wenn er darum bat, noch weitere Parkverhinderungslösungen zu suchen.

Die Sperrpfostenlösung wurde im Rahmen der vorbereitenden Untersuchungen zum Integriertem städtebaulichen Entwicklungskonzept (Isek) entwickelt. Durch den Pfosten ändert sich einiges. "Die Anordnung der Fußgängerzone soll auf einer Länge von etwa 60 Metern aufgehoben werden. Hierdurch wird dieser Bereich aufgrund der bereits angeordneten Verkehrszeichen in der Lehngasse zum verkehrsberuhigten Bereich", erläuterte Hausen. Das dafür notwendige Zonenbewusstsein sei durch die entsprechende Pflasterung in diesem Streckenabschnitt bereits verwirklicht. "Um überflüssigen Fahrzeugverkehr aus der Frankfurter Straße herauszuhalten, werden die bereits in Höhe der Volksbank angeordneten Sperr- und Lieferzeiten auf die Frankfurter Straße zwischen Musikhaus Hommerich und Sperrpfosten übernommen. Eine Anfahrt dieses Streckenabschnitts ist über die St. Pantaleonstraße, Lehngasse und Kirchstraße möglich. Das Linksabbiegen von der Kirchstraße in die Frankfurter Straße wird wieder gestattet. In der Pützgasse wird in Höhe des Brunnens ein Notfallparkplatz für die dort vorhandene Arztpraxis ausgewiesen", umriss Hausen die Änderungen, mit denen sich auch der Unkeler Stadtrat in der kommenden Sitzung beschäftigen wird. Sabine Nitsch

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