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    Kreis Neuwied

    Umfrage: Kein Platz für "Mein Kampf" im Unterricht

    Gehört die kommentierte Neuausgabe von Hitlers "Mein Kampf" in den Unterricht? Wenn es nach dem Deutschen Lehrerverband geht, ja. Doch wie sieht es in der Praxis aus? Die RZ hat sich bei einigen Schulen im Landkreis Neuwied umgehört.

    Der Deutsche Lehrerverband betont: Eine professionelle Behandlung könne einen wichtigen Beitrag zur Immunisierung Heranwachsender gegen politischen Extremismus leisten. Doch ist ein fast 2000 Seiten starker Wälzer überhaupt in den Unterricht zu integrieren?

    "Bis jetzt ist das kein aktuelles Thema bei uns", sagt Klaus Winkler, Leiter des Martin-Butzer-Gymnasiums in Dierdorf. Dementsprechend hat die Schule noch keine Ausgabe angeschafft. Auch aus der Schülerschaft seien keine Wünsche laut geworden, sich mit der kritischen Edition näher zu befassen. "Das ist momentan nicht virulent", sagt Winkler. "Aber wir werden es thematisieren."

    Unterschiedliche Auffassungen gibt es im Kollegium des Martinus-Gymnasiums in Linz. "Das wird sehr ambivalent gesehen, was die Herangehensweise angeht", berichtet Schulleiter Lutz Hasbach. Manche Geschichtslehrer seien am Einsatz im Unterricht und der didaktischen Diskussion der kommentierten Ausgabe interessiert. Andere sähen die Aufbereitung als sehr wissenschaftlich und nur schwer in den Unterricht integrierbar an. Zum jetzigen Stand gibt es keine konkreten Überlegungen, das Buch in den Lehrplan aufzunehmen.

    Werk ist zu umfangreich

    Ähnlich sieht das am Wiedtal-Gymnasium in Neustadt aus, wie Geschichtslehrerin Regina Keul berichtet. Gerade der Umfang schließe es aus, dass die kommentierte Ausgabe sich im Lehrplan berücksichtigen lasse. Ohnehin befürwortet sie den bisherigen Umgang mit dem Werk im Geschichtsunterricht. Schließlich werde "Mein Kampf" schon jetzt behandelt. Allerdings nur in Auszügen und eingebettet in den historischen Kontext.

    Für wenig Gesprächsstoff sorgt die kommentierte Ausgabe auch in der Deichstadt. Helmut Zender, Schulleiter des Rhein-Wied-Gymnasiums, berichtet, dass es derzeit keine Diskussionen gebe, "Mein Kampf" stärker zu berücksichtigen. Thema könnte die kommentierte Ausgabe auf der Fachkonferenz Geschichte im März werden. obi

    Das Urheberrecht für Hitlers Pamphlet "Mein Kampf" war nach dem Zweiten Weltkrieg auf den Freistaat Bayern übergegangen. Dieser hatte einen Neudruck bis zum Ablauf der 70-jährigen Schutzfrist im Januar 2016 verweigert. Das Institut für Zeitgeschichte brachte daraufhin eine kommentierte Ausgabe heraus. Die unkommentierte Version darf weiterhin nicht nachgedruckt werden.

    Neuwied Linz
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