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    Tatort stilles Örtchen: Öffentliche Toiletten sind beliebt bei Randalierern

    Männer, die in der Neuwieder Innenstadt „mal müssen“, haben es derzeit schwer. Schon seit mehreren Monaten ist die öffentliche Herrentoilette am Mini-ZOB gesperrt. Ein Zettel informiert darüber, dass Vandalismus der Grund dafür ist, dass Männer sich momentan ein anderes stilles Örtchen suchen müssen.

    Foto: Christina Nover

    Warum aber wurden die Schäden über so einen langen Zeitraum nicht behoben? Michael Schmitz, der zuständige Mitarbeiter aus dem Amt für Immobilienmanagement, „Die Toilette wurde zum wiederholten Mal in diesem Jahr verwüstet, und wir haben lange darüber beratschlagt, wie wir das in Zukunft unterbinden können.“ Doch die Mitarbeiter der Stadtverwaltung kamen zunächst zu keinem tragbaren Ergebnis. Schließlich habe man sich nun aber doch dazu durchgerungen, die Toiletten erneut instand zu setzen. Verschiedene Edelstahlelemente für den Vorraum müssen neu beschafft werden, ein neuer Mülleimer, ein Türschloss sowie Elektronik für die automatische Toilettenspülung, die allein rund 700 Euro kostet. Bis die Teile da sind, werden noch etwa vier bis sechs Wochen ins Land gehen, dann kann die Herrentoilette wieder in Ordnung gebracht werden.

    Putzmann schickt regelmäßig Fotos

    Doch Schmitz hat wenig Hoffnung, dass der Zustand lange anhält. Vier Wochen habe es gedauert, bis nach der Eröffnung der Anlage 2015 erstmals die Handwerker anrücken mussten, weil Randalierer sich in der Toilette ausgetobt hatten. Die zerstörten Trennwände, die zwischen den Urinalen angebracht waren, wurden erst gar nicht wieder aufgehängt. Den Papierkorb gibt es auch  nicht mehr. Immer wieder wurden Teile wie die Armatur, das Waschbecken oder der Handtrockner demoliert. Es wurde gezündelt, Wände beschrieben, das Klo mit Rollen oder Katzenstreu verstopft und Fäkalien in den Räumen verteilt: „Dem Putzmann gehört eigentlich das Bundesverdienstkreuz verliehen“, sagt Schmitz, der regelmäßig Fotos zugeschickt bekommt, von dem, was der Reinigungsdienst vorfindet.

    Toiletten werden zweimal täglich gereinigt

    Die Stadt Neuwied unterhält drei öffentliche Toilettenanlagen, neben der am Busbahnhof gibt es noch auf dem Marktplatz und am Bahnhof die Möglichkeit, kostenlos aufs Klo zu gehen. Die Anlagen sind 365 Tage im Jahr geöffnet, jeweils von 6 bis 20 Uhr. Zweimal täglich werden die Toiletten gereinigt. Und trotzdem benutzt niemand sie wirklich gern.

    „Es ist schon beschämend. Da fehlt bei einigen wirklich die Einsicht. Für die ist es schon fast ein Sport, Sachen zu zerstören“, sagt Schmitz. Mehrfach wurden Sachen aber auch gestohlen – wie zum Beispiel die Nachfüllbehälter für den Seifenspender oder die Toilettenspülenelektronik, die bereits zweimal fachmännisch ausgebaut wurde. Die Stadt denkt nun sogar über eine dauerhafte Bewirtschaftung der Toiletten nach: „Aber das wird unheimlich teuer“, so Schmitz.

    Von unserer Redakteurin Christina Nover
     

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