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    Studie: In Neuwied fehlen Mietwohnungen

    Ist der Wohnungsmarkt im Kreis Neuwied doch gar nicht so entspannt, wie vielerorts angenommen? Glaubt man den Ergebnissen einer aktuellen Studie, herrscht auch hierzulande eine echte Wohnungsknappheit. Zumindest wenn es um energiesparende, altersgerechte und bezahlbare Wohnungen geht. Das Pestel-Institut hat herausgefunden, dass 52 Prozent aller Wohnungen im Kreis aus der Zeit vor 1970 stammen, viele sogar aus den unmittelbaren Nachkriegsjahren. Die Folge: Diese viel zu alte, unsanierte Bausubstanz und die schlecht oder gar nicht vermietbaren Bestände verzerren laut Studie das Bild eines völlig intakten Wohnungsmarktes.

    Kreis Neuwied. Ist der Wohnungsmarkt im Kreis Neuwied doch gar nicht so entspannt, wie vielerorts angenommen? Glaubt man den Ergebnissen einer aktuellen Studie, herrscht auch hierzulande eine echte Wohnungsknappheit. Zumindest wenn es um energiesparende, altersgerechte und bezahlbare Wohnungen geht. Das Pestel-Institut hat herausgefunden, dass 52 Prozent aller Wohnungen im Kreis aus der Zeit vor 1970 stammen, viele sogar aus den unmittelbaren Nachkriegsjahren. Die Folge: Diese viel zu alte, unsanierte Bausubstanz und die schlecht oder gar nicht vermietbaren Bestände verzerren laut Studie das Bild eines völlig intakten Wohnungsmarktes.

    Die Autoren der Untersuchung rufen aus diesem Grund dazu auf, das Sanieren von Mietwohnungen ebenso wie den Mietwohnungsbau anzukurbeln. Dazu gehörten auch der Abriss und der anschließende Neubau (Ersatzneubau) von leer stehenden Wohnhäusern in guten Innenstadtlagen, wenn diese nicht mehr wirtschaftlich saniert werden können. Immerhin handele es sich im Kreis Neuwied bei rund 42 Prozent des gesamten Wohnungsbestandes um Mietwohnungen. Das Sanieren und der Ersatzneubau muss laut Studie deutlich attraktiver gemacht werden. Hier komme es darauf an, die richtigen Anreize zu setzen. „Was wir an neuen Wohnungen brauchen, ist mit der derzeitigen staatlichen Wohnungsbauförderung nicht hinzubekommen“, sagt Institutsleiter Matthias Günther. Sinnvoll wäre daher eine steuerliche Erleichterung für den Mietwohnungsbau.
    Dietrich G. Rühle, Vorsitzender des Mieterbundes Mittelrhein, hat die Studie des Pestel-Instituts intensiv gelesen. Er bezeichnet den Wohnungsmarkt im Kreis Neuwied als „gespalten“. „Es gibt Stellen, wo Wohnungen dermaßen heruntergekommen sind, dass keine Vermietung mehr möglich ist. Alles in allem gibt es aber ein Überangebot, was eigentlich eine gute Situation für die Mieter bedeuten würde“, sagt er. Allerdings gelte das nicht für Wohnungen in der unteren Preissequenz. Für Familien mit geringem Einkommen sei es auch hier schwer, eine geeignete und bezahlbare Wohnung zu finden.
    Das liege vor allem daran, dass die Mieten in der Regel spürbar nach oben gingen, wenn Gebäude altersgerecht und energiesparend saniert werden. „Vielfach führen bauliche Maßnahmen dazu, dass Mieter sich die Wohnung nicht mehr leisten können“, so Rühle, der hinsichtlich der staatlichen Wohnungsbauförderung mit den Autoren der Studie auf einer Linie ist. „Ja, sie reicht nicht aus“, sagt er und ergänzt: „Für die Eigentümer wird es immer weniger lukrativ, zu vermieten. Wegen der Risiken, die eine Vermietung mit sich bringen kann, flüchten viele Geldanleger in andere Anlagen. Wenn hier das Land keine Anreize schafft, steuern wir mittelfristig wieder auf eine echte Wohnungsnot für schwach Verdienende zu.“
    Der erste Kreisbeigeordnete Achim Hallerbach warnt vor einem ausufernden Neubau von Mietwohnungen. „Modern muss nicht neu sein“, sagt er und verweist auf die Förderprogramme zur energieeffizienten Sanierung von Altbeständen, welche die der Kreditanstalt für Wiederaufbau (kfw) anbietet. Er begrüßt zudem das Angebot der Verbraucherzentralen im Kreis: „Jeder Bürger kann kostenlos die Beratung der Einrichtungen in Anspruch nehmen und einen Modernisierungsplan für Privatgebäude erarbeiten lassen“, sagt er. „Bei den Verbandsgemeindeverwaltungen Asbach, Bad Hönningen, Dierdorf, Rengsdorf, Puderbach sowie bei der Kreisverwaltung in Neuwied können Einzeltermine reserviert werden.“
    Die Behindertenbeauftragte des Kreises, Andrea Oosterdyk, steht einem umfangreichen Neubau von Mietwohnungen dagegen nicht so kritisch gegenüber. „Mit Blick auf die demografische Entwicklung und der verstärkten Teilhabemöglichkeiten von Menschen mit Behinderung sollten die Neubauten von Anfang so gestaltet werden, dass sie von allen nutzbar sind. Dies ist bei den meisten Mietshäusern, insbesondere bei Altbeständen, nicht der Fall. Es fehlen zumeist Aufzüge und Rampen“, sagt sie. Philipp Daum

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