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Leubsdorf

Straße schon wieder kaputt: Ariendorfer Weg muss erneut saniert werden

Sabine Nitsch

Die Leubsdorfer sind sauer. Der Grund: Nachdem die Fahrbahn des Ariendorfer Weges erst im vergangenen Jahr instand gesetzt wurde, weist sie nun Querrisse auf. Und die müssen auf jeden Fall wieder saniert werden, wie Martin Zimmermann von der Linzer Verbandsgemeindeverwaltung in der vergangenen Gemeinderatssitzung erläuterte. Die Reparatur im vergangenen Jahr ist im Dünnschichtverfahren (DSK) erfolgt. Das verhältnismäßig preiswerte Verfahren kann dann eingesetzt werden, wenn die Schäden nicht so groß sind – das heißt, die Risse in einer Straße nicht sehr tief sind, hieß es in der Sitzung. Die Entscheidung für DSK scheint jedoch die falsche gewesen zu sein.

Die Querrisse in der Fahrbahn des Ariendorfer Weges: Erst vor einem Jahr ist die Straße saniert worden. Foto: Simone Schwamborn
Die Querrisse in der Fahrbahn des Ariendorfer Weges: Erst vor einem Jahr ist die Straße saniert worden.
Foto: Simone Schwamborn

Jetzt stellt sich die Frage nach einer möglichen Gewährleistung oder danach, ob irgendwer Schuld daran hat, dass die Straße mit dem falschen Verfahren saniert wurde. Darüber hinaus muss auch geklärt werden, ob es überhaupt einen Sinn hat, auch noch Geld für ein Gutachten auszugeben oder ob der Ariendorfer Weg nicht ein Fall für die Versicherung der Verbandsgemeinde sein kann. Eine unübersichtliche Gemengelage, bei der die Gemeinde Leubsdorf wohl eher auf der Verliererseite zu suchen sein wird.

Denn Firma und Verwaltung hatten vor der Instandsetzung die Straße in Augenschein genommen und keine tiefe Rissbildung festgestellt. Vor dem Hintergrund wurde die DSK-Sanierung für geeignet erklärt. Offenbar ein Irrtum. Die Firma beruft sich nun darauf, dass tiefe Risse nicht erkennbar gewesen seien. Insofern liege keine Gewährleistung vor, lautet ihre Argumentation. Auch die Verwaltung teilte mit, dass bei der Inaugenscheinnahme keine tiefen Schäden erkennbar gewesen seien.

Ein Ortstermin mit dem Labor Hart aus Neuwied wurde veranlasst, um herauszufinden, wo die Ursache dieser momentanen Rissbildung zu suchen ist. Das Labor schlägt vor, ein Gutachten anzufertigen. Kosten: 2517 Euro. „Das alles ist extrem ärgerlich. Was bringt das Gutachten? Wir wissen dann zwar, was mit der Straße los ist, sanieren müssen wir aber ohnehin. Ob das über Gewährleistung läuft, ist nicht sicher. Das ist wie ein Lotteriespiel, und wir müssten auch noch die Gutachtenkosten tragen“, gab Rolf Birrenbach (CDU) sichtlich empört zu bedenken. Er sprach auch für die anderen Ratsmitglieder, als er feststellte: „Die Risssanierung sieht verheerend aus. Wie ein Flickenteppich.“ Er schlug vor, mit der Firma zu verhandeln, ob man sich nicht wenigstens die Kosten teilen könne. Auch Alternativangebote einzuholen, regte er an. Die Firma Possehl habe bereits ein Angebot zur Risssanierung in Höhe von 1421 Euro vorgelegt. „Das ist schon ein sehr günstiges Angebot im Vergleich zu anderen Anbietern“, erläuterte Zimmermann.

Achim Nonnen (CDU) fragte, ob die Schäden nicht von den Erschütterungen durch Güterzüge, die auf der Bahntrasse parallel zum Ariendorfer Weg vorbeidonnern, entstanden sein könnten. Patrick Jungbluth (SPD) erinnerte daran, dass Dagmar Stirba, Werkleiterin der Verbandsgemeinde, das DSK-Verfahren als geeignet empfohlen habe. „Hier stellt sich schon die Schuldfrage. Hätte man das alles nicht vorher durch Untersuchungen erkennen können? Gibt es nicht auch hier eine Eigenschadenversicherung?“, fragte er. Holger Wolf (Grüne) sah auch keinen Sinn darin, Geld für ein Gutachten auszugeben, wenn die Chance, den Schaden im Rahmen der Gewährleistung zu sanieren, so gering ist.

Einstimmig sprach sich der Gemeinderat schließlich dafür aus, den Auftrag zur Risssanierung an die Firma Possehl zu vergeben und die Linzer Verbandsgemeindeverwaltung zu beauftragen, prüfen zu lassen, ob die Eigenschadenversicherung in Anspruch genommen werden kann.

Von unserer Reporterin Sabine Nitsch
Neuwied Linz
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