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Linz

Stöbern, was das Zeug hält: Schnäppchenjäger haben Linz voll im Griff

Simone Schwamborn

Alte Schätzchen, wohin das Auge auch schaut: Freunde von Trödel und Antiquitäten sind am Wochenende in der Bunten Stadt erneut voll auf ihre Kosten gekommen. Auch der Teenie-Trödelmarkt hatte offen sowie am Sonntag die Geschäfte. Allerdings kamen zur 84. Ausgabe des Linzer Antik- und Trödelmarktes weniger Händler als sonst.

Viel zu schauen und zu stöbern gab es an den Ständen des Linzer Antik- und Trödelmarkt . Foto: Simone Schwamborn
Viel zu schauen und zu stöbern gab es an den Ständen des Linzer Antik- und Trödelmarkt .
Foto: Simone Schwamborn

Am frühen Samstagvormittag ging es noch ruhig zu auf dem Markt, die Verkäufer waren mehr noch unter sich, drapierten ihre Schätze und fachsimpelten mit den Standnachbarn. Doch langsam füllten sich die Plätze und die Rheinanlagen, doch der große Run blieb aus. Große Nutznießer waren die Antiquitätenfreunde und Schnäppchensammler, die sich am Samstag auf den Weg nach Linz gemacht hatten. Sie konnten mit Ruhe und Genuss stöbern, feilschen und sich an den vielen alten Schätzen und Kuriositäten wie schrill bemalten Hirsch- und Elchgeweihe erfreuen.

Langjährige Marktbesucher wissen, wo genau die Porzellanverkäufer sind, wo sie die Möbelhändler finden und wo exakt die Stände mit den Ketten, Ringen und weiteren Preziosen stehen. An der Stelle, wo sonst ein Lederwarenhändler war, hatte sich ein Antiquitätenhändler aus München mit bäuerlichen Gegenständen niedergelassen. „Als Fliesenleger bin ich viel herumgekommen und sammelte Antiquitäten. Inzwischen ist der Platz zu Hause zu klein geworden, und ich muss mich von einigen Sachen verabschieden. Einiges wollte ich restaurieren, aber leider kam ich nicht dazu“, erzählte Rudi. Eine Frau schlenderte vorbei, interessierte sich für eine angerostete Schubkarre, die sie als Blumenkübel verwenden wollte. „Die Schubkarre is a echter Gaudi“, sprach Rudi sie im bayerischen Dialekt an: „Die findst so schnell nit hier herum.“ Sowie bei dem Münchener wechselten auch andernorts landwirtschaftliche Gerätschaften, alte Küchenutensilien, Möbel aus der Jugendstilzeit, Bücher, alte Postkarten und vieles mehr den Besitzer.

Auf dem Gelände an der Burg und am Gestade gab es aber verwaiste Stellen, an denen früher reges Feilschen betrieben wurde. Ist etwa die Zahl der alleinigen Betrachter und nicht der Käufer gewachsen, sodass es sich für manchen Händler nicht mehr lohnte? Eine Bonner Möbelrestauratorin vermutete dies: „Bei großen Antikschränken ist es leider so, dass der Verkauf schwieriger geworden ist. Vielleicht liegt es daran, dass die Menschen in der schnelllebigen Welt öfter mal die Raumausstattung verändern. Ich finde jedoch, dass ein Antikschrank jeden Trend mitmachen kann und sehr gut zu vielen modernen Farben, Möbeln und Wohnaccessoires passt“. Einige Händler sprachen von einem festen Stammkundenkreis, der jedes Jahr wiederkomme, um seine Hobbysammlung zu erweitern. Etwa am Stand der Familie Gindorf, die seit 15 Jahren mit einem großen Repertoire an historischen Ansichtskarten nach Linz kommt und für die Kunden auch alte Postkarten aus Linz, Unkel, Remagen und weiteren nahe gelegenen Orten bereithält. Am Samstag kamen so einige, die auf der Suche nach ganz bestimmten Postkartenmotiven waren.

Der Sonntag lockte dann deutlich mehr Gäste nach Linz, die zwischen Käthe-Kruse-Puppen, Schildern, Tischdecken, alten Einmachgläsern, Geschirr und Fachbüchern stöberten. Alte Metalleimer, Waschzuber, Kessel und Kronleuchter schienen absolut im Trend zu liegen, denn die wurden gleich an mehreren Ständen angeboten. Bei dem hervorragenden Trödelwetter ließen sich viele Besucher an den Tischen der Außengastronomie nieder oder stöberten gleich in den Geschäften weiter.

Von unserer Mitarbeiterin Simone Schwamborn

Neuwied Linz
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