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Neuwied

Serie zum neuen Stadtentwicklungskonzept – Teil 1: Jachthafen kann Signal für den Aufbruch werden

161 Seiten umfasst die Zukunftsinitiative 2030 für Neuwied (die RZ berichtete). In einer neuen Serie beleuchten wir die wichtigsten Handlungsfelder der Stadtentwicklung, die das Planbüro Reschl gemeinsam mit Bürgern und Politik erarbeitet hat. Im ersten Teil geht es um die Siedlungsentwicklung:

Die Karte zeigt mögliche Entwicklungsflächen. Rötlich eingezeichnet sind potenzielle Wohnbaufläche inklusive Baulücken, violett Mischgebietsflächen und schwarz gewerblichen Bauflächen. Grünlich sind die Konversionsflächen Rasselstein und Engerser Wandplattenfabrik.
Die Karte zeigt mögliche Entwicklungsflächen. Rötlich eingezeichnet sind potenzielle Wohnbaufläche inklusive Baulücken, violett Mischgebietsflächen und schwarz gewerblichen Bauflächen. Grünlich sind die Konversionsflächen Rasselstein und Engerser Wandplattenfabrik.
Foto: Reschl Stadtentwicklung

„An fehlenden Flächen scheitert eine positive Entwicklung der Stadt nicht“, hatte Diplom-Ingenieur Roland Köhler vom Planungsbüro schon recht früh im Prozess festgestellt. Und das spiegelt sich im Konzept in konkreten Zahlen wider. Danach verfügt Neuwied gemäß dem aktuell gültigen Flächennutzungsplan aus dem Jahr 2008 im Außenbereich über 200 Hektar Flächenreserven: 95 Hektar für Wohnbau, 10 Hektar für gemischte Bauflächen und 106 Hektar für Gewerbe. Und auch im Innenbereich gibt es Potenzial: Als direkt bebaubare Reserve mit gesichertem Baurecht stehen 45 Hektar an Baulücken zur Verfügung sowie 75 Hektar aus industriellen Konversions- und Entwicklungsflächen. Letzteres sind vor allem das Rasselsteingelände, das Areal der Engerser Wandplattenfabrik und das Dahmgelände in Block.

Auch wenn im Papier darauf hingewiesen wird, dass es aus Gründen des Natur- und Landschaftsschutzes teilweise Einschränkungen für die Entwicklung gibt, stellt das Büro fest, dass die vorhandenen Flächen selbst dann ausreichen, wenn Neuwied tatsächlich auf 70.000 Einwohner anwachsen sollte.

Laut Konzept soll Neuwied nun eine Doppelstrategie umsetzen: Die Innenentwicklung, also die Reduzierung von Baulücken, Leerständen und ungenutzten Gebäuden, soll dabei Vorrang haben, auch um lebendige, attraktive Quartiere zu erhalten. Trotzdem soll auch eine bedarfsgerechte Entwicklung des Außenbereichs verfolgt werden. Grundlage für eine positive Weiterentwicklung, so heißt es im Konzept, bildet „die stringente Weiterentwicklung der gebauten Stadt“. Das heißt: Altindustrielle Brachflächen müssen vorrangig in Flächen für Wohnen und Arbeiten umgewandelt werden (Transformation). Der „starke Charakter“ der Stadt als Industriestandort soll „erhalten und lesbar gemacht“ werden. „Zeugnisse dieser Vergangenheit müssen bewahrt und mit neuem Leben gefüllt werden“, lautet eine der zentralen Forderungen.

Als konkrete Projekte zählt das Konzept fünf Punkte auf:

Revitalisierung Rasselsteingelände: Wenig überraschend ähneln die Vorschläge den bereits bei der Landesgartenschaubewerbung ausgearbeiteten Plänen, für die – in abgespeckter Form – derzeit der Förderantrag im Rahmen des Programms „Stadtumbau West“ in Mainz liegt. Deutlich ausgedrückt wird dabei auch, dass „eine derart anspruchsvolle, bis weit ins nächste Jahrzehnt reichende Maßnahme“ nicht von der Verwaltung allein mit dem vorhandenen Personal umgesetzt werden kann. Daher soll eine Entwicklungsgesellschaft gegründet werden.

Wohnen am Jachthafen: Große Hoffnungen setzt das Büro in die geplante Marina. Sie könne „enorme Schubkraft für das an dieser Stelle wenig einladende Rheinufer bringen“ und „ein Aufbrauchsignal weit über die Stadtgrenzen hinweg“ senden. Langfristig müsse auch „das Verhältnis zu den westlich angrenzenden, industriell genutzten Flächen neu bestimmt“ werden. „Eine grundlegende Neuordnung des Bereichs, zum Beispiel als Rahmenplan, muss die Entwicklung langfristig absichern“, heißt es.

Innenstadt – Herz der Stadt: Die zentrale Forderung lautet, dass „eine uneinheitliche, oft sanierungsbedürftige Bebauung mit strukturellem Leerstand“ aufgewertet werden muss. Positiv wird dabei beispielsweise in Randbereichen eine Umnutzung für Wohnzwecke gesehen. Das C&A-Gebäude ist hier ein gutes Beispiel. Insgesamt soll die Stadt eine Aufwertung des baulichen Bestands anstreben und dabei sowohl als Entwickler von Schlüsselprojekten, als auch durch verstärkte Ansprache und Unterstützung der Eigentümer tätig werden. Die Stadtgalerie soll weiterentwickelt und zusammen mit dem neuen Deichvorgelände Impulse geben. Außerdem besteht für die öffentlichen Flächen Handlungsbedarf. Genannt werden hier vor allem die Neugestaltung des „zum Parkplatz degradierten Marktplatzes“ und eine Aufwertung des zentralen Luisenplatzes.

Starke Ortskerne, starke Stadteile: Viele Stadteile leiden laut der Analyse in ihrem Ortskern unter mangelnder städtebaulicher Qualität, fehlender Attraktivität und Beeinträchtigungen durch den Durchgangsverkehr. Hier sollen langfristig qualitätsvoll gestaltete, zentrale Bereiche geschaffen werden, „die den Charakter der Stadtteile prägen und ein identitätsprägendes Signal des Aufbruchs vermitteln“.

Qualitätsvolle Stadtgestaltung: Neuwied soll eine „gebaute Marke“ entwickeln. Das heißt: Leuchten und „Stadtmobiliar“ sollen „ortssensibel“ wiedererkennbar, das Bild ein Flickenteppich damit vermieden werden. Patenschaften von Bürgern und Vereinen für die Aufwertung öffentlicher Flächen sollen gefördert werden. Grundlegende gestalterische Vorgaben für einzelne Quartiere sollten als Gestaltungssatzung verbindlich festgelegt werden.

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