40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » RZ Neuwied/Linz
  • » RZ fragt Ortschefin: Straßenhaus bald mit Umgehung?
  • Aus unserem Archiv
    Straßenhaus

    RZ fragt Ortschefin: Straßenhaus bald mit Umgehung?

    Die nächste Hürde auf dem Weg zur Umgehung Straßenhaus ist genommen, das Projekt wurde im Bundesverkehrswegeplan als vordringlich eingestuft. Im Interview erläutert Birgit Haas, warum sie glaubt, dass es ein Erfolg für den Ort werden kann.

    Ortsbürgermeisterin Birgit Haas: "Wir werden in Straßenhaus tun, was wir können, damit der Spatenstich so schnell wie möglich erfolgen kann."
    Ortsbürgermeisterin Birgit Haas: "Wir werden in Straßenhaus tun, was wir können, damit der Spatenstich so schnell wie möglich erfolgen kann."
    Foto: Heinz Werner Lamberz / Creativ

    Die Umgehung Straßenhaus ist als vordringliches Vorhaben in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen worden. Jetzt sind die Akteure vor Ort am Zug, findet der Bundestagsabgeordnete Erwin Rüddel. Was bedeutet das für Straßenhaus?

    Für uns bedeutet das erst einmal, dass wir einen Schritt weiter sind. Das gibt uns die Möglichkeit, den Verkehr aus dem Ort zu bringen, die Menschen zu entlasten und Sicherheit für unsere Kinder zu schaffen. Das bedeutet uns viel. Seit die Entscheidung bekannt wurde, sprechen mich die Leute im Ort darauf an. Die Stimmung ist euphorisch.

    Allerdings gibt es nicht nur Befürworter der Umgehung. Glauben Sie die Mehrheit der Einwohner steht hinter dem Projekt?

    Ja. Auf jeden Fall.

    Wenn es heißt, der Spatenstich könne in zwei bis vier Jahren erfolgen, wenn vor Ort die Akteure ihre Hausaufgaben erledigen, verspüren Sie dann Druck?

    Nein. Überhaupt nicht. Es wäre toll, wenn das in der Zeit zu schaffen wäre. Aber das ist wirklich sehr sportlich. Wir werden in Straßenhaus tun, was wir tun können, damit der Spatenstich so schnell wie möglich erfolgen kann.

    Und das wäre?

    Zum Beispiel immer wieder an den verantwortlichen Stellen an das Vorhaben erinnern. Auch den LBM. Es ist noch ein weiter Weg zu gehen. Wir müssen die Abläufe einhalten, um das Verfahren nicht zu gefährden. Dazu gehört jetzt, die Planungsunterlagen zusammenzustellen und den Entscheidern bereitzustellen und ins Planfeststellungsverfahren zu gehen.

    Vertreter der BI haben vorsorglich schon mal angekündigt, die weiteren Verfahrensschritte mit Klagen verhindern oder zumindest verzögern zu wollen. Bereitet Ihnen das Sorge?

    Sorgen bereitet mir das nicht. Es ist eines jeden gutes Recht, seine rechtlichen Mittel auszuschöpfen. Dafür sind sie ja da. Aber ob uns das gefällt, ist eine andere Frage. Es ist schade, dass das Verfahren dadurch in die Länge gezogen wird. Aber da ist es wohl schwer, einen Konsens zu finden. Letztendlich muss man aber sehen, dass die derzeitige Situation kein erträglicher Zustand ist.

    Eine Umgehung könnte die Ortsdurchfahrt in Straßenhaus entlasten.
    Eine Umgehung könnte die Ortsdurchfahrt in Straßenhaus entlasten.
    Foto: Robin Brand

    Das heißt, die BI wird auch in Zukunft wohl kaum an einem Strang mit Ihnen ziehen?

    Das wäre begrüßenswert, kann ich mir aber nicht vorstellen. Die Fronten sind verhärtet. Klar ist auch: Wir sind nicht der Träger der Maßnahme. Die Einflussmöglichkeiten der Ortsgemeinde sind gering, aber das, was wir tun können, werden wir durchsetzen. Aber noch einmal, die meisten Leute im Ort sind sehr, sehr zufrieden, dass die Umgehung kommt.

    Die BI führt gegen die Umgehung unter anderem das Argument ins Feld, es würden Bewohner von 30 Häusern ent- und von 80 Häusern neu belastet. Ist das eine realistische Zahl?

    Nein. Und da fehlt mir auch die Sachlichkeit. Richtig ist, dass 164 Privatleute direkt an der Raiffeisenstraße betroffen sind. Die Bewohner der 2. Reihe sind da noch gar nicht mitgerechnet. Auch für die Bewohner dort ist die Belastung extrem. Das konnten wir auch einem vom LBM zur Verfügung gestellten Lärmgutachten deutlich entnehmen. Nicht schön zu reden ist, dass etwa 85 Bewohner der Niederhonnefelder und der Birkenstraße neu belastet werden. Die Umgehung bietet jedoch ganz andere Möglichkeiten des Schallschutzes. Diese Möglichkeiten gibt es beim aktuellen Verlauf der B256 nicht, wo der Verkehr mitten durch den Ort rollt.

    Mancher Gewerbetreibende stellt die Gleichung auf, weniger Durchgangsverkehr bedeutet weniger Kunden. Blutet Straßenhaus mit Umgehung aus?

    Im Gegenteil. Ich verspreche mir von der Umgehung eine Ortsbelebung. Die Erfahrung hat ja gezeigt, dass der Durchgangsverkehr die Geschäfte nicht vor dem Aus schützt, sei es jetzt die Apotheke oder davor der Bäcker. Der ehemalige Betreiber des Seniorenheims "Alte Eichen" hat in den Standort unter anderem nicht mehr investiert, weil die Umgehung nicht so schnell gekommen ist, wie erwartet. Und auch der Landgasthof Reinhard musste seinerzeit schließen - trotz Durchgangsverkehr. Diesen wird es voraussichtlich nach wie vor geben. Schätzungen zufolge werden es mit Umgehung etwa 4000 bis 5000 Autos am Tag sein - statt 20 000.

    Was sagen Sie Leuten, die in der Umgehung eine Trenntrasse sehen, die Niederhonnefeld und Ellingen von Jahrsfeld abschneidet?

    Wir haben durch die aktuelle Streckenführung schon faktisch eine Trennlinie. Dass die Umgehung eine neue Trenntrasse werden könnte, ist ein Argument. Aber wir haben die Möglichkeit durch Fußgänger- und Fahrradbrücken sowie landwirtschaftlich zu nutzende Brücken die Ortsteile zu verbinden. Den Weg wie jetzt - einfach über die Felder wird es allerdings nicht mehr geben. Das ist ein Wermutstropfen.

    Die Fragen stellte Robin Brand

    Viele Gewerbetreibende fürchten Einbußen
    Neuwied Linz
    Meistgelesene Artikel
    Anzeige
    Online regional
    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Regio-CvD Online

     

    Mail

    Anzeige
    epaper-startseite
    Regionalwetter Neuwied
    Mittwoch

    10°C - 21°C
    Donnerstag

    12°C - 21°C
    Freitag

    12°C - 18°C
    Samstag

    11°C - 17°C
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach