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Rheinschwimmer: Unkel stürzt sich in die Fluten

Was Menschen bei herbstlichen Temperaturen mit neckischen Kopfbedeckungen, Schwimmtieren und richtig guter Laune regelmäßig ins Wasser treibt, werden wohl nur die verstehen, die es einmal ausprobiert haben.

Großer Andrang an der Natorampe in Erpel – auch Erwin Rüddel war unter den rund 600 Teilnehmern des Rheinschwimmens.
Großer Andrang an der Natorampe in Erpel – auch Erwin Rüddel war unter den rund 600 Teilnehmern des Rheinschwimmens.
Foto: Sabine Nitsch

Diesmal nahmen 600 Schwimmer am Rheinschwimmen des Kanu-Clubs Unkel teil. Es hätten noch mehr sein können, hätten die Verantwortlichen nicht einen Teilnahmestopp verhängt. Der Grund: das Hochwasser im Rhein.

„Wir haben einen Pegelstand von 3,52 Meter an der Natorampe in Erpel. Das ist ein Meter höher als normal“, erläuterte Jasmin Schlubowski, Zweite Vorsitzende des KC Unkel, die erstmals die Aufgabe übernommen hatte, den Schwimmern Verhaltensregeln mit auf den drei Kilometer langen Weg zum Ziel nach Unkel am Kanu-Club zu geben.

Die meisten Schwimmer waren Wiederholungstäter wie Günter Küpper aus Unkel, der zum 20. Mal beim Rheinschwimmen dabei war. „Es findet diesmal ja zum 21. Mal statt. Einmal war ich, glaube ich, im Urlaub“, blickt er lachend auf seine Rekordteilnahme. Seit Jahren stürzt sich auch der Bundestagsabgeordnete Erwin Rüddel in die Fluten, genauso wie Denise und Ralph Groß aus Oberkassel. „Es macht einfach Spaß“, behaupten sie vor dem Schwimmen, als sie noch frierend in Badesachen, barfuß bei 19 Grad Lufttemperatur, mit 300 Schwimmern der ersten Staffel auf der Natorampe dem Startschuss entgegenzittern. Im 21 Grad „warmen“ Wasser können wir uns ja aufwärmen, meinen sie.

Zum ersten Mal dabei ist Agnes Kreuzer, die extra aus Bottrop angereist ist. „Ich weiß auch nicht, ob das hier alles so richtig ist“, kommen ihr lachend die ersten Zweifel, die Tochter Christiane sofort zerstreut. „Das wird toll. Du wirst sehen“, meint sie und bekommt nickend Unterstützung von den anderen bibbernden Mitschwimmern.

Offenbar haben sich die Erstschwimmer rund um die Bottroperin zusammengetan. „Wir haben sogar schon Telefonnummern ausgetauscht“, meint Michael Schilf aus Aachen und strahlt. „Das glaubt mir keiner, dass ich das hier wirklich mitmache. Ich habe mich wochenlang drauf vorbereit und viel gegessen. Fett schwimmt ja oben“, erklärt und zeigt grinsend auf seinen Bauchansatz. Friederike Volk ist aus Karlsruhe gekommen und hat sich fürs Wasser chic gemacht: Sie trägt einen blau-weiß geringelten Ganzkörper-Badedress. „Mich hat eine Freundin überredet“, sagt sie. Die Strömung war diesmal durch das Hochwasser bedingt enorm.

Die Kanuten des Unkeler Kanuclubs, unterstützt durch Kanuten aus Bad Honnef, Remagen und Oberwinter, begleiteten die Schwimmer, ebenso wie die Boote der Feuerwehr. Sie mussten gleich nach dem Start unter Beweis stellen, wie schnell sie im Ernstfall Hilfe leisten. Sie fischten einen Teilnehmer, der kurz nach dem Start kollabierte, aus dem Wasser, der nach notärztlicher Versorgung ins Krankenhaus gebracht wurde.

Mit Musik der „Barhocker“, die das Heer der Schwimmer per Boot begleiteten, ging es zum Ziel, wo es für alle eine hochprozentige „Schluckimpfung“ gab, die gegen die Kälte und Bakterien hilft.

Sabine Nitsch

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