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Reifen Gundlach an holländische Holding verkauft

Raubach / Daufenbach – Reifen Gundlach hat neue Besitzer: Der japanische Handelskonzern Itochu hat den Raubacher Großhändler an die niederländische Pon-Gruppe verkauft. Das bestätigt Gundlach-Geschäftsführer Gebhard Jansen auf RZ-Nachfrage. Über den Preis macht er keine Angaben. Jansen betont, dass dies eine gute Nachricht sei.

Von unserem Redakteur Ulf Steffenfauseweh

Bei den Holländern handele es sich keinesfalls um eine sogenannte Heuschrecke, die das Raubacher Unternehmen filettieren will. Vielmehr sei die Übernahme für die Niederländer eine strategische Investition. „Gundlach ist für Pon die ideale Basis, um in Deutschland Fuß zu fassen und Marktanteile zu generieren“, ist Jansen sicher, und er unterstreicht: „Dieser Investor denkt nicht in Jahren, sondern in Jahrzehnten.“
Und dieser Investor ist kein riesengroßer Gemischtwarenladen wie das über 50 Milliarden US-Dollar Umsatz schwere japanische Handelshaus, in dem Reifen Gundlach nur ein sehr kleiner Teil war. „Itochu ist praktisch in jedem Geschäftsfeld tätig – von Satellitentechnologie bis Instantnudeln“, berichtet der Geschäftsführer. Pon dagegen sei auf den Automotivebereich spezialisiert, was er als klaren Vorteil für Gundlach ansieht.
Klein ist die niederländische Holding allerdings auch nicht: Sie umfasst laut Jansen rund 250 Betriebe mit knapp 11 000 Mitarbeitern, die weltweit aktiv sind und circa 6 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaften.
Pon ist laut Jansen „die nötige Plattform“, um strategisch und finanziell die weitere Entwicklung von Gundlach zu unterstützen. „Wir möchten weiter wachsen. Da war die Übernahme für uns ein guter und wichtiger Schritt“, sagt er und kündigt an, dass sein Unternehmen noch in diesem Jahr erste Bauten auf den bereits erworbenen Flächen im angrenzenden (neuen) Industriegebiet Dürrholz-Linkenbach errichten wird.
Konkrete Zahlen, wie hoch die Investition ausfallen wird, will Jansen allerdings nicht nennen. Er spricht nur von „einer hohen Summe“ und teilt außerdem mit, dass durch die Expansion neue Arbeitsplätze geschaffen werden. „In den nächsten drei Jahren stellen wir sicher 40 zusätzliche Leute ein“, verspricht er. Das gesuchte Spektrum werde von relativ einfachen Tätigkeiten in der Logistik bis zu Managerpositionen reichen.
Doch gibt es dafür in unserer Region überhaupt das nötige Personal? Der Fachkräftemangel ist schon ein Problem, konstatiert Jansen auf RZ-Nachfrage. Auf der anderen Seite biete sein Unternehmen so gute Karrierechancen, dass es gelinge, Leute zu überzeugen, ihren Lebensmittelpunkt in die Region zu verlegen. Darüber hinaus bilde das Unternehmen selbst aus und schule im Schnitt jeden Mitarbeiter pro Jahr mit zehn Aus- und Weiterbildungstagen. Außerdem hat Gundlach bereits vor zwei Jahren ein „Assistenzprogramm“ gestartet. Das heißt praktisch, dass jeder Ressortleiter einen Assistenten bekommen hat, der durch seine Tätigkeit auf die Übernahme einer künftigen Führungsposition vorbereitet wird.
Gute Voraussetzungen also für ein weiteres Wachstum. Und das ist auch für die Region wichtig. Denn Reifen Gundlach ist als GmbH im hiesigen Handelsregister eingetragen und zahlt daher auch in der VG Puderbach seine Gewerbesteuern. Laut Gebhard Jansen ist das Unternehmen (unabhängig von der Holding) „finanziell sehr gesund“.

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