40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » RZ Neuwied/Linz
  • » Premiere: Zum Wiehern ins Urbacher Theater
  • Aus unserem Archiv
    Urbach

    Premiere: Zum Wiehern ins Urbacher Theater

    Schimmel in der Auslage muss kein Zeichen mangelnder Frische sein. Zumindest gilt das für die Pferdemetzgerei von Leopold und Josefine Postmüller. Hinter deren Kulissen blickten die Zuschauer der Theatergruppe im Kirchspiel Urbach am Wochenende: Die Truppe hatte wieder einmal die Turnhalle des Jugendheims zum Theatersaal gemacht und seine Gäste zu einer Komödie zum Wiehern eingeladen: "Im schwarzen Rössel am Golfballsee" ist nicht viel Ponyhof-Romantik zu finden, aber das fanden die Zuschauer eher galoppierend komisch.

    Die Gäste entsetzt, die Wirtleute entzückt: So ganz rund läuft der Schimmel in der Pferdemetzgerei Postmüller nicht. 
    Die Gäste entsetzt, die Wirtleute entzückt: So ganz rund läuft der Schimmel in der Pferdemetzgerei Postmüller nicht. 
    Foto: Angela Göbler

    Von unserer Mitarbeiterin Angela Göbler

    Es ging schon in Rathäuser, auf Bauernhöfe und in fahrende Züge: 2016 nahmen sich die Urbacher die Gastronomie vor und dabei machten Fury, Flicka und Konsorten richtig lange Gesichter: Die landen nämlich bei Familie Postmüller gleich im Fleischwolf und anschließend in der Metzgerei-Auslage oder auf den Tellern der Gäste in der angeschlossenen Pension. Dumm nur, dass über allem schon die Fliegen kreisen, denn nicht nur Wurst und Fleisch, sondern auch die Hotelbetten sind am Golfballsee nicht mehr ganz frisch. Kein Wunder, dass Wirtin Josefine (Dorothee Deneu) hufschlagend gerne mit Gast Sigismund (Carsten Dilthey) anbändelt, während dessen Frau Claire (Nicole Schmidt) sich Metzger Schulz (Hans Nußbaum) schnappt und Verkäuferin Moni (Heike Dilthey) mit Wirt Leopold (Jo Urban) im Bierkeller verschwindet. Klar, dass die verdrehten Paare nicht unentdeckt blieben, während noch ein Kredithai (Martin Fleckner) und ein dubioser Indianerverein am Golfballsee ihre Hufabdrücke hinterlassen.

    Mit Verwechselungen und schweifsträubenden Absurditäten auf der Bühne haben die Urbacher inzwischen reichlich Erfahrung: Das "Schwarze Rössel" ist schon ihre elfte, große Produktion, und die Truppe weiß, was sie ihren Fans schuldig ist: Zum Wiehern komisch muss es sein und bitte keine Dramen! Da passte die Postmüllersche Metzgerei ins Konzept wie das Pony in die Wurstmaschine: Es darf nach Herzenslust gekreischt, gefummelt und gepoltert werden, bis die Hufeisen klappern. Dahinter steckt viel Arbeit: Über Gaststätte und Verkaufsraum auf der Bühne riecht man fast das Frittenfett, das Wirt Leopold sonst so gerne im Golfballsee verklappt. Damit das hinhaut, investieren die Theateraktiven ein halbes Jahr Arbeit, unzählige Probenstunden und viel Nerven und Herzblut. Routine hin oder her: Dass die Akteure auch mit Spaß an die Sache gehen, merkt man den Aufführungen an.

    "Wer zuletzt lacht, den bestraft das Leben", sinnierte Hausherr Leopold etwas schräg auf der Bühne. Die Zuschauer ließen sich das Lachen aber nicht nehmen und bedachten die Laienmimen mit ordentlich Hufeklappern. Oder war es Applaus? Wo Schweine zu Pferden werden und Metzger zu Indianern macht das wohl keinen großen Unterschied. Lustig war’s fürs Publikum allemal. Und das ist für die Urbacher Theaterfans noch immer das Wichtigste.

    Neuwied Linz
    Meistgelesene Artikel
    Anzeige
    Top Angebote auf einen Klick
    Anzeige
    Online regional
    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Regio-CvD Online

     

    Mail

    Anzeige
    epaper-startseite
    Regionalwetter Neuwied
    Dienstag

    14°C - 15°C
    Mittwoch

    11°C - 19°C
    Donnerstag

    12°C - 18°C
    Freitag

    8°C - 16°C
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach