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Rengsdorf/Waldbreitbach

Politische Geburtsstunde für neue VG: Auf den Rat warten schwere Entscheidungen

Ralf Grün

Die Geburtsstunde der politischen Arbeit in der neuen Verbandsgemeinde Rengsdorf-Waldbreitbach ist Geschichte. In seiner konstituierenden Sitzung, in der vor allem die Hauptsatzung inklusive kontrovers diskutierter Beigeordnetenregelung auf den Weg zu bringen war, hat der VG-Rat gleich seine Handlungsfähigkeit unter Beweis gestellt. Dabei ging es zunächst ungewöhnlich still los. Zwei Minuten vor 19 Uhr hätte man im Oberradener Dorfgemeinschaftshaus eine Stecknadel fallen hören können, und das, obwohl der Saal voller Menschen war. Neben dem Rat wollten auch zahlreiche ehemalige Ratsmitglieder aus Rengsdorf und Waldbreitbach (siehe Auslagerung) sowie eine Reihe von interessierten Bürgern, darunter Landrat Achim Hallerbach und die ehemaligen Bürgermeister Werner Grüber und Alfons Becker, den laut Bürgermeister Hans-Werner Breithausen „historischen Tag für die Verbandsgemeinde Rengsdorf-Waldbreitbach“ live miterleben. Offenkundig warteten alle gespannt auf den Startschuss durch den Verwaltungschef.

Auf den neuen Verbandsgemeinderat warten schwierige Entscheidungen wie die zum Wiedtalbad. Foto: privat
Auf den neuen Verbandsgemeinderat warten schwierige Entscheidungen wie die zum Wiedtalbad.
Foto: privat

Vereidigung: Breithausen legte gemeinsam mit Birgit Haas pünktlich los, wobei zunächst er selbst im Mittelpunkt stand. Seine bisherige Stellvertreterin Haas ernannte und vereidigte Breithausen als Bürgermeister. Sie wünschte ihm frei nach Aristoteles Rückenwind und dass er die Segel für die Verbandsgemeinde so setzen möge, dass es vorwärtsgeht. Die Lacher auf ihrer Seite hatte Haas, als sie auf das Geschenk für Breithausen zu sprechen kam: „Da die Partnerschaft für den Gänsegeier im Neuwieder Zoo schon besetzt war, haben wir uns etwas anderes überlegt.“ Dabei griffen die Genossen den Umstand auf, dass es während des Wahlkampfes von Breithausen des Öfteren zu Verwechselungen gekommen sei. Ein gerahmtes Bild zeigte demzufolge zwei verblüffend ähnliche Porträts: eins von Breithausen und eins von Schauspieler Wolfgang Stumph (Stubbe – von Fall zu Fall).

Breithausen nahm es mit einem breiten Lachen entgegen und hielt fest, dass er stolz ist, „als erster urgewählter Bürgermeister der neuen Verbandsgemeinde agieren zu dürfen“. Deren Slogan „Ein starkes Stück Westerwald an Aubach und Wied“ hält er für äußerst treffend, gleichwohl seien Ziele wie eine finanzstarke Kommune nur gemeinsam zu schaffen. „Erste Schritte sind gemacht, der Verwaltungsapparat läuft, wenngleich es hier und da noch etwas knirscht.“Alsbald stünden wichtige Themen wie Wiedtalbad, Tourismus, Schulen, Vereinswesen und Feuerwehr auf der Agenda. „Ich reiche angesichts der Aufgaben allen Kommunalpolitikern die Hände für eine gute Zusammenarbeit.“

Anträge zur Hauptsatzung: Neben ihrem gescheiterten Antrag zu den Beigeordneten wollte die CDU-Fraktion noch einen zusätzlichen Passus zur Zusammenarbeit von Bau-, Planungs- und Umweltausschuss und dem Ausschuss für Wirtschaft und Touristik in die Hauptsatzung aufnehmen lassen. Laut Schicker zielt dieses Ansinnen auf eine enge Abstimmung zwischen beiden Ausschüssen, etwa, wenn es künftig um das Wiedtalbad geht.

Darüber hinaus brachten nur noch die Grünen eine Reihe von Änderungsanträgen ein. Allerdings erledigten sich zahlreiche Wünsche aufgrund der Festlegungen in der Gemeindeordnung: So kann etwa ein Ältestenrat, der vornehmlich Beratung des Bürgermeisters dient, im Streitfall nicht als Schlichtungsorgan fungieren. Genauso wenig können ehemalige Ratsmitglieder einen Sitz im Ältestenrat einnehmen. Dafür gibt es künftig öffentliche Mitteilungen auch in Schaukästen an den Ratshäusern in Rengsdorf und Waldbreitbach zu lesen. Schließlich stieß Bürgermeister Hans-Werner Breithausen mit seinem Wunsch auf Verständnis, die Satzung im Hinblick auf die Feuerwehr erst einmal wie bisher zu belassen.

Beigeordnetenwahl: Der Rat verständigte sich auf den 5. Februar als nächsten Sitzungstermin. Dann werden die vier ehrenamtlichen Beigeordneten gewählt.

Von unserem Redakteur Ralf Grün

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