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Neuwied

Planungsfehler: Rheintreppe am Deich wird teurer

Ulf Steffenfauseweh

Die neue Treppe am Neuwieder Rheinufer wird voraussichtlich 115.000 Euro teurer, als geplant. Bei der Ausführung hat das Bauunternehmen festgestellt, dass die angenommenen und ausgeschriebenen Fundamente nicht die ausreichende Traglast aufnehmen kann. Die Höhendifferenzen des Rheinbettes ist nicht richtig ermittelt worden, das Niveau des Rheinbettes ist tatsächlich deutlich tiefer als vom Planer angenommen. Der vom Planungsbüro vorgesehene Magerbeton reicht daher nicht, es muss erheblich mehr Material verarbeitet werden, um die Treppe fertig zu stellen.

Nahe der Deichkrone soll eine zweite Treppe zum Rhein – ähnlich der am Pegelturm auf dem Foto – entstehen. Die Kosten dafür erhöhen sich jetzt gegenüber der Planung um 115 000 Euro.
Nahe der Deichkrone soll eine zweite Treppe zum Rhein – ähnlich der am Pegelturm auf dem Foto – entstehen. Die Kosten dafür erhöhen sich jetzt gegenüber der Planung um 115 000 Euro.
Foto: Ulf Steffenfauseweh

Den Planungsfehler bestätigte Stadtsprecher Erhard Jung auf RZ-Nachfrage. „Das ist sehr ärgerlich“, kommentiert er, wehrt sich jedoch gegen den Begriff „Mehrkosten“. „Es ist kein wirklicher Schaden entstanden. Es ist falsch berechnet worden, aber gemacht hätte es trotzdem werden müssen“, sagt er, gibt aber gleichzeitig zu, dass es für die Stadt bei richtiger Ausschreibung möglicherweise „ein wenig“ günstiger geworden wäre. Über die Höhe können man jedoch nur spekulieren.

Dennoch will die Verwaltung „mit dem Planungsbüro reden“ und auch juristisch prüfen, ob sie Schadenersatzansprüche geltend machen kann. Jung betont weiter, dass die Überprüfung des Angebotes zu den Aufgaben des Planungsbüros gehörte und nicht Sache der Stadt war.

Mit „völligem Unverständnis“ hat dagegen die SPD-Fraktion laut einer Pressemitteilung im Neuwieder Stadtrat auf die Informationen über Mehrkosten reagiert. „Wie kann das sein, dass das Planungsbüro Magerbeton vorgesehen hatte? Wieso wurde das nicht erkannt?“, fragt Fraktionschef Sven Lefkowitz.

„So kann es nicht weitergehen“ ist auch die einhellige Meinung der gesamten SPD-Fraktion. Dass dies nicht die erste Fehlentwicklung ist, untermauern die Sozialdemokraten mit dem Hinweis auf die „unsägliche Panne“ bei den Bohrpfählen am Deich und die Ausführungen der Befestigung am Rheinufer in Irlich. Dort riss das Hochwasser den gerade erst eingebrachten Rasen wieder mit sich und musste durch eine standhafte Alternative mit hohen Mehrkosten ersetzt werden.

„Die städtische Bauverwaltung muss im Vorfeld die Maßnahmen und Ausschreibungen auf ihre Richtigkeit überprüfen, um weitere Mehrkosten für die Stadt zu verhindern“, unterstreicht SPD-Planungssprecher Uwe Siebenmorgen. Und Lefkowitz fordert „Es müssen seitens der Stadt alle Maßnahmen ergriffen werden, um die entstandenen Mehrkosten beim Planungsbüro geltend zu machen und juristisch die Schadensersatzpflicht zu prüfen“.

Dr. Jutta Etscheidt von der Bürgerliste „Ich tu's“ bezweifelt laut einer kurzen Pressemitteilung jedoch, dass der Vorschlag der Firma, ihren Fehler mit großen Mengen Magerbeton auszugleichen, die beste Lösung ist. „Abgesehen von den Zusatzkosten ist dieser Vorschlag sehr vom Wasserstand des Rheins abhängig und kann dadurch zu unvorhersehbaren Zeitverzögerungen führen.“ Zusammen mit dem Experten für Wasserbau Rolf Hirth hat sie Alternativen erarbeitet und alle Fraktionen des Stadtrates zu einer Informationsveranstaltung eingeladen, damit diese vorgestellt und diskutiert werden können.

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