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Neuwied

Pläne für Rasselsteingelände: Neuwied hofft auf 12 Millionen Euro vom Land

Ulf Steffenfauseweh

Die Hoffnung, im Zuge einer Landesgartenschau das Rasselsteingelände entwickeln zu können, haben sich bekanntlich im Spätsommer zerschlagen. Plan B lautet: Neuwied will sich für das Förderprogramm „Stadtumbau West“ bewerben.

Weil man aber, wie Oberbürgermeister Nikolaus Roth sagte, „eine Million Quadratmeter mitten in der Stadt auch nicht einfach liegen lassen kann“, haben die Verantwortlichen in der Verwaltung mit Hochdruck eine Alternative ausgearbeitet, die nun präsentiert wurde.

Plan B lautet: Neuwied will sich für das Förderprogramm „Stadtumbau West“ bewerben. Damit verbunden ist die Hoffnung auf 12 Millionen Euro aus Mainz. Insgesamt stehen unter dem Strich rund 15 Millionen Euro an Aufwendungen, womit 3 Millionen bei der Stadt beziehungsweise einer noch zu gründenden Entwicklungsgesellschaft verbleiben würden.

„Das Land hat versprochen, uns bei der Entwicklung zu unterstützen. Das ist zwar keine Garantie, dass wir in dieses Programm aufgenommen werden, aber es ist eine Möglichkeit“, gab sich Roth zuversichtlich. Der OB verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass der ebenfalls nicht zum Zuge gekommene Ex-LaGa-Konkurrent Bad Kreuznach für sein Vorhaben bereits die Zusage für eine Förderung auf anderem Wege bekommen hat.

Der Plan teilt das Gelände in drei Bereiche. Wohl am wichtigsten ist dabei im Südosten „Wohnen und Arbeiten“. Hier sollen zwischen Wied und Hammergraben 500 bis 700 neue Wohneinheiten entstehen. „Das neu konzipierte Wohn- und Dienstleistungsquartier zeichnet sich durch eine relativ hohe städtebauliche Dichte aus. Gleichzeitig sorgen qualitativ hochwertige Grünräume und größtenteils verkehrsberuhigte Bereiche für eine attraktive Wohnqualität“, heißt es im Konzept wörtlich. Dafür sind unter anderem Parkhäuser an den Rändern vorgesehen.

28 Millionen Euro sollen laut dem Konzept insgesamt für das Projekt ausgegeben werden. Auf der Einnahmenseite stehen dem 12,75 Millionen Euro an geplanten Verkaufserlösen gegenüber.

Im Zentrum des Wohngebiets soll an die 300-jährige industrielle Nutzung erinnert werden. „Das Rückgrat des Quartiers bildet die zentrale Platzachse im Bereich des ehemaligen Gleiskörpers“, heißt es dazu im Entwurf. Und weiter:„Entlang dieser Achse soll ein Dienstleistungsband mit eingestreuten öffentlichen Nutzungen das Quartier beleben. Der Lokschuppen und das ehemalige Stellwerk sollen bleiben und einer neuen, identitätsstiftenden Nutzung zugeführt werden.

In dem durch einen Grünstreifen abgetrennten nördlichen Bereich ist eine gewerbliche Nutzung vorgesehen. Die Vision lautet, dort ein Technologie- und Gründerzentrum sowie einen Nahversorger zu installieren. Im Westen sollen dagegen entlang der Wied „attraktive neue Freiräume“ entstehen. Wegen der Hochwassergefahr, die eine Bebauung ausschließt, müssen sie „robuster“ gestaltet werden.

Bürgermeister Jan Einig sprach bei der Präsentation von einem ambitionierten Vorhaben. „Es ist wahrscheinlich das Größte der vergangenen Jahrzehnte“, kommentierte er. Im Gegensatz zur Landesgartenschau, bei der Investitionskosten in Höhe von 17 Millionen Euro angesetzt waren, sei es das „etwas günstigere“ Konzept, sagte er, machte aber gleichzeitig deutlich, dass die Projekte wegen des unterschiedlichen Gebietszuschnitts nur schwer vergleichbar sind.

Ein wesentlicher Unterschied zur LaGa ist allerdings, dass es keinen festen Zeitpunkt gibt, zu dem das Konzept umgesetzt sein muss. Stattdessen ist eine sukzessive Entwicklung vorgesehen. „Es wird wahrscheinlich schon länger dauern“, gab Einig zu. Nach „viel Planungsarbeit“ könnten die ersten Gebäude „bei optimistischer Betrachtung vielleicht in vier Jahren stehen“. Die zum Konzept gehörende Kosten- und Finanzierungsübersicht ist insgesamt auf einen geschätzten Zeitraum von zehn Jahren angelegt.

Konzept und Kaufpreis sind noch nicht endgültig: Das vorgestellte Konzept ist keine endgültige Planung. Das unterstrich OB Nikolaus Roth bei der Vorstellung. Wie er sagte, geht es zunächst um die Bewerbung für das Förderprogramm. Sollte diese erfolgreich sein, werde aller Voraussicht nach anschließend ein Wettbewerb ausgeschrieben und die Bevölkerung einbezogen. Roth betonte außerdem, dass auch die im Konzept enthaltenen Zahlen nicht endgültig sind. Das gilt vor allem für den Kaufpreis. Hier sind 5,89 Million Euro für Thyssen-Krupp angesetzt. „In der Projektkalkulation müssen wir eine Zahl nennen. Aber die kann sich noch deutlich ändern und ist nicht mit dem zu verhandelnden Kaufpreis gleichzusetzen“, stellte Roth klar und verwies darauf, dass sich Stadt und Eigentümer darauf geeinigt haben, dass zunächst eine Altlastenuntersuchung durchgeführt wird. Deren Ergebnis wird sich auf den Kaufpreis auswirken. Außerdem, so der OB weiter, sei noch nicht entschieden, ob Neuwied über eine zu gründende Stadtentwicklungsgesellschaft das Gelände in Gänze erwirbt oder ob Teilflächen vorher separat an private Investoren vermarktet werden.
Von unserem Redakteur Ulf Steffenfauseweh

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