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Kreis Neuwied

Nandus von Wolf gerissen? Verdachtsfall in Neustadt wird untersucht

Seit gut drei Monaten ist der Westerwald Präventionsgebiet für den Wolf, doch in dieser Zeit hat das Raubtier im Kreis Neuwied und den Nachbarkreisen nicht mehr von sich reden gemacht. Es gab keine weiteren Sichtungen der vermutlich zwei ansässigen Individuen und keine Tierrisse mehr mit dem Wolf als „Tatverdächtigem“ – bislang. Denn am Dienstagabend hat eine Tierhalterin in Hombach, Gemeinde Neustadt, drei ihrer Nandus tot in ihrem Gehege gefunden, wie die Polizei Straßenhaus bestätigt. Die Laufvögel sollen Kehlbisse aufweisen, in einem für die Behörden verfassten Einsatzbericht der Polizei ist offenbar von „besonderer Brutalität“ bei der Tötung der Nandus die Rede, was die Beamten wohl auf einen Wolf schließen ließ.

Wolf
Ein Wolf in einem Wildgehege.
Foto: Monika Skolimowska/Illustration – dpa

Dieser Deutung mag Moritz Schmitt von der Stiftung Natur und Umwelt allerdings nicht folgen. Der Zuständige für das Wolfsmonitoring hat sich am Donnerstag selbst ein Bild von der Situation gemacht und nennt ein Indiz, dass ihn an einem Wolfsriss zweifeln lässt. „In dem Gehege standen auch zwei junge Kamerunschafe“, berichtet er. Die seien für den Wolf „eine leichte und leckere Beute“, die er den durchaus wehrhaften Nandus normalerweise vorziehe. Sein Kollege Jan Hoffmann sekundiert mit der Information, dass sich der Wolf zu annähernd 99 Prozent von Schalenwild ernähre, zu dem biologisch gesehen auch Schafe zu zählen seien. Seine Vermutung: Es könnte eher ein streunender Hund verantwortlich sein.

„Wir werden den Fall jetzt in Ruhe bewerten“, kündigt Schmitt an. Allerdings wird sich zweifelsfrei wohl nicht mehr klären lassen, welches Tier für die Tötung der Nandus verantwortlich ist. „Wir konnten keine DNA-Probe entnehmen. Dafür war die Verwesung der Nandus zu weit fortgeschritten“, sagt Schmitt. Er selbst habe erst am Mittwochnachmittag bei einer Tagung in Kassel von dem Fall erfahren und nicht früher reagieren können. mif

Wer einen Wolf gesehen oder Verdacht auf einen Wolfsriss hat, meldet sich unter Tel. 06306/911.199

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