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Niederbreitbach

Nabu Waldbreitbach: Gerd Hasbach liegt die Natur am Herzen

Beim Frühschoppen vor 24 Jahren hat Gerd Hasbach zusammen mit zwei Kollegen kurzerhand beschlossen, sich für den Vorstand der Nabu-Ortsgruppe Waldbreitbach zur Verfügung zustellen. Aus dem kurzfristigen Einspringen sind dann fast 25 Jahre als Vorstand geworden.

Auf das Feuchtgebiet im Fockenbachtal ist Gerd Hasbach (links) besonders stolz. Gemeinsam mit Franz Michels hat sich der Naturfreund für Niederbreitbach engagiert. Foto: Nina Borowski
Auf das Feuchtgebiet im Fockenbachtal ist Gerd Hasbach (links) besonders stolz. Gemeinsam mit Franz Michels hat sich der Naturfreund für Niederbreitbach engagiert.
Foto: Nina Borowski

Von unserer Redakteurin Nina Borowski

Niederbreitbach – Beim Frühschoppen vor 24 Jahren hat Gerd Hasbach zusammen mit zwei Kollegen kurzerhand beschlossen, sich für den Vorstand der Nabu-Ortsgruppe Waldbreitbach zur Verfügung zustellen. "Der amtierende Vorsitzende wollte nicht mehr, und wenn sich kein Nachfolger gefunden hätte, wäre unsere Gruppe aufgelöst worden", erinnert sich Gerd Hasbach im Gespräch mit der RZ. Aus dem kurzfristigen Einspringen sind dann fast 25 Jahre als Vorstand geworden.Doch im Frühjahr hat Gerd Hasbach sein Amt an Susan Hubert übergeben: "Ich wollte Platz machen für Jüngere mit neuen Ideen", sagt der Rentner und ergänzt: "Das zunehmende Alter spielt natürlich auch eine Rolle." Auch wenn der Naturliebhaber sein Amt abgegeben hat, bedeutet das nicht, dass er sich komplett zurückzieht: "Ich mache weiter. Der Naturschutz ist für mich eine Freizeitgestaltung." Die neue Vorsitzende Susan Hubert antwortet mit deutlichem Kopfnicken: "Ohne dich, deine Erfahrung und dein Wissen geht es auch nicht", ergänzt sie. Für Hasbach ist das eine Selbstverständlichkeit: "Alt und Jung sollten Hand in Hand arbeiten."

Das Anpacken gehört für Hasbach dazu. "Wir wohnen hier auf dem Land. Ich bin hier geboren, ich werde hier sterben, und in der Zwischenzeit setze ich mich für meine Heimat ein", sagt er und ergänzt: "Gerade kleine Orte sind darauf angewiesen." Den "Draht zur Natur", hat Gerd Hasbach schon von klein auf. Durch sein Engagement im Ort, lag der Schwerpunkt der Nabu-Gruppe Waldbreitbach in all den Jahren vorwiegend auf Niederbreitbach. "Wir haben viel Amphibienschutz und Vogelschutz gemacht", zieht er Bilanz. Besonders stolz ist die Ortsgruppe auf eine Nistkastenkamera, die sie vor Jahren im Kirchturm im Nest von Turmfalken aufgestellt hatten: "Bevor die Leute in die Kirche gegangen sind, konnten sie sich auf einem Monitor die Turmfalken ansehen", sagt Hasbach, und Susan Hubert ergänzt: "Das könnten wir eigentlich mal wieder machen." Der Amphibienschutz war bei den Naturschützern immer ein großes Thema. In einem Jahr haben sie allein im Fockenbachtal 3500 Molche über die Straße getragen.

Besonders stolz ist der ehemalige Vorsitzende auf zwei Feuchtgebiete im Fockenbachtal: "Die haben wir geschaffen", sagt er und lässt den Blick über die Wasserfläche schweifen. Am Ufer haben sich seit 2010 viele Pflanzen angesiedelt. Darunter auch wilde Pfefferminze, die besonders bei den umherfliegenden Schmetterlingen sehr begehrt ist. "Wir haben 2010 erst mal nur das Erdloch ausgehoben und der Natur dann Raum gegeben, sich zu entfalten", erläutert Hasbach. Ein Blick rund um das Feuchtgebiet zeigt, dass die Natur das auch getan hat. Über die Jahre haben Hasbach und sein Team deutliche Veränderungen in der Natur festgestellt: "Die landwirtschaftlich genutzten Flächen sind stark zurückgegangen. Und die Zahl der Bauern. Wir haben nur noch zwei im Ort. Und das verändert auch das Landschaftsbild. Das führt auch dazu, dass Wiesen nicht mehr genutzt werden und verbuschen." Besonders besorgt sieht er den Trend hin zu pflegeleichten Ziergärten: "Darunter leidet die Artenvielfalt. Wie soll sich bei Schottergärten denn noch etwas ansiedeln?"

Neben der Arbeit direkt in der Natur hat Gerd Hasbach auch immer versucht, den Menschen Naturschutz nahezubringen. "Ich habe Naturschutz früher noch in der Schule gelernt. Aber wer kann heute noch Vögel unterscheiden und erkennen?" Grundsätzlich hört die Arbeit für Hasbach nicht hinter dem Ortsschild auf: "Wir haben uns auch immer wieder außerhalb der Ortsgemeinde oder der Verbandsgemeinde eingesetzt oder mit anderen Gruppen zusammengearbeitet." Für die Zukunft wünscht sich der Naturfreund "Leute mit Herz", die sich weiterhin für die Natur einsetzen.

Weitere Infos über die Arbeit der Nabu-Gruppe Waldbreitbach gibt es im Internet unter www.nabu-waldbreitbach.de

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