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Bonn

Muss Bonn diesmal Pützchens Markt ausfallen lassen?

Der größten Kirmes der Region droht in diesem Jahr überraschend das Aus: Eigentlich soll die 643. Auflage von Pützchens Markt am Freitag, 10. September, offiziell mit dem Fassanstich beginnen, doch es scheint, dass Bonns Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch nicht zum großen Holzhammer greifen muss, um das Traditionsfest im Stadtteil Pützchen zu eröffnen. Jochen Stein, Chef der Berufsfeuerwehr, kündigte an, die Kirmes in diesem Jahr nicht zu genehmigen.

Steht das Riesenrad in diesem Jahr still, weil der Markt ausfällt?
Steht das Riesenrad in diesem Jahr still, weil der Markt ausfällt?
Foto: Michael Sondermann

Bonn. Der größten Kirmes der Region droht in diesem Jahr überraschend das Aus: Eigentlich soll die 643. Auflage von Pützchens Markt am Freitag, 10. September, offiziell mit dem Fassanstich beginnen, doch es scheint, dass Bonns Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch nicht zum großen Holzhammer greifen muss, um das Traditionsfest im Stadtteil Pützchen zu eröffnen. Jochen Stein, Chef der Berufsfeuerwehr, kündigte an, die Kirmes in diesem Jahr nicht zu genehmigen.

Die Massenpanik bei der Loveparade in Duisburg am 24. Juli, bei der 21 Menschen starben und sich über 500 Menschen verletzten, bringt das bestehende Sicherheitskonzept für den sechstägigen Jahrmarkt, zu dem in diesem Jahr rund eine Million Besucher erwartet werden, ins Wanken: Seit zwei Wochen arbeitet die Stadtverwaltung an neuen Parametern für die Sicherheit (die RZ berichtete).
Der oberste Feuerwehrmann der Bundesstadt erklärte jetzt, dass die Großkirmes nur stattfindet, wenn alle Forderungen seines mehrseitigen Konzeptes erfüllt sind. Falls nicht, fällt der Großrummel fällt in diesem Jahr aus.
Das Arbeitspapier Steins sieht vor, dass nur noch 350 statt 550 Schausteller ihre Buden und Fahrgeschäfte auf dem 80 000 Quadratmeter großen Gelände aufbauen können. Besonders die Zugänge zur Marktstraße und zur Friedensstraße möchte der 42-Jährige ausdünnen. Am Adelheidisplatz sowie am Anfang der Marktstraße soll es gar keine Buden geben.
„Bei üblicherweise zu erwartenden Schadensfällen im Veranstaltungsgelände und im unmittelbaren Umfeld wie zum Beispiel der Brand einer Bude, Unfall an einem Fahrgeschäft, Wettereignis, Brand in angrenzenden Wohngebieten und auch bei Scheingefahren müssen Fluchtbewegungen und Gefahrenabwehrmaßnahmen möglich sein und bleiben“, heißt es in dem Papier Steins. Ebenso möchte der studierte Maschinenbauer die Zahl der Fluchtwege erhöhen und Platz für ein Notlazarett am Holzlarer Weg schaffen. Dafür möchte Stein, seit 2005 Chef der Bonner Berufsfeuerwehr, die dortigen Wohnwagen der Schausteller vom Rummelplatz verbannt sehen.
Bonns OB war gestern nicht für eine Stellungnahme zu erreichen – er ist bis Montag im Urlaub. Den gönnt sich derzeit auch der Feuerwehrchef.
„Pützchens Markt fällt nicht aus“, sagte gestern Peter Barth, Chef der Bonner Schausteller, der RZ. „Es sind nur ein paar Engpässe zu beseitigen“, erklärte der Sohn der bekannten Bonner Schaustellerfamilie optimistisch. Am Mittwoch werden alle Sicherheitsfragen bei einem Treffen im Bonner Stadthaus geklärt, ist sich der Jahrmarktunternehmer sicher.
Die Stadt Bonn schließt eine Absage der Großkirmes dagegen nicht kategorisch aus, wie sie gestern in einer Mitteilung unterstrich: Mit dem Sicherheitskonzept, über das die Verwaltungsspitze in der nächsten Woche entscheiden wird, steht und fällt die Großkirmes.
Eine Voraussetzung der Genehmigung sei, „dass in allen entscheidenden Fragen Konsens erzielt“ werde und das Konzept „von allen an sicherheitsrelevanten Fragestellungen beteiligten Dienststellen der Stadtverwaltung und der Polizei unterzeichnet wird“, heißt es in einer Erklärung der Stadt. Anschließend werde die Verwaltung das Papier vorstellen. Mario Quadt

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