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    Koblenz/Unkel

    Mit Softair-Pistole gedroht: Täter muss ins Gefängnis

    Zu dreieinhalb Jahren Haft hat das Landgericht Koblenz jetzt einen 29-Jährigen verurteilt, weil er am Unkeler Bahnhof einen jungen Mann mit einer Softair-Pistole bedroht und ihn zur Herausgabe seines Handys gewzungen hat.

    Von unserer Mitarbeiterin Yvonne Stock

    Koblenz/Unkel. Er richtete in der Nacht an einer dunklen Straßenkreuzung in der Nähe des Bahnhofs Unkel seine Softair-Pistole auf den jungen Mann und zwang ihn zur Herausgabe seines Handys und des Headsets (die RZ berichtete). Dafür verurteilte das Landgericht Koblenz am Donnerstag den 29-jährigen Angeklagten zu dreieinhalb Jahren Haft, von denen wegen der langen Verfahrensdauer drei Monate als bereits vollstreckt gelten.

    "Mir tut es sehr leid", ließ der Mann mit der spanischen Staatsbürgerschaft seinen Anwalt Peter Krieger verlesen. Er sei in dieser Nacht im Januar 2013 von einem Freund gekommen, mit dem er Drogen genommen habe. Im Zug nach Hause nach Bad Honnef sei er eingeschlafen und erst vor Linz wieder aufgewacht. Weil kein Zug mehr in seine Richtung fuhr, habe er sich dort ein Fahrrad "genommen" und sei irgendwann in Unkel auf das Opfer getroffen.

    Erst habe er ihn nur nach dem Weg nach Bad Honnef gefragt, dann nach dessen Handy. Als der junge Mann dieses herausholte, habe er seine Softair-Pistole gezogen und das Handy und das Headset im Wert von rund 500 Euro verlangt. "Ich wollte die Sachen später verkaufen, um an Geld zu kommen, um Drogen zu kaufen", trug der Anwalt für seinen Mandanten vor. Die Polizei hatte den Angeklagten nach dem Überfall in einem Gebüsch versteckt gefunden.

    Opfer konnte Waffe nicht erkennen

    Das heute 20-jährige Opfer erzählte, dass es im Dunkeln nicht erkennen konnte, dass es sich um keine echte Waffe gehandelt hat. "Ich war ein bisschen geschockt", erinnert er sich, deswegen habe er sein Handy ohne Gegenwehr abgegeben. Nach dem Überfall hätten ihn Alpträume geplagt und er habe eine Therapie gemacht. Jetzt gehe es ihm wieder gut, erzählte der junge Mann, der sein Handy nach der Tat zurückbekommen hatte. Der Angeklagte in Jeans und Kapuzenjacke entschuldigte sich im Gerichtssaal bei ihm.

    Die Hauptverhandlung war am Donnerstag zum zweiten Mal von vorne gestartet, weil der Angeklagte angegeben hatte, seit seinem elften Lebensjahr Marihuana und seit seinem 13. Lebensjahr Amphetamine zu konsumieren. Beim ersten Prozess war kein Gutachter anwesend. Der Bundesgerichtshof habe jedoch entschieden, dass in Fällen, in denen Drogen eine Rolle spielen, ein Gutachter dabei sein muss, erläuterte Krieger im RZ-Gespräch.

    Da sich sein Mandant nicht explorieren lassen wollte, blieb Gutachter Thomas Meyer sehr vage. Es spräche einiges dafür und einiges dagegen, dass der Angeklagte bei dem Überfall "total neben der Spur" gewesen sei. Auch ob er so eine Tat wieder begehen werde, könne er nicht sicher sagen.

    Staatsanwalt befürchtete Rückfallgefahr

    Die Staatsanwaltschaft sah eine starke Rückfallgefahr und forderte viereinhalb Jahre Haft – von denen sechs Monate als vollstreckt erklärt werden sollten -, sowie die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt. Krieger sah keinen Grund für eine Unterbringung seines Mandanten: "Zum Hang gehört noch erheblich mehr. Dass Drogen eine gewichtige Rolle im Leben spielen, reicht nicht", argumentierte der Anwalt. Er hielt die Tat seines Mandanten für einen minder schweren Fall und plädierte für eine Strafe von unter zweieinhalb Jahren.

    Der Angeklagte habe sich zur Tatzeit an der Schwelle zwischen "starker Enthemmung und Beeinflussung der Steuerungsfähigkeit befunden", so der Vorsitzende Richter Thomas Metzger. In den Augen der Kammer handele es sich um einen minder schweren Fall, für den das Gesetz zwischen einem und zehn Jahren Haft vorsehe. Der Angeklagte hatte angegeben, sein Leben mithilfe einer Therapie in den Griff bekommen zu wollen. Der Spanier hat keine abgeschlossene Ausbildung und war zwischenzeitlich nach eigenen Angaben obdachlos. Zurzeit sitzt er eine Haftstrafe von zwei Jahren und acht Monaten ab, weil er zusammen mit seinem Bruder Zweiräder gestohlen, zerlegt und weiterverkauft hat.

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