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Neustadt

Kurt Beck will mit Roman Lob singen

Landesvater lädt Castingsieger zum Rosenmontagszug nach Mainz ein – Neustadt plant großen Empfang

Im Schützenhaus in Rott hatten sich die zahlreiche Fans versammelt, um gemeinsam für Roman Lob die Daumen zu drücken. Foto: Beate Christ
Im Schützenhaus in Rott hatten sich die zahlreiche Fans versammelt, um gemeinsam für Roman Lob die Daumen zu drücken.
Foto: Beate Christ

Neustadt – Landesvater lädt Castingsieger zum Rosenmontagszug nach Mainz ein – Neustadt plant großen Empfang

Neustadt. Niemand kann sagen, wann Roman Lob zum ersten Mal nach seinem Sieg bei „Unser Star für Baku“ sein Elternhaus im heimischen Rott (Kreis Neuwied) wiedersieht. In der Nacht auf Freitag muss der 21-Jährige vor lauter Termindruck sogar seiner eigenen Siegesfeier fernbleiben: Nach einem Marathon an Interviews dreht er im Fernsehstudio gleich noch das Video zu seinem Grand-Prix-Beitrag „Standing still“. Dann geht es von Köln aus nach Berlin – zur Plattenfirma.
Wenn es nach Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) geht, ist Lob am Montag zu Gast in Mainz. Der Landesvater hat „den sympathischen Jungen aus dem Westerwald“, wie es in der Pressemitteilung heißt, auf die Ehrentribüne des Mainzer Rosenmontagszuges am Staatstheater eingeladen. „Vielleicht können wir ja dann ein paar Fastnachtsschlager gemeinsam zum besten geben“, lässt sich Beck zitieren. Er wünsche sich, das Lob „seine Lockerheit beibehält“ und fügt hinzu: „Mit ihm vertritt ein echter Sympathieträger aus Rheinland-Pfalz unser Land beim Eurovision Song Contest (ESC) in Baku.“ Aber Beck weiß, dass keine einfache Aufgabe auf den 21-Jährigen wartet. „Roman Lob tritt als Nachfolger von Lena Meyer-Landrut in große Fußstapfen, immerhin konnte sie vor zwei Jahren den ESC gewinnen. Ich bin mir aber sicher, dass er bei der großen Veranstaltung im Mai in Baku eine gute Rolle spielt. Ich werde ihm jedenfalls die Daumen drücken!“
Eine schlaflose Nacht beschert der Sieg Romans Vater, Leo Lob: „Wir sind alle total überwältigt. Für einige wenige Momente konnten wir nach dem Finale unseren Sohn in die Arme schließen. Ich konnte kaum schlafen, es ist solch eine ungewohnte Situation, wir haben alles noch gar nicht richtig wahrgenommen.“ Dass sein Sohn den Sangeswettstreit vor einem Millionenpublikum gewinnt, damit habe er nicht gerechnet. „Dass er überhaupt unter die 20 Besten kam, war großartig. Wenn ich mir vorstelle, dass mein Sohn im Mai vor so einem riesigen Publikum singen wird, dann ist das einfach nur gigantisch. Das muss man erst mal verkraften.“ Aber, auch nach dem phänomenalen Erfolg, hört die Welt nicht auf sich zu drehen: „Meine Frau ist heute schon wieder arbeiten, ich helfe im Schützenhaus beim Aufräumen. Irgendwie muss jetzt der Alltag weitergehen.“
Hautnah im Rotter Schützenhaus erlebt Ortsbürgermeisterin Jutta Wertenbruch (CDU) den großen Moment. „Es ist ein sagenhaft tolles Ereignis. Wir sind alle so stolz, dass ein ‚Kind‘ unserer Gemeinde Deutschland beim ESC vertreten wird“, sagt sie nur Minuten nach dem spannenden Ende des Wettbewerbs. „In den nächsten Tagen wird es auf jeden Fall einen Empfang für Roman in der Wiedparkhalle geben. In die Planungen wollen wir die Dorfgemeinschaft Rott und die Familie Lob mit einbinden. Was dann alles auf uns zukommen wird, wissen wir im Moment selber noch nicht.“
Für Johann Wallau, Brudermeister der Rotter St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft, steht fest, dass Lobs Triumph nicht das Ende, sondern der Anfang von etwas Großen ist – auch, was die Feierlichkeiten zum ESC im aserbaidschanischen Baku am Samstag, 26. Mai, angeht. „Jetzt geht es erst richtig los. Wir sind gewappnet. Im Mai könnten wir noch unsere Pistolenhalle ausräumen, um noch mehr Platz zu gewinnen.“ Wallau freut sich nicht nur als Rotter für Roman, sondern auch als Chef der Schützen: „Ich bin sehr, sehr stolz auf Roman. Er war sehr lange in unserer Schützenjugend aktiv.“
Zu einer „grandiosen Leistung“ gratuliert Landrat Rainer Kaul (SPD). „Roman Lob steht jetzt für viele junge Leute als hervorragendes Beispiel, dass Mut und Selbstvertrauen, unermüdlicher Einsatz und Hingabe zu einer Sache mit Erfolg belohnt werden.“ Ferner habe er dafür gesorgt, dass „sein Heimatort überregional noch bekannter geworden ist.“ Und: Kaul versichert, dass der Erfolg Lobs sicherlich keine Eintagsfliege sein soll: „Mit seinem Gesangstalent bleibt er aber auch nach Baku unser Star.“
Lobs Chef beim Autozulieferer Trosifol in Troisdorf, Dr. Holger Stenzel, ist sich sicher, dass der Rummel um Roman jetzt erst startet. Für eine längere „Auszeit“ im Dienste der Musik will der Produktionsleiter seinem bekanntesten Mitarbeiter keine Steine in den Weg legen. „Wenn sich der Rummel gelegt hat“, sagt Stenzel, werden „wir eine Lösung finden, die alle Beteiligten zufrieden stellt.“ Verstellt habe sich der Industriemechaniker vor der Kamera übrigens nicht: „Roman ist so, wie er im Fernsehen rüberkommt.“ Und: Kurz vor dem Finale in Köln habe Vater Leo Lob in der Werkstatt seiner Sohnes vorbeigeschaut: „Romans Vater hat selbst als Meister hier gearbeitet“, berichtet Stenzel.
Romans Bandkollege Lucas Henn von „Rooftop Kingdom“ war mit den Musikern beim Finale: „Es war einfach nur spannend und mitreißend. Wir wurden nach Romans Sieg von einer riesigen Welle der Geschehnisse überholt. Einer von uns – ein Junge vom Dorf – hat das Ding gemacht. Ich bin sooo stolz auf Roman und den anderen Bandmitgliedern wird es nicht anders gehen. Ich bin mir sicher, dass die Welle der Begeisterung bis Mai nicht abreißen wird. Roman hat sich diese Aufmerksamkeit verdient. Dass er jetzt erst mal keine Zeit für uns haben wird, ist klar. Dafür haben wir vollstes Verständnis.“

Von unserer Mitarbeiterin Beate Christ und unserem Redakteur Mario Quadt

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