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    Kreis NeuwiedKreis Neuwied: Immobilienmarkt ist ein Millionengeschäft

    Niedrigzinsphase und Investitionschance – für die Experten beim Vermessungs- und Katasteramt Westerwald-Taunus und dem dort ansässigen Gutachterausschuss liegen die Gründe auf der Hand, warum auch der heimische Grundstücksmarkt stark in Bewegung ist. „Man kann schon von einer Flucht in die Grundstücke reden“, bringt es Behördenleier Wolfgang Schuld auf eine kurze Formel.

    Da bildet auch der Kreis Neuwied keine Ausnahme. Betrachtet man allein die Geldumsätze, die im vergangenen Jahr auf dem Grundstücksmarkt erzielt wurden, so kletterte dieser Wert von fast 350,4 Millionen im Jahr 2015 auf mehr als 364,6 Millionen im vergangenen Jahr – ein Plus von rund 4 Prozent. Dass die Entwicklung rasant voranschreitet, sieht man, wenn man den Wert für 2014 als Vergleich heranführt. Damals summierten sich die Umsätze auf 269,7 Millionen Euro.

    Unangefochtener Spitzenreiter 2016 vor den acht Verbandsgemeinden ist die Stadt Neuwied mit 123,3 Millionen Euro, in der allein jeder dritte Euro im gesamten Kreis umgesetzt wird. Und nicht nur das: Die Deichstadt erreicht auch im gesamten Zuständigkeitsbereich des Katasteramtes in Westerburg (neben dem Kreis Neuwied sind dies noch die Kreise Altenkirchen, Westerwald und Rhein-Lahn) den zweiten Rang. Lediglich die VG Montabaur, die aktuell durch einen wahren Bauboom rund um den ICE-Bahnhof profitiert, schneidet da mit 128,7 Millionen Euro erstmals besser ab. Auf Rang drei der 34 Verbandsgemeinden und Städte findet sich mit deutlichem Abstand die VG Linz mit 50 Millionen Euro wieder.

    Schaut man nur in den Kreis, so folgen nach der Stadt Neuwied und der VG Linz die Verbandsgemeinden Asbach und Unkel. Am Ende der kreisweiten Liste findet sich die Verbandsgemeinde Waldbreitbach mit 15,9 Millionen Euro (siehe auch Tabelle).

    Ordnet man diese Verbandsgemeinden in das Gesamtranking ein, so landet Asbach auf Platz 4, Unkel auf 11 und Rengsdorf auf 13. Dierdorf und Puderbach belegen hintereinander die Ränge 16 und 17, während sich Bad Hönningen auf dem 24. und Waldbreitbach auf dem 31. Platz wiederfinden. Die drei Schlusslichter in diesem Ranking liegen allesamt im Rhein-Lahn-Kreis: die Verbandsgemeinden Nassau (14,1 Millionen), Hahnstätten (13,7 Millionen) und Katzenelnbogen (8,8 Millionen Euro).

    Aber was wird konkret gekauft? „Viele Immobilien, die früher als unverkäuflich galten, weil der Sanierungsaufwand zu groß war, gehen jetzt“, beschreibt Joachim Görg, Fachgruppenleiter Immobilienmarkt, einen Trend, der sich auch mit Zahlen untermauern lässt. Denn kreisweit betrug der Immobilienumsatz bei den bebauten Grundstücken 288,5 Millionen Euro, also gut 79 Prozent. Bei unbebauten Grundstücken beträgt der Umsatz im Kreis Neuwied knapp 34 Millionen Euro, auf Wohnungs- und Teileigentum entfallen 37,7 Millionen Euro.

    Knapp 10.500 Kaufverträge hat der für die Region zuständige Gutachterausschuss 2016 ausgewertet, 2859 davon im NR-Land, wie der Ausschussvorsitzende Günter Steudter zu berichten weiß. Hier ist ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahr festzustellen, denn 2015 flossen 140 Verträge mehr in die Bewertung ein. Dass aber unabhängig von der Niedrigzinsphase im Immobiliengeschäft die Preise leicht angezogen haben, sieht man am Flächenumsatz. Denn die 2016 erzielten 364,6 Millionen Euro Umsatz „verteilen“ sich auf knapp 457,4 Hektar. 2015 erbrachten 550,7 Hektar lediglich einen Umsatz von 350,4 Millionen Euro. „Man kann nicht sagen, dass Bauen billiger geworden ist. Sind die Zinsen niedrig, werden Immobilien in der Regel teurer und umgekehrt“, beobachtet Dirk Fitting, Abteilungsleiter Bodenmanagement, ein Wechselspiel.

    Eher kontinuierlich ist da schon der Preisanstieg bei landwirtschaftlichen Flächen, wenn auch auf deutlich niedrigerem Niveau als etwa bei Bauland. So betrug der Preisanstieg bei Ackerland im Bereich Westerwald-Taunus zwischen dem 1. Januar 2014 und dem 1. Januar 2016 satte 9,9 Prozent, bei Grünland mit einer restriktiveren Nutzung immerhin noch 7,1 Prozent. Vergleicht man die Entwicklung über einen längeren Zeitraum, so wird der Trend noch deutlicher. Für Ackerland zahlte man 2016 im Kreis Neuwied 19 Prozent mehr als noch im Jahr 2006. Bei Grünland beträgt das Preis-Plus 10 Prozent – dennoch weniger als in den Kreisen Westerwald und Altenkirchen mit Werten von 19 bzw. 20 Prozent. Markus Kratzer

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