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Kreis Neuwied

Kräuterfrauen machen den Sommer haltbar

Süß und fruchtig schmeckt der Sommer, nach Erdbeeren und Kirschen. Tomaten leuchten knallig rot an ihren Sträuchern und die Gemüsegärten sind voll. Doch die Tage des Sommers sind gezählt. Die Rhein-Zeitung fragte nach, wie die Menschen in der Region den Sommer einfangen, ihn konservieren für jene Tage, an denen es grau und kühl ist.

Foto: bc

Von unserer Mitarbeiterin Beate Christ

Kordula Honnef ist Gärtnerin und Leiterin des Projektes "Bewahrung der Schöpfung" im Klostergarten der Waldbreitbacher Franziskanerinnen. In großen Gläsern bewahrt sie getrocknete Kräuter auf. Bis zur traditionellen Kräuterweihe im August hat sie sämtliche Kräuter geschnitten, um sie zu trocknen.

"Dann haben sie die ganze Kraft der Sonne", weiß Kordula Honnef. Ganz gleich, ob Schnittlauch, Basilikum, Majoran oder Thymian- das Aroma, die Würze und auch die Heilkraft der Kräuter macht die Gärtnerin dann für den Winter haltbar. "Jedes Küchenkraut ist auch ein Heilkraut", sagt sie und deshalb liegen ihr der achtsame Umgang und die richtige Verarbeitung der aromatischen Gewächse sehr am Herzen.

Sie rät, die Kräuter nur an hellen und freundlichen Tagen zu schneiden. Am besten morgens, wenn die Feuchte der Nacht schon abgetrocknet ist. Dann werden die meist grünen Zweige zusammengebunden und zu Sträußen in einem gut durchlüfteten Raum eine Woche lang getrocknet. "Man kann sie aber auch ganz einfach im Backofen drei Stunden bei 50 bis 70 Grad trocken", verrät sie.

Für den Klosterladen macht die Gärtnerin aus den getrockneten Pflanzen Kräutersalz. Wer will, kann sich auch frische Kräuter in Essig oder Öl einlegen, um das sommerliche Aroma zu konservieren. "Bei den Kräutermischungen kann man einfach nehmen, was einem schmeckt", sagt Kordula Honnef. Und wer einmal auf den Geschmack gekommen ist, der wird schnell feststellen, dass die Kraft der Kräuter auch zum Wohlbefinden beiträgt.

Foto: bc

Dies dürfte auch auf die Marmeladen von Liane Rahm zutreffen. Die Erzieherin der evangelischen Kindertagesstätte in Neustadt hat hier mit den Kindern zahlreiche Gläser Marmelade für das tägliche Frühstück eingekocht. Nur allzu gerne zeigt sie ihren Schützlingen im Kindergarten, was man aus den Früchten des Sommers alles machen kann. Apfelmus und Marmeladen sind hier der absolute Renner.

Aber auch privat hat sich die Erzieherin mit über 100 Gläsern Marmelade eine schöne und fruchtige Erinnerung an den Sommer geschaffen und sich Erdbeeren, Johannisbeeren und Sauerkirschen so haltbar gemacht. Die Früchte stammen aus ihrem eigenen oder dem Garten ihrer Eltern. Ihre Mutter war es auch, die ihr das Kochen von Marmelade beigebracht hat, heute gibt sie das Wissen selbst an ihre eigenen Kinder weiter.

Foto: bc

Kräuterfrau Klaudia Hoffmann aus Buchholz hat die Kraft der Sonne eingefangen: In selbst hergestellten Johanniskrautölen, getrockneten Ringelblumensamen, die sich besonders gut für Hautsalben eignen oder in den Blüten der Kapuzinerkresse, die sie in Essig eingelegt hat. "Ich mache die Kräuter und Blüten des Sommers nach alten Rezepten für den Winter haltbar", sagt sie. Blumensamen werden bei ihr aber auch für die Aussaat im Frühjahr getrocknet, schließlich soll es im nächsten Sommer auch wieder blühen.

Foto: bc

Hobbygärtnerin Hannelore Raulf aus Peterslahr deckt ihre Familie mit Gemüse und Kräutern aus dem eigenen Garten ein. Erntefrischer Wirsing, Lauch oder Mangold werden eingefroren, aus Früchten Saft und Gelee gemacht und Kräuter getrocknet. Die werden im Winter nicht nur in der Küche verarbeitet, sondern sorgen auch in hübschen Kräutersäckchen noch lange für den Duft des Sommers.

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