40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » RZ Neuwied/Linz
  • » Konzert: Zed Mitchells Virtuosität fasziniert Publikum
  • Aus unserem Archiv
    Neuwied

    Konzert: Zed Mitchells Virtuosität fasziniert Publikum

    Das Quartett um den Topgitarristen serviert scharf gewürzten Bluesrock an einem heißen Sommerabend.

    Zed Mitchell zelebrierte im Neuwieder Bootshaus mit seiner Band die hohe Kunst des Bluesrock.
    Zed Mitchell zelebrierte im Neuwieder Bootshaus mit seiner Band die hohe Kunst des Bluesrock.
    Foto: xy

    Von unserem Redakteur
    Frank Blum

    Draußen liegen die Sommerabend-Temperaturen noch bei knapp 30 Grad, doch das ist wenig gegenüber der Hitze, die sich beim von den Bluesfreunden Neuwied veranstalteten Konzert von Zed Mitchell und seiner Band im Bootshaus an der Rheinbrücke entwickelt. Der Gitarrist und Sänger mit kraftvoll sonorer Stimme serviert den rund 150 Zuhörern mit seiner Combo ein scharf gewürztes Gericht aus Rock, Blues und Balladen. Und das auf eine derart faszinierende Art, dass sie das Publikum oft genug stauend zurücklässt. Das ist von Beginn des Konzerts fasziniert von der meisterhaften Art, mit der Mitchell wahlweise seine Fender Stratocaster oder seine Gibson Les Paul spielt. Der in Jugoslawien geborene Mittsechziger stellt mit seiner gewinnenden Art schnell den Kontakt zum Publikum her, schreitet spielend durch die Reihen und sucht den direkten Kontakt mit den Fans. Die danken es ihm mit oft frenetischem Applaus.

    Mitchell zelebriert mit seiner Band die hohe Kunst des Bluesrock, ohne dabei in uferlose Improvisationen abzugleiten. Er, der gern auch mal in den tieferen Lagen unterwegs ist, liebt zwar das Solospiel, das ist jedoch nie Mittel zur Präsentation der ohne Zweifel vorhandenen überragenden technischen Fähigkeiten, sondern steht stets im Dienst des einzelnen Songs. Dabei gibt er auch seinen Bandkollegen, allen voran dem famosen Keyboarder Sascha Kühn, ausreichend Gelegenheit, die eigene Kunst unter Beweis zu stellen. Das nutzt Kühn, dessen kleines Keyboard eine volle Hammond-Orgel ersetzt, mit punktgenauem, teils jazzorientiertem Spiel. Sein swingend-funkiger Stil erinnert zuweilen an Jimmy Smith. Kühn ersetzt an diesem Abend übrigens kurzfristig Mitchells Sohn Ted. Somit setzt der Gitarrist rasch das in die Tat um, was er kürzlich im RZ-Interview bereits angekündigt hat, den Einsatz von Tasteninstrumenten. Den Songs verleiht es eine Portion mehr Dynamik und Tiefe. Für das bestens bereitete Fundament, auf das Mitchell und Kühn ihre solistischen Exkursionen aufbauen, sorgen Drummer Peter Hensen und Bassist Alex Felder. In kurzen, knackigen Soli spielen auch sie sich beim rockigen „Money for Your Blues“ in die Herzen der Fans und machen deutlich, was Mitchell dem Publikum eingangs mit auf den Weg gab: „Wir sind eine lustige Truppe.“

    Eine Truppe, die sämtliche Spielarten des Genres perfekt beherrscht, ob gefühlvoller, manchmal an die Balladen eines Gary Moore erinnernder Blues wie „Lonely Just Like Me“, in dem Mitchell den lyrischen, sustainstarken Ton einer Gibson voll zur Geltung bringt, kraftvoller, funky angehauchter Chicago Blues wie in „King oft he Blues“ oder kräftiger Bluesrock britischer Prägung wie in „One Night in Berlin“ oder „Springtime in Paris“. Gern lässt der Gitarrist in seinen Songs aufblitzen, über welch reichen Fundus an Riffs er verfügt, so klingen seine Songs stets facettenreich, mal mit einem Hauch B. B. King, mal mit einer Anleihe bei Jimi Hendrix.

    Einen echten Höhepunkt haben sich Mitchell und Mitstreiter bis zum Ende des Konzerts aufgehoben. Das bereits vor 30 Jahren komponierte, aber erst kürzlich aufgenommene „Nobody Loves Me Like You Do“. Den Song, der mit seinem fetten Sound zunächst an die besten Tage von Deep Purple erinnert, transportiert die Band während mehrerer Soli und einer Scat-Gesang-Einlage in eine Klangwelt, die an Santanas „Caravanserai“-Tage erinnert, wiederum nicht zuletzt ein Verdienst der feinen Tastenarbeit Kühns.

    Begeisterungsrufe füllen den Saal; kurze Zeit später gehen die Zuhörer mit der Gewissheit heim, einem ganz Großen seiner Zunft gelauscht zu haben. Das geschieht in Neuwied nicht alle Tage.

    Neuwied Linz
    Meistgelesene Artikel
    Anzeige
    Top Angebote auf einen Klick
    Anzeige
    Online regional
    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Regio-CvD Online

     

    Mail

    Anzeige
    epaper-startseite
    Regionalwetter Neuwied
    Montag

    10°C - 14°C
    Dienstag

    13°C - 16°C
    Mittwoch

    12°C - 20°C
    Donnerstag

    12°C - 19°C
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach