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Kontrollen im Straßenkarneval: Polizei und Ämter haben junge Schluckspechte im Visier

Karneval ohne Alkohol? Für viele nicht denkbar. Egal, ob in der Sitzung, während des Umzugs oder beim Feiern auf Partys – Bier, Sekt und Schnäpschen sind eng mit dem Brauchtum verbunden. Während Erwachsene ihrer Akohollust freien Lauf lassen können, müssen die minderjährigen Narren sich dem Gesetz fügen. Dass sie das beileibe nicht alle tun, ist allgemein bekannt. Mithilfe von Jugendschutzkontrollen soll der Exzess eingedämmt und an die Vernunft der jungen Feiernden appelliert werden. Auch in diesem Jahr arbeiten Polizei und Ordnungs- sowie Jugendamt in dieser Sache vielerorts wieder Hand in Hand.

Foto: picture alliance

In Neuwied beispielsweise geht der Jugendschutzbeauftragte Horst Peter Robiller heute wieder mit seinen Kollegen auf die Straße, um Jugendliche aufzuklären. Weiberfastnacht als Start in das Karnevalswochenende gehört für ihn zu den Haupteinsatztagen: „Wir wollen die Jugendlichen zum Nachdenken bewegen“, erklärt Robiller. Wer schon donnerstags kontrolliert wird, der vermeidet es vielleicht, bei einer Kontrolle in den kommenden Tagen wieder aufzufallen, so der Gedanke des Sozialpädagogen.

Der Tag beginnt früh für Robiller. Wenn Kinder und Jugendliche in den Schulen eintrudeln, steht er schon parat. Auch an Bushaltestellen und anderen Sammelplätzen schauen die Kontrolleure vorbei, um Jugendliche schon vor dem Unterricht zu erwischen. „Viele bringen Alkohol mit, um nach Schulschluss direkt mit dem Trinken zu beginnen“, weiß Robiller zu berichten. Entdecken er oder seine Mitstreiter Alkohol bei Minderjährigen, haben diese die Möglichkeit, die Flaschen direkt auszukippen, oder sie können sie später in Begleitung der Eltern abholen. „Die meisten entscheiden sich fürs Auskippen – wahrscheinlich, weil sie Stress zu Hause vermeiden wollen“, so Robiller.

Vorbeugung statt Strafe

Er betont, dass es nicht darum geht, Strafen zu verteilen, sondern „die elterlichen Aufgaben zu unterstützen“. Im Grunde sei jeder Erwachsene dazu aufgefordert, als Vorbild zu agieren und ein Auge auf Kinder und Jugendliche zu haben. Das Jugendschutzgesetz gibt in dieser Sache nämlich ganz klare Regeln vor: An Kinder und Jugendliche dürfen weder alkoholische Getränke abgegeben werden, noch darf ihnen der Verzehr gestattet werden. Hochprozentiger Alkohol darf auch in gemixter Form von Jugendlichen unter 18 Jahren nicht konsumiert werden. Für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren sind zudem Bier, Wein und Sekt tabu.

Unter Schminke und Co. ist es zwar manchmal gar nicht so einfach zu erkennen, wie alt das Gegenüber ist. Im Zweifel können Polizisten oder Mitarbeiter des Ordnungsamtes sich jedoch die Ausweise zeigen lassen. Falls der Jugendliche nun denkt, dass er einfach davonkommt, wenn er behauptet, keine Papiere dabeizuhaben, liegt er falsch. Durch eine Anfrage per Funk an die Wache ist dies schnell geklärt: Das Einwohnermeldesystem spuckt nicht nur Namen und Wohnanschrift, sondern auch das Geburtsdatum aus.

Mehr Selbstverantwortung

Keinen Spaß verstehen die Kontrolleure bei Geschäften und Händlern, die Alkohol an Minderjährige ausgeben. „Wenn wir Jugendliche mit Alkohol erwischen, fragen wir oft auch, wo sie ihn herhaben. Dem wird dann nachgegangen“, erklärt Robiller. Es drohen empfindliche Strafen, die von 750 Euro im Erstfall bis in den fünfstelligen Bereich bei mehrmaligen Verstößen reichen. Oftmals sind es jedoch junge Erwachsene, die ihren Freunden unerlaubt den Alkohol besorgen. Das Wichtigste ist aus Sicht von Robiller: „Die Feiernden zu mehr Selbstverantwortung zu bringen.“

Infos zum Thema Jugendschutz finden Sie unter www.neuwied.de/jugendschutz.html

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