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    Kita Studie: Kreis finanziert zusätzliche Berater weiter

    Eine Studie der Uni Koblenz zeigt: Zugehende Beratung zahlt sich für die Allgemeinheit aus. Ein Jahr lang wurde das Projekt "Zugehende BEratung in Kindertagesstätten" von den Studenten begleitet und ausgewertet.

    Studie in Kitas zeigt positiven Einfluss von zusätzlichen Beratern. Foto: dpa
    Studie in Kitas zeigt positiven Einfluss von zusätzlichen Beratern.
    Foto: dpa

    Von unserem Redakteur Ralf Grün

    Zwei wesentliche Erkenntnisse hat die Studie im Kreis Neuwied gebracht: Als niederschwelliges Angebot für Eltern mit Problemen bei der Kindererziehung hat es sich bewährt – wenn es gelingt, die Hemmschwelle zu überwinden. Mehr noch: Die Wissenschaftler um Prof. Dr. Christian Schrapper empfehlen, das Ganze fortzuführen und auf möglichst alle 55 Kitas im Kreisgebiet (ohne Stadt Neuwied) auszudehnen. Und: Den Erzieherinnen und Erziehern in den Kindertagesstätten kommt mehr denn je eine Schlüsselrolle zu.

    Dabei ist es laut Prof. Schrapper keineswegs so, dass Erzieher zu Sozialarbeitern "umgeswitscht" werden, die zudem zusätzliche Lasten schultern sollen – womöglich noch ohne finanziellen Anreiz. Weil es im Kreisjugendhilfeausschuss bei diesem Punkt zu leichten Irritationen kam, präzisierte Schrapper: Es geht vielmehr darum, die Kollegen so fortzubilden, dass es im Gespräch mit Eltern gelingen kann, anders auf das Kind zu schauen. Es geht darum, den Zugang zu den Eltern zu finden, um Potenziale zu erschließen, die helfen, dass Eltern ihre eigentlichen Probleme klären können. "Da muss dann schon mehr passieren, als nur zu sagen, gehen Sie doch da und da hin zur Beratung", weiß der Dozent. Dabei wird eine Regel keineswegs außer Kraft gesetzt: Schwierige Problemlagen werden von den Kitas unverändert an die zuständigen Beratungsstellen weitergeleitet.

    Unterm Strich sei das kein Hexenwerk, da viele Erzieher ohnehin schon genau diese Gespräche führen würden. Schrapper: "Schließlich sind sie gut ausgebildet, stehen fast täglich in Kontakt und kennen dadurch Eltern und Kinder am besten."

    Fortbildungsprogramm kommt gut an

    Was die nötigen Fortbildungen betrifft, davon haben laut Schrapper die Erzieherinnen und Erzieher in den neun Projekt-Kitas (Anhausen, Asbach, Bad Hönningen, Großmaischeid, Neustadt, Puderbach, Raubach, Rengsdorf und Unkel) bereits regen Gebrauch gemacht. Das Echo sei durchweg positiv gewesen. Dort fange man also keineswegs bei null an.

    Zudem wäre es nach Ansicht von Schrapper sinnvoll, dass die Erzieher "die Berater der Berater" sind. Hintergrund: Bei der zugehenden Beratung sind auch die Profis von der Lebensberatung des Bistums Trier und vom Diakonischen Werk als Partner mit im Boot. Sie waren zu festen Zeiten in den Einrichtungen und standen Eltern zur Verfügung. Innerhalb des Projektes hat der Kreis zwei zusätzliche halbe Stellen für Berater finanziert.

    Positive Ergebnisse sorgen für Erhalt der Stellen

    Der Ausschuss kam angesichts der positiven Bewertung durch die Wissenschaftler überein, die beiden halben Stellen zwei weitere Jahre zu finanzieren. Schließlich steckt noch eine tiefer gehende Absicht dahinter: Der Kreis ist daran interessiert, Erziehungsprobleme in Familien möglichst früh anzugehen und sie bestenfalls aus der Welt zu schaffen. Das wiederum erspart der Allgemeinheit später, dass Kosten für die Jugendhilfen unverändert ins Kontor schlagen. Prof. Schrapper, der um fehlende Mittel weiß, spricht ob der derzeitigen Ressourcenlage für die zugehende Beratung aber von einem "Tropfen auf den heißen Stein".

    Davon abgesehen ist beabsichtigt, die zugehende Beratung auch in den übrigen Kitas im Kreisgebiet anzubieten. Einig waren sich Prof. Schrapper und Ausschussmitglieder in dem Punkt, dass für die präventive Beratung mehr Platz eingeräumt werden muss. Inwieweit das in mehr Personal mündet, konnte an diesem Abend im außerschulischen Lernort nahe Linkenbach noch niemand genauer abschätzen. Allein wenn alle 55 Kitas gleichberechtigt mitmachen würden, müsste eigentlich ein Fünffaches an Mitarbeitern her. Dass das eine Milchmädchenrechnung bleibt, ist angesichts der Finanzlage beim Kreis sonnenklar.

    Der zuständige Dezernent Achim Hallerbach kündigte an, dass der Kreis in die Reflexion mit den Kitas einsteigen wird. Nach einem weiteren Jahr will man sich noch einmal im Ausschuss austauschen und "schauen, wie sich das finanziell untermauern lässt".

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