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    Kinderdorf Datzeroth: Familien mit Nachwuchs leben gern an der Wied

    Mit 241 Einwohnern zählt Datzeroth zu den kleinsten Gemeinden im Kreis Neuwied. Doch der Ort im Wiedtal erlebt gerade eine Boomzeit. Vor allem Familien mit kleinen Kindern haben ihn für sich entdeckt – und sorgen so für einen wachsenden Anteil an jüngerer Dorfbevölkerung.

    Foto: Ralf Grün

    Von unserem Redakteur Ralf Grün

    Die RZ traf sich auf Einladung von Ortsbürgermeisterin Kirsten Hardt mit Eltern, um zu erfahren, was den Reiz am "Kinderdorf" Datzeroth ausmacht.

    Zunächst aber lohnt ein Blick in die Bevölkerungsstatistik. Denn die belegt: In Datzeroth leben prozentual die meisten Kinder und Jugendlichen bis 18 Jahre. Zum einen trifft das auf die VG Waldbreitbach zu, in der Niederbreitbach mit etwa 20 Prozent und Waldbreitbach mit rund 15 Prozent noch am ehesten an die fast 26 Prozent von Datzeroth heranreichen. Und auch beim Vergleich der kleinen Orte im Kreis Neuwied fällt auf: Datzeroth liegt da vorn, in etwa gleichauf mit Niederhofen. Alle anderen Orte wie Ratzert, Stebach oder Hammerstein rangieren in Sachen Kinderanteil deutlich dahinter.

    Doch was zieht vor allem junge Familien in den kleinen Ort, der bis auf eine Gastwirtschaft strukturell nicht allzu viel zu bieten hat. Und durch den Tag für Tag viele Pendler einfach so durchfahren. Aus Sicht von Kirsten Hardt liegt ein Geheimnis in den beiden Baugebieten, die die Gemeinde aufgelegt hat. Das erste, Ende der 80er-Jahre, hatte bereits einen ersten Bevölkerungsboom ausgelöst.

    Plätze im Neubaugebiet sind gefragt

    Seit zwei, drei Jahren beobachtet Hardt auch beim zweiten Neubaugebiet eine gradezu explosive Entwicklung. Innerhalb relativ kurzer Zeit haben sechs Häuslebauer ihre Domizile hochgezogen. Und wie die Ortsbürgermeisterin weiß, haben sich dort vornehmlich junge Familien mit Nachwuchs angesiedelt. Lediglich ein Grundstück hält die Gemeinde im vergleichsweise kleinen Baugebiet noch als Reserve in der Hinterhand. Für das darüber hinaus einzige noch unbebaute Areal steht ein Bauwilliger aber schon in den Startlöchern, weiß Hardt.

    Unter den Häuslebauern sind – wie anderswo – diejenigen, die ihre Kindheit in Datzeroth verbracht haben und nun für ihre eigenen Kinder ein ähnliches Lebensumfeld schaffen möchten. Aber es gibt zudem einige Familien, die aus umliegenden Orten bewusst den Schritt ins Wiedtal gegangen sind. Robert Sawatzky zählt zu dieser Gruppe. 2007 baute er ein Heim für seine Familie und siedelte aus Irlich über. Da war seine Schwester bereits da. Den Schritt bereut er nicht. Was er neben dem günstigen Bauland besonders am verträumten Örtchen schätzt: "In Datzeroth können Kinder noch Kinder sein." Damit spielt er auf die Natur rundherum an – und spricht zugleich anderen Eltern aus der Seele. Da ist von herumtollenden Kindern fernab der Landesstraße die Rede, von kurzen Wegen für die Steppkes zum Kita- oder Schulbus, der mitten im verkehrsberuhigten Ort abfährt und ankommt, vom Radweg im Dorf und vom guten Miteinander in der Elternschaft. Apropos Miteinander. Als hohes Gut sehen es die Datzerother an, dass alle Bürger ins Gemeinschaftsleben einbezogen werden. Als Beleg dafür führen sie das Ergebnis der jüngsten Kommunalwahlen an. Denn seither sitzen auch Bürger aus dem Neubaugebiet mit im Rat – "und Eltern von sehr jungen Kindern", betont Kirsten Hardt.

    Ort genießt einen guten Ruf

    Datzeroth genießt aber anscheinend auch aus anderen Gründen einen guten Ruf. Elsa Penner, ebenfalls junge Mutter, etwa kannte das Dorf schon, ehe sie dorthin zog: "Ich war als Jugendliche schon auf dem Bolzplatz unterwegs. Und den Campingplatz kannte man auch." Der Mann von Katharina Penner wiederum wollte unbedingt Pferde. In Datzeroth konnte er sich seinen Traum erfüllen.

    Dass die Datzerother für alles ein Auto brauchen, ist für sie normal. "Ein Auto braucht man sowieso", so der Tenor. Was die Versorgung betrifft, freuen sich die Bewohner, dass immerhin der "Brotmann" zweimal pro Woche kommt – und am Wochenende bestellte Brötchen morgens vor der Haustür liegen. Das alles vor Augen lässt Ratsmitglied Renate Nußbaum sagen: "Datzeroth darf man nicht nur auf die Durchgangsstraße reduzieren." Ihr Sohn hat das aus gutem Grund nicht gemacht und baut ebenfalls im Ort: Er kennt halt die Vorzüge seit seiner Kindheit.

    Unbegrenztes Wachstum wird es übrigens in Datzeroth nicht geben. "Was das angeht, sind wir jetzt, sicher an unsere Grenze gestoßen", sagt Kirsten Hardt. Ein Grund liegt auf der Hand: In der Tallage gibt es schlicht keine Flächen, die die Gemeinde sinnvoll als Bauland ausweisen könnte. Ein anderer hat mit der Bevölkerungsstruktur zu tun: Denn neben dem erstaunlich hohen Anteil an jungen Leuten gibt es auch einen großen Anteil an älteren Menschen. Da diese irgendwann das Zeitliche segnen, legen die Datzerother, so ihre Ortsbürgermeisterin, demnächst ihr Augenmerk verstärkt auf den Ortskern, den es gilt, lebendig zu halten.

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