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    Kreis NeuwiedKatastrophenschutz: 110 000 Jodtabletten lagern jetzt im Kreis

    Bei einem Atomunfall muss es schnell gehen: Die engsten Kreise um das betroffene Kernkraftwerk werden evakuiert, Bewohner weiter entfernter Regionen werden unter anderem mit Jodtabletten versorgt. Damit das im Fall der Fälle schneller geht, wurden die acht Millionen Jodtabletten von vier zentralen Lagerstellen im Land jetzt auf die Kreise und Kommunen verteilt. 110.000 davon lagern jetzt im Neuwieder Gesundheitsamt.

    Foto: picture alliance

    Volker Lemgen vom Neuwieder Katastrophenschutz begrüßt die Entscheidung. Entsprechend der Logistikpläne, die auch in anderen Katastrophenfällen, wie Naturereignissen, greifen, würden die Jodtabletten ausgegeben, sagt Lemgen. Über Katwarn, Radiodurchsagen und Pressemitteilungen werden die Menschen im Ernstfall informiert, erklärt Lemgen. Innerhalb von 48 Stunden sollen die Bestände verteilt sein. Wie die Jodtabletten innerhalb des Kreises an weitere Standorte, wie Rathäuser oder Feuerwehrhäuser, verteilt werden können, damit sie noch schneller verfügbar sind, ist Gegenstand aktueller Planungen, berichtet Lemgen. Wie verhindert werden kann, dass sich Menschen in der Panik doppelt eindecken, wenn die Tabletten an verschiedenen Stellen im Kreis ausgegeben werden, sei noch nicht erörtert worden. „Wir setzen da auch ein wenig drauf, dem durch Information vorzubeugen“, so Lemgen. „Schließlich birgt eine Überdosierung eher Gefahren.“

    Die Verteilung der Jodtabletten ist indes nicht analog zur Einwohnerzahl der Landkreise erfolgt. Obwohl der Rhein-Hunsrück-Kreis mit rund 100.000 Einwohner weitaus kleiner als der Kreis Neuwied ist, hat dieser doppelt so viele Jodtabletten erhalten, weil Teile des Kreises in weniger als 100 Kilometer Luftlinie vom Kernkraftwerk Cattenom liegen. Im Ernstfall erhalten dort auch Personen bis 45 Jahren Jodtabletten, während im Kreis Neuwied die Einnahme nur für Schwangere und Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren empfohlen wird, erklärt Nikolai Zaplatynski von der ADD.

    Tritt bei einem schweren Unfall in einem Kernkraftwerk radioaktives Jod aus, dann kann dieses Jod durch Einatmen vom Körper aufgenommen und in der Schilddrüse gespeichert werden. Damit steigt die Gefahr, an Schilddrüsenkrebs zu erkranken. Bei rechtzeitiger Einnahme von Jodtabletten ist die Schilddrüse bereits mit nicht-radioaktivem Jod gesättigt, bevor radioaktives Jod durch Einatmen aufgenommen werden kann – dies nennt man Jodblockade. So können Bewohner betroffener Regionen sich vor einer erhöhten Gefahr, an Schilddrüsenkrebs zu erkranken, schützen. Erwachsene älter als 45 Jahre sollten allerdings keine Jodtabletten einnehmen, da mit steigendem Alter häufiger Stoffwechselstörungen der Schilddrüse auftreten. Eine solche funktionelle Autonomie erhöht die Gefahr der Nebenwirkungen einer Jodblockade. Robin Brand

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