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Jeckes Erpel: Narren feiern frechen Vogel und Oma Finchen

Sabine Nitsch

Prinz Axel I. und seine Prinzessin Andrea I. aus dem Hause Mohr beweisen bei der Prunksitzung der Großen Erpeler Karnevalsgesellschaft gleich Souveränität: Sie verzichten auf die obligatorische Verkündung des närrischen Grundgesetzes. Aber sie haben die Jecken auch ohne Paragrafenwerk voll im Griff, wie sie bereits beim umjubelten Einzug in den Turnschuh-Gürzenich eindrucksvoll beweisen.

Die Prinzengarde weiß ihr Publikum bei der Erpeler Prunksitzung mit einer gekonnten Tanzdarbietung zu begeistern.  Foto: Sabine Nitsch
Die Prinzengarde weiß ihr Publikum bei der Erpeler Prunksitzung mit einer gekonnten Tanzdarbietung zu begeistern.
Foto: Sabine Nitsch

Die bunt kostümierten Narren stehen begeistert auf den Stühlen, das Regentenpaar genießt das Bad in der Menge und bahnt sich zusammen mit den Stadtsoldaten, der Prinzengarde, dem Tambourcorps und dem Elferrat den Weg zur Bühne. Der Prinz überlässt es dort der Prinzessin, das Motto zu verkünden. „Ich bin total nervös und muss es ablesen“, gestand sie, meistert ihre Antrittsrede aber mit Bravour und erhält nicht nur tosenden Beifall vom Volk, sondern auch Lob vom närrischen Mitregenten. „Dat hasste jut jemacht“, sagt Axel I.

Sitzungspräsident Jörg Buchmüller verspricht den Jecken nach der Regierungserklärung noch „ein tolles Programm“. Und damit sind die Weichen in der Alten Herrlichkeit sowohl für eine kurze, intensive Session gestellt als auch für einen Prunksitzungsabend, bei dem viel gelacht und geschunkelt werden darf.

Glanzvoll absolviert „Ne Polizist“, Reiner Roos, seine Rolle als Eisbrecher. Er berichtet aus seinem Helferalltag. „Habe ein 90-jähriges Mädchen aus einem brennenden Haus gerettet und ihr dabei geraten: Jetzt musst du die Zähne zusammenbeißen, erzählt er. Dann müssen wir noch mal zurück. Die liegen noch auf den Nachtschrank, habe das ,Mädel' geantwortet. Roos wird mit der ersten Rakete belohnt.

Auch Bauchredner Fred van Halen treibt den Jecken mit seinem frechen Vogel Aki die Lachtränen in die Augen. „Trump ist ein Rassist“, behauptet Aki und erklärt warum: „Er hat als erste Amtshandlung eine schwarze Familie aus dem Weißen Haus gejagt.“ Erst nach einer Zugabe und viel Applaus entlassen die Erpeler beide von der Bühne.

Claudia Stolte Herdler schlüpft wieder in die Rolle der Oma Finchen und outet sich als Helene Fischer-Fan. „Die ist aber nicht größer als zwei Pakete Omo übereinandergestellt“, weiß sie vom Besuch eines Auftritts zu berichten.

Die Linzer Prinzessin Yvonne I. ist im Terminstress. Sie eilt samt Funkencorps Blau-Wiess in den Saal, verteilt Orden und zitiert ihren Chef, den Erpeler Grundschulrektor Jens Heinroth, auf die Bühne. Der muss dort das Sessionslied singen und bescheinigt der Kollegin begeistert: „Du bist eine echte Rampensau.“ Die bützt den Chef dafür und rast schon zum nächsten Termin.

Bla-Wie-Tro präsentiert dann als Kontrastprogramm seine Trommelshow, bevor das Erpeler Tambourcorps, in dem Prinz Axel Mitglied ist, und die Möhnen als Heimatverein von Prinzessin Andrea die Tollitäten aus den Hause Mohr mit einem Medley überraschen. „A. Mohr, amor, amor“, singen sie, und der ganze Saal singt begeistert mit.

Auch der Bad Hönninger Prinz Christoph I. macht seine Aufwartung, natürlich tanzen die Erpeler Kindergarde, die Prinzengarde und die Stadtsoldaten. Grün-Weiß Linz bietet Gardetanz vom Allerfeinsten, bevor zu später Stunde die Gulaschkapell mächtig Stimmung macht und das närrische Volk noch einmal auf die Stühle treibt.

Von unserer Reporterin Sabine Nitsch

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