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    Hochzeit: Vorsicht vor der "Einwegtaube"

    Sie haben nicht lange auf sich warten lassen: Kaum hat die Hochzeitssaison begonnen, musste die Stadttaubenhilfe Koblenz/Neuwied auch schon die ersten verwirrten Hochzeitstauben aus der „Wildnis“ erretten. Was amüsant klingen mag, hat laut dem Tierschutzverein einen ernsten Hintergrund. Denn viele der Hochzeitstauben, die Paare am Tag ihrer Eheschließung aufsteigen lassen, sind gar nicht dafür ausgebildet. Nach ihrem großen Moment verirren sich die Tiere, verhungern, fallen Raubvögeln zum Opfer oder schließen sich in Fußgängerzonen den dortigen Tauben an – und vergrößern so die Population.

    Sieht gut aus, ist aber als Hochzeitstaube kaum geeignet: Die Pfautaube findet anders als Brieftauben nämlich nicht zum Züchter zurück.  Foto: Robin Brand
    Sieht gut aus, ist aber als Hochzeitstaube kaum geeignet: Die Pfautaube findet anders als Brieftauben nämlich nicht zum Züchter zurück.
    Foto: Robin Brand

    Nur die weiße Brieftaube und die Wiener Hochzeitstaube eignen sich als Hochzeitstauben, und auch nur solche, die dafür ausgebildet wurden, sagt Sandra Lamprich, zweite Vorsitzende des Vereins. In der Praxis allerdings würden Züchter den Paaren oftmals andere Rassen oder nicht ausgebildete Tiere verkaufen – weil das lukrativer für die Händler ist. „Tauben brüten bis zu sieben Mal im Jahr, kosten also fast nichts. Nicht ausgebildete Tiere sind sozusagen Einwegartikel für den Züchter“, sagt Lamprich. Schon zehn dieser ausgesetzten Tauben hat der Verein in diesem Jahr gesichert.

    Die meisten aber würden gar nicht registriert, weil sie entweder irgendwo verenden oder in den Fußgängerzonen ihre einzige Überlebenschance finden, informiert das Neuwieder Veterinäramt. „Ziertauben sind Haustiere und haben nur eine Überlebenschance, wenn sie gefüttert werden“, sagt Lamprich. Da die Tiere in vielen Fällen nicht gekennzeichnet sind, lässt sich der Züchter meist nicht zurückverfolgen. Dass Tauben in der Fußgängerzone nicht eben zu den beliebtesten Tieren gehören, müsste der Taubenhilfe dabei zugute kommen, glaubt Lamprich. „Gerade Leute, die sagen, ich hasse Tauben, müssten uns unterstützen, weil wir die Tauben auf eine kleine, gesunde Population verringern wollen“, sagt Lamprich. Die meisten der Tauben in der Neuwieder Fußgängerzone seien eindeutig Nachkommen der ersten, zweiten oder dritten Generation von Zuchttieren.

    Wer bei Hochzeiten nicht auf das Symboltier verzichten will, sollte einige Regeln beachten, damit die Tiere wieder beim Züchter landen und nicht in der Fußgängerzone. Kerstin Rutenbeck vom Neuwieder Veterinäramt: „Trainierte Tauben finden etwa aus einem Umkreis von 40 bis 50 Kilometern zum Züchter zurück.“ Bietet ein Züchter an, Hochzeiten in weiterer Entfernung zu beliefern, sollte man vorsichtig sein. Auch ein zu niedriger Preis kann ein Indiz sein. Trainierte Tauben lasse ein Züchter kaum für 50 Euro aufsteigen, sagt Lamprich. Und da Tauben immer im Verbund fliegen, seien auch Angebote, nur zwei Tauben fliegen zu lassen unseriös. „Der Züchter sollte im Verband organisiert sein und die Tauben mindestens einen Verbandsring, bestenfalls noch einen Telefonring tragen. Wird dem Brautpaar einfach ein Karton voller Tauben in die Hand gedrückt, sollte es die Tauben nicht fliegen lassen und das Geld zurückfordern.“

    Prinzipiell hätten es aber auch trainierte weiße Tauben in der Wildnis schwer, gibt Rutenbeck zu bedenken. „Wer irgendwie auf die Hochzeitstauben verzichten kann, sollte einfach weiße Luftballons fliegen lassen.“ obi

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