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Hanroth

Hanroth diskutiert: War Vorgehen der Polizei gerechtfertigt?

Ein Polizeieinsatz hat in Hanroth für Wirbel gesorgt. Bis heute ist die Festnahme eines Mannes mithilfe eines Polizeihundes am Montagabend vor einer Woche Dorfgespräch.

Die Polizei sucht Zeugen. Foto: dpa
Die Polizei sucht Zeugen.
Foto: dpa

Von unserem Redakteur Ralf Grün

Das schreibt zumindest eine Anwohnerin in einer Mail an die RZ, die das Geschehen offenbar beobachtete. Die Frau wirft dabei den Beamten vor, "unnötig übertrieben hart" vorgegangen zu sein. Die Vorwürfe sind zum Teil schwerwiegend. Polizei und Staatsanwaltschaft stellen das Geschehen auf RZ-Anfrage allerdings in einem anderen Licht dar.

Laut Harald Kruse, Leitender Staatsanwalt in Koblenz, erschien am 21. Juli eine Zeugin bei der Polizeiinspektion Straßenhaus, die in detailreichen Schilderungen den Mann aus Hanroth einer schwerwiegenden Straftat beschuldigte. Nach RZ-Informationen steht der Vorwurf einer Vergewaltigung im Raum. Aufgrund dieser Aussage ordnete der Bereitschaftsdezernent an, die Wohnung des Beschuldigten zu durchsuchen und den Mann festzunehmen.

Wie aus der schriftlichen Antwort der Staatsanwaltschaft weiter hervorgeht, sind daraufhin sechs Polizeibeamte zur Wohnung nach Hanroth gefahren, darunter auch ein Diensthundeführer samt Diensthund. Letzteren führten die Beamten laut Kruse aus Gründen des Eigenschutzes mit, da die Zeugin angedeutet habe, dass sich der Beschuldigte mit einem Messer wehren könnte. Wie es weiter heißt, haben die Beamten zunächst fälschlicherweise bei der Nachbarin geklingelt, wodurch auch die übrige Nachbarschaft den Einsatz mitbekam. Nach den Unterlagen, die der Staatsanwaltschaft vorliegen, hätten dann zwei Beamte beim Beschuldigten geklingelt. Dieser sei jedoch den Aufforderungen nicht nachgekommen und habe Widerstand geleistet. Fünf Beamten sei es kaum gelungen, den Mann zu beruhigen. Schließlich hätten sie den Einsatz des Diensthundes angedroht – "und dann auch veranlasst". Wie eine spätere ärztliche Untersuchung ergeben habe, kam es dabei zu "oberflächlichen Biss- und Kratzwunden". Laut der Stellungnahme der Polizei sei zudem auch Pfefferspray zum Einsatz gekommen.

Die Nachbarin schildert das Geschehen gegenüber der RZ wie folgt: "Anstatt ihn aufzufordern mitzukommen, haben sich sechs Mann auf ihn gestürzt und ihn zu Boden gerissen. Dazu kommt, dass der Hund noch mal auf meinen Nachbarn losgelassen wurde, als der am Boden saß mit Handschellen auf dem Rücken. Und Polizistinnen, die dabei waren, haben ihm Elektroschocker an seine Hoden gehalten."

Da die Darstellungen der Frau aus Hanroth teilweise von denen der Beamten abweicht, will die Staatsanwaltschaft Koblenz zunächst dem Beschuldigten die Gelegenheit einräumen, seine Sicht der Dinge darzulegen. "Erst danach kann entschieden werden, ob der Anfangsverdacht einer Straftat gegen Polizeibeamte besteht", erklärt der Leitende Oberstaatsanwalt Harald Kruse.

Was den Vorwurf der Vergewaltigung angeht, da laufen die Ermittlungen der Behörden noch, heißt es sowohl in der Stellungnahme von Polizei als auch Staatsanwaltschaft. Die Nachbarin hält den Beschuldigten für unschuldig. Sie schreibt der RZ: "Wie sich herausgestellt hat, ist die Frau in ihn verliebt. Er aber erwidert diese Liebe nicht." Laut Nachbarin sei die Frau bereits in einer vergleichbaren Sache aktenkundig.

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