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    Großmaischeid: Mittelteil der Pfarrkirche ist 300 Jahre alt

    Die Katholiken in Großmaischeid hatten jetzt im Rahmen ihrer Kirmes auch ein besonderes Jubiläum zu feiern: Die Pfarrkirche St. Bonifatius, genauer der mittlere Teil, steht nunmehr seit 300 Jahren mitten im Westerwaldort. Zur Feier dieses Jubiläums war eigens Weihbischof Leo Schwarz angereist (siehe Auslagerung). Die RZ nutzt nun ihrerseits den Anlass, anhand der Ortschronik stichprobenartig in die Geschichte des Gotteshauses einzutauchen.

    Foto: Jörg Niebergall

    Wie Pastor Michael Jakob in der 2004 veröffentlichten Chronik berichtet, hatte man schon zu Zeiten des Grafen Ernst von Isenburg, 1664 gestorben, den Bau einer neuen geräumigeren Kirche erwogen. Doch wirklich zur Sache ging es erst unter Pfarrer Busch in den Jahren 1716 und 1717. Der Neubau, der laut Überlieferung 1618 Taler kostete, schloss sich an den alten romanischen Turm an, der wohl aus dem 12. oder 13. Jahrhundert stammt. Über Geld verfügte die heute seit mehr als 800 Jahren existierende Kirchengemeinde damals nicht. Eine groß angelegte Sammlung von Spenden brachte schließlich die Finanzierung sicher. Als erste Spenderin taucht die Gräfin zu Wied in einem Verzeichnis auf. Sie steuerte demnach 50 Taler bei. Allerdings war das kein Geldgeschenk, denn die Gräfin erließ lediglich der Kirchengemeine eine 50-Taler-Strafe, die diese sich zuvor wegen einer nicht erlaubten Prozession eingehandelt hatte. Nichtsdestotrotz feierten die Großmaischeider Katholiken 1723 die Konsekration der Kirche.

    Foto: Jörg Niebergall

    Im 19. Jahrhundert erwies sich der Kirchbau gemessen an der Zahl der Gläubigen schlicht als zu klein. Eine Erweiterung stand deshalb im Raum. 1875 genehmigte das Bistum die Pläne zur Vergrößerung – mit veranschlagten Baukosten von 10.500 Mark.

    Seither haben Bistum und Kirchengemeinde für die historische Bausubstanz Sorge getragen. Vielen dürften noch die jüngsten Sanierungsarbeiten in Erinnerung sein. So strengte die Kirchengemeinde nach der Jahrtausendwende eine Generalsanierung an. Unter anderem ließ sie eine neue Heizungsanlage einbauen und spendete dem Gotteshaus innen ein neues Antlitz. Dafür flossen allein in den Jahren 2014 und 2015 etwa 250.000 Euro. Fürsorge erfuhr zu der Zeit auch die Orgel als sakrales Instrument. Die Pfeifen gereinigt und ausgebessert, die Elektrik für den Spieltisch erneuert, klingt das gute Stück seither so satt wie lange nicht mehr.

    Für rund acht Monate musste die Kirche 2015 geschlossen bleiben. Mit einem Festgottesdienst feierten die Großmaischeider anschließend die Wiedereröffnung. Dechant Thomas Darscheid sagte damals: „Die Renovierung ist das beste Beispiel dafür, wie sich in einer christlichen Gemeinschaft alle mit ihren unterschiedlichen Talenten einbringen können.“ Und: „Jeder Cent und jede Mühe waren es wert für die Zukunft, solange es Menschen gibt, die Jesus sehen und ihm begegnen wollen.“

    Zur Wiedereröffnung sprachen die Großmaischeider bereits von einer weiteren kostenintensiven Aufgabe: Das Kirchendach brauche früher oder später eine neue Eindeckung, hieß es. Bislang ist das aber noch nicht geschehen. Die vorhandenen Schäden sind repariert. „Derzeit ist nicht daran gedacht, das Dach neu zu decken“, sagt Diakon Norbert Hendricks. rgr

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