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    Große Kunst für Bunte Stadt: Modefotograf will Linz aufpeppen

    Die Bunte Stadt zu einem Hotspot für Kunstinteressierte zu entwickeln und Ausstellungen mit Werken bekannter Künstler in Linz Wirklichkeit werden zu lassen: Dafür will sich der Neu-Linzer Jens August einsetzen.

    Von unserer Redakteurin Silke Müller

    Vor zwei Jahren kaufte der 52-jährige Modefotograf mit seiner Frau Tatjana das Gebäude am Marktplatz 10, in dem früher einmal die Sparkasse war. Grund: Linz ist ungefähr die geografische Mitte zwischen seiner Heimat Frankfurt und Aachen, wo seine Frau herkommt. Mittlerweile hat er dort die Galerie "Beau" eröffnet, in der neben seinen großformatigen Fotografien auch Ausstellungen weiterer Künstler zu sehen sind. "Diese großen lichtdurchfluteten Räume sind der absolute Wahnsinn", sagt August. Das sei New Yorker Stil - und das mitten im pittoresken Linz. "Dieses Ambiente ist einmalig auf der Welt", findet der Modefotograf, der sich als absoluten Fan der Bunten Stadt bezeichnet.

    Durch seinen Beruf ist August viel herumgekommen, hat unter anderem in Paris und Berlin gearbeitet und war, wie er erzählt, für renommierte Zeitschriften wie "Vogue", "Elle" oder auch "Haper's Bazaar" tätig. Kontakte zur Kunstszene knüpfte der 52-Jährige hauptsächlich in Österreich. Denn im Maltatal in Kärnten haben er und seine Frau nicht nur ein Almhaus auf 1600 Metern Höhe gekauft, sondern auch eine Galerie in der Stadt Gmünd gepachtet. "Gmünd ist seit zehn Jahren Hotspot für Kunstinteressierte", berichtet August. Geschuldet ist dieser Erfolg ihm zufolge der Kulturinitiative, die dort vor 25 Jahren gegründet worden ist. "Damals geschah das gegen den Protest der Einheimischen und Bauern, die befürchteten, dass die Kulturinitiative nur Geld kosten, aber im Tal nichts bewirken würde." Doch laut August ist genau das Gegenteil passiert. Erika Schuster, Chefin der Kulturinitiative, sei es gelungen, Werke großer Künstler wie Andy Warhol, Albrecht Dürer, James Rizzi oder auch Francisco de Goya für Ausstellungen in die Stadt zu holen und damit natürlich zahllose Kunstinteressierte anzulocken. "Eine Sensation für Gmünd", sagt August. Er ist zutiefst davon überzeugt, dass so etwas auch in Linz möglich ist. Konkret schwebt ihm dabei eine Kooperation mit der Gmünder Kulturinitiative vor, zu der er regen Kontakt pflegt. Sie war damals auf seine großformatigen Fotografien aufmerksam geworden. Allerdings konnte zunächst keine entsprechend große Ausstellungsfläche gefunden werden, berichtet August.

    "Also haben meine Frau und ich uns selbst auf die Suche gemacht", ergänzt er. Und sie wurden fündig. Wie August berichtet, richteten sie eine Villa aus der Gründerzeit her, die zuvor 15 Jahre leer stand. "Die Eröffnung im Mai erfuhr ein riesig großes Echo. Mehr als 600 Menschen waren anwesend", erzählt August. "In dieser ersten Saison haben wir unglaublich viele Kontakte geknüpft", sagt August rückblickend. Und genau die sollen nun auch ins Boot geholt werden, um aus Linz einen Hotspot für Kulturinteressierte zu machen.

    So stellen Mai 2017 zum Beispiel die Malerinnen Birgit Bachmann aus Gmünd und die Wahl-Gmünderin Katja Jüttemann in der Galerie "Beau" in der Bunten Stadt aus, während der Linzer Künstler Joe Becker voraussichtlich im selben Monat seine Arbeiten in Gmünd zeigen wird. Außerdem, so August, wäre Erika Schuster mit Künstlern bereit, in einer Powerpointpräsentation interessierten Linzern darzulegen, wie es gelungen sei, "aus einem verschlafenen Bauernstädtchen wie Gmünd eine der wichtigsten Kulturstädte Europas zu machen", wie August betont.

    Und natürlich ist er selbst auch mit im Boot und stellt seine Galerie zur Verfügung. Neben der Ausstellung der Gmündener Künstlerinnen im Mai soll es dort zum Beispiel im kommenden Februar eine Lesung des österreichischen Autors Bernhard Regenfelder geben. Darüber hinaus ist August dabei, den Trachtendesigner Thomas Rettl, der unter anderem Trachten für das britische Königshaus entworfen hat, für eine Modenschau nach Linz zu bekommen. "Das wäre eine tolle Geschichte für Sommer 2017", meint August. Er ist sich sicher: Was Gmünd erreicht hat, kann Linz allemal schaffen. "Es gibt kaum eine Stadt, die prädestinierter ist", betont August. Der Leerstand böte Potenzial, um Galerien zu schaffen. "Die Gmündener Künstler würden mit Kusshand kommen", so August. Wichtig ist ihm daher vor allem eines: weitere Mitstreiter aus Linz für das Projekt zu finden.

    Wer Jens August unterstützen möchte, kann sich unter Telefon 0171/924 87 15 oder per E-Mail an info@jensaugust.de melden

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