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Neuwied

Gestank im Distelfeld: OB Roth will Kontrollen

Im Gewerbegebiet Distelfeld stinkt's – immer wieder, kurz, aber heftig. Im Sommer bereits gab es etliche Beschwerden. Nachdem es dann zwischenzeitlich etwas ruhiger geworden war, gab es nun erneute Meldungen.

Foto: Jörg Niebergall

Neuwieds Oberbürgermeister Nikolaus Roth (SPD) sieht daher die Gewerbeaufsicht in der Pflicht. "Ich habe es selbst erlebt. Das Maß ist nicht erträglich", sagt er und fordert die zuständigen Behörden – "Kreisverwaltung oder Struktur- und Genehmigungsbehörde" (SGD) – zu Kontrollen auf. "Sie müssen dem intensiv und nachhaltig nachgehen", stellt der Oberbürgermeister unmissverständlich klar.

Als Verursacher der als modrig-faulig beschriebenen Gerüche sieht er dabei die Firma Suez (ehemals Sita), die allerdings im Sommer gegenüber der RZ die Verantwortung bestritten. Man habe keine Veränderungen im Prozess vorgenommen und die Filter arbeiteten ordnungsgemäß – was auch Kontrollen bescheinigten, hieß es damals.

"Es gibt weit und breit keine andere erkennbare Quelle", sagt dagegen Roth, der daran erinnert, dass es die Diskussion über vom Kompostwerk ausgehende Gestank vor einigen Jahren schon einmal und da noch heftiger gegeben hat. Damals hätten dann wohl einige Maßnahmen gegriffen.

Beigeordneter Achim Hallerbach verweist als zuständiger Abfalldezernent des Kreises darauf, dass seine Verwaltung nicht die zuständige Überwachungsbehörde ist. "Das ist eine Ebene höher angesiedelt", teilt er mit. Dennoch hatte er im Sommer sogenannte Schnüffler ausgesandt (die RZ berichtete). Diese Mitarbeiter, die auch regelmäßig die Deponie in Linkenbach überprüfen, hatten ebenfalls temporäre Geruchsbelästigungen feststellen und gleichzeitig ausschließen können, dass diese vom Wertstoffhof des Kreises im Distelfeld ausgehen. "Es war ganz klar ein biogener Rottegeruch, der nicht von dort kommen kann", sagt Hallerbach und ergänzt, dass ihm "weitere Deutungen nicht zustehen".

Keine weiteren Abfallbetriebe im Gewerbegebiet

In der Carl-Borgward-Straße entsteht demnächst das neue Verwaltungs- und Logistikzenrum des Kreises für Abfallwirtschaft. Möglicherweise stinkender Müll wird dort zwar nicht verarbeitet werden, Oberbürgermeister Nikolaus Roth hat es dennoch zum Anlass genommen, sich an Landrat Rainer Kaul zu wenden und um „mehr Sensibilität“ zu bitten. „Wir sind froh über Einrichtungen, die Dienstleistungen für die Bürger und auch gute Arbeitsplätze bieten,sehen die hohe Konzentration von Betrieben der Abfallwirtschaft im Bereich Distelfeld und Friedrichshof aber kritisch“, sagte er im Gespräch mit der RZ. Zukünftig sollten dort keine weiteren Ansiedlungen aus diesem Bereich mehr entstehen. „Wir müssen auch darauf achten, dass die Unternehmen zueinander passen. Und dort gibt es hochtechnologisierte Weltmarktführer“, beschreibt der OB. Hinzu komme, dass die Wertschöpfung für die Stadt bei solchen Abfallbetrieben nicht so ist, wie es sich Roth für „eines der qualifiziertesten Industriegebiete im nördlichen Rheinland-Pfalz“ vorstellt.
Positiv sieht er aber immerhin, dass der Kreis das frühere Sita-West-Gelände integriert. Dadurch gebe es die Möglichkeit, über die Rudolf-Diesel-Straße anzufahren, welche verkehrstechnisch dafür deutlich besser geeignet sei.

Von unserem Redakteur Ulf Steffenfauseweh

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